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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Inulin.

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nicht. Einmal gelangen unreine Zackerlösungen, wie sie in den Pflanzenvorkommen, ungemein schwer in Glyzerin zur Abscheidung, dann ist völligkonzentriertes Glyzerin nicht immer zur Hand, da dasselbe bekanntlich sehrleicht Wasser anzieht (schon beim wiederholten Öffnen des Gefäßes). Spuren vonWasser im Glyzerin vermögen schon größere Quantitäten von Zucker in Lösungzu halten. Außerdem läßt sich eine Diagnose der ausgeschiedenen und vonZuckerarten herrührenden Tröpfchen wohl gegenüber dem Inulin und den Gerb-stoffen leicht durchführen, doch bleiben wir ganz im ungewissen über andere ingleicher Form sich ausscheidende Substanzen, deren Natur uns unbekannt ist.Zur Kristallisation, die übrigens wenig beweist, kommt es nur in günstigen Fällen.Nach den makrochemischen Versuchen von Senft 1 ) geben gesättigte wässerigeLösungen von Maltose und Laevulose beim Vermischen mit etwas Glyzerin selbstbei nachfolgendem Eindampfen keine Kristalle.

Schließlich sei darauf hingewiesen, daß konzentrierte Schwefelsäure beiGegenwart von Eiweiß und Zucker Rotfärbung im Gewebe hervorruft. Es würdedie Reaktion (Raspailsche 5 ) Reaktion) auf Zucker deuten, sowohl auf freieZuckerarten als auch auf gebundene. Da die gleiche Reaktion aber durch vieleAlkaloide u. a. hervorgerufen wird, so berechtigt sie allein zu gar keinemsicheren Schluß.

Auch sei noch bemerkt, daß man zuweilen Zucker mit heißem Paraffinzur Abscheidung bringen kann; die Objekte werden 3 bis 5 Minuten unter Deck-glas in Paraffinöl aufgekocht. Der Vorteil der Methode besteht darin, daß sichdie Kristalle rein weiß in sehr großen Individuen abscheiden und zwar stets amDeekglasrandc. Sie können somit isoliert und mit Phenylhydrazin weiter geprüftwerden. In Betracht kommt das Verfahren, wenn braune (tief gefärbte) Pflanzen-pulver vorliegen, in denen man die Osazonkristalle ,nur schlecht erkennen kann.Doch gelingt die Abscheidung nicht immer und als weiterer schwerwiegenderNachteil kommt hinzu, daß. die Kristallisation oft mehrere Wochen beansprucht.

Inulin.

Inulin, ein Polysaccharid (3 (C 12 H 20 O 10 ) -f H 2 0 [Kiliani],6(C 6 H 10 O : ,) + H 2 O [Tanret]), wurde 1804 von Valentin Rose inInula helenium entdeckt und von Thomson benannt. Mit der Mikro-chemie beschäftigten sich zunächst eingehender Sachs 8 ) und Kraus 4 ).Es wird aus zerriebenen Dahlienknollen (Herbstmaterial) hergestellt,die man unter Zusatz von kohlensaurem Kalk auskocht. Das eingeengteExtrakt liefert beim Ausfrieren Inulin, welches durch Waschen mitAlkohol und Äther gereinigt wird. Inulin ist hygroskopisch, löslich

') E. Senft, Der mikrochemische Nachweis des Zuckers, Zeitschr. d. allg.«sterr. Apoth. Ver., 1904, XLVIII, Nr. 18.

2 ) Raspail, Chim. organique 1H39, II, S. 139.8 ) J. Sachs, Bot. Ztg., 1864, XXII, S. 77.4 ) G. Kraus, Bot. Ztg., 1875, XXXIII, S. 171.'"unmann, Pflanzenmikroohemie. 18