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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Er fand daß Zuckerlösungen, mit einigen Tropfen einer 1520°/ 0 alko-holischen a-Naphthollösung und Schwefelsäure versetzt, eine violetteFarbenreaktion geben. Nachfolgender Wasserzusatz bedingt einen blau-violetten Niederschlag. Zuckerlösungen in gleicher Weise mit Thymol-Schwefelsäure behandelt, werden zinnoberrot. Derart lassen sich noch0,00001 °/ 0 Zucker nachweisen. Rohrzucker, Milchzucker, Trauben-zucker, Fruchtzucker, Maltose geben die Reaktion, nicht aber Inosit.Auch mit Kohlehydraten und mit Glykosiden erhält man die gleichenFarbenreaktionen, doch treten sie erst nach einiger Zeit ein, nachdemdie Schwefelsäure Zucker aus den Glykosiden abgespalten hat. Dochwird die Reaktion, die auf der Bildung von Furfurol beruht, auch durchVanillin und Eiweißsubstanzen hervorgerufen (Nickel) 1 ). Zur Aus-führung der Reaktion bringt man nicht zu dünne Präparate auf demObjektträger in einen Tropfen einer 1520°/o alkoholischen a-Naphthol-lösung und fügt 23 Tropfen konzentrierte Schwefelsäure hinzu, sodaß der Schnitt von der Säure völlig bedeckt ist. Bei Anwesenheitvon Traubenzucker, Fruchtzucker, Milchzucker, Rohrzucker, Inulin wirdder Schnitt augenblicklich violett. Sind aber nur Kohlehydrate oderGlykoside zugegen, deren Zucker erst durch die Schwefelsäure hydro-lytisch abgespalten werden muß, dann erfolgt die Reaktion erst nach15 Minuten. Weiteren Aufschluß liefern nun Vergleichspräparate. Manstellt zwei gleiche Schnitte her, entfernt aus dem einen durch kurzesAufkochen in Wasser den Zucker und führt dann mit beiden Schnittenauf einem Objektträger die Reaktion aus, die jetzt in dem gekochtenSchnitt viel später eintreten wird. Gegenwärtig benutzt man dieReaktion, der nur ein orientierender Wert zukommt, nur selten.

Die von Kraus 3 ) angegebene sogenanntemorphologische Methode",die darin besteht, daß man die zu prüfenden Objekte in Glyzerin oder Alkoholeinträgt (Ausscheidung der Zuckerarten in Tröpfehen), wird man nur gelegentlichnebenbei als Hinweis berücksichtigen, falls nämlich gerade Material in kon-zentriertem Glyzerin oder Alkohol vorliegt. So hat Mac Dougal 8 ) durch Ein-legen in 70°/ 0 Alkohol Rohrzuckerkörnchen in Isopyrumknollen, besonders zurwinterlichen Ruheperiode aufgefunden. Glyzerin war weniger wirksam, Äther undChloroform erwiesen sich als unbrauchbar. Die ausgeschiedenen Kügelchen warenin lebhafter Molekularbewegung. Einen sicheren Schluß gestattet diese Methode

x ) E. Nickel, Die Farbenreaktionen der Kohlenstoffverbindungen, vergl.ferner A. Reinbold, Über die Molisch-Udranskysche a-Naphthol-Schwefelsiiure-Reaktion, Arch. ges. Ph., 1904, CHI, S. 581.

2 ) U. Kraus, Über das Verhalten des Zuckersaftes der Zellen gegen Alkoholund Glyzerin und die Verbreitung des Zuckers, Bot. Ztg., 1870, XXXIV, S. 608.

s ) D. T. Mac Dougal, A contribution to the physiology of the root tuberaof Isopyrum biternatum, Minnesota Botan. Studies Bull, 1890, S. 501.