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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Anorganischer Teil.

Aluminium.

Aluminium ist für die Pflanzen entbehrlich. Da es sich überallim Boden findet, so treffen wir es in vielen Pflanzen an. Die auf-genommenen Quantitäten sind nicht groß, da die Aluminiumverbin-dungen des Bodens im allgemeinen schwer löslich sind. Das auf-genommene Aluminium wird überwiegend in der Wurzel zurückgehalten(Rothert). ZuAluminiumpflanzen" zählen die meisten Lycopodien(2752 °/o)> einige Baumfarne, Flechten (Cetraria islandica, 4 °/ 0 )> zeund Moose. Aluminiumbedürftig ist Humulus (Stoklasa). Im all-gemeinen sind 0.30,5°/ 0 ^ er Reinasche bereits hohe Werte. EineAusnahme bildet Orites excelsa R. Br. (36 bis fast 80% Tonerde inder Asche); hier soll im Holz basisch bernsteinsaures Aluminium ab-gelagert sein (Smith). Über den Einfluß der Aluminiumverbindungenwissen wir wenig 1 ). Bei Bakterien hemmen sie das Wachstum (Auf-recht). Düngung mit Kalialaun oder Aluminiumsulfat fördert dieBildung blauer Blüten (durch vermehrte Bildung blauer Anthocyaneaus roten, Molisch).

In Symplocosarten hat Radlkofer 2 ) Tonerdekörper aufgefunden,so in den Palisaden und im Rindenparenchym von Symplocos lanceolata(Mart.) A. DC, dem Alaunbaum von Rumphius, ferner in S. ferrugineaRoxb., S. racemosa Roxb., S. fasciculata Zoll. Sie lösen sich beim Glühenmit Schwefelsäure, auch in frisch bereiteter Javellescher Lauge undfärben sich intensiv rot mit Alizarin und Brasilin (in 70% Alkohol), selbstnach Vorbehandlung der Präparate mit 0,5% Ammoniaklösung. Überihre Natur gibt aber erst die Aschenanalyse Aufschluß. Die Blatt-asche enthält fast 50% Tonerde. Eingehende mikrochemische Arbeitenüber den Aluminiumnachweis in den Zellen selbst liegen nicht vor undman muß Rothert 3 ) beipflichten, daß die Frage der Verbreitungdieses Elementes in der Pflanze noch nicht geklärt ist.

Zum Nachweis kleiner Mengen von Alaun in Mehl und Brot be-nutzte Blyth 4 ) Campechuextrakt. Er ließ in den kalt bereitetenwässerigen Auszügen dieser Genußmittel einen Gelatinestreifen quellenund färbte diesen mit Campecheholz, Blaufärbung zeigt Alaun an.

') M. Fluri, Der Einfl. von Aluminium a. d. Protoplasma, Flora, 1909,XCIX, 8.81.

2 ) L. Radlkofer, Über Tonerdekörper in den Pflanzenzellen, Ber. Deutsch.Bot. Ges., 1904, XXII, 8.216.

") W. Rothert, D. Verhalten d. Pflanz, gegenüber d. Aluminium, Bot.Ztg., 1906, LXII, S. 48.

4 ) W. Blyth, The Analyst, 1880, VII, S. 16.