Druckschrift 
Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
Entstehung
Seite
127
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Mangan.

127

pierten, farblosen Prismen abscheiden. Sind nur Spuren vorhanden,dann kann man mit Schoorl 1 ) die Probe zur Trockne bringen, einKörnchen Kaliumoxalat zusetzen und durch Anhauchen verflüssigen,wobei man ähnliche Kristallfällungen erhält. Bei dieser Reaktiondürfen aber keine starken anorganischen Säuren zugegen sein, eineschwache Azidität ist förderlich, die Gegenwart von Zink wirkt störend.Ein Zusatz von Kaliumchromat hat sich als zweckmäßig erwiesen. Esscheint ein Doppelsalz von Kaliumchromat mit Mangan zu entstehen(dunkelbraune, doppelbrechende Kristallrosetten). Die Empfindlichkeits-grenze liegt bei 5 /jg (Wagenaar) 2 ). Nun hat aber Gössl :i ) gezeigt,daß diese Reaktionen zum Mangannachweis im Pflanzengewebe nichtgenügend scharf sind, und empfiehlt Fällung mit Natrium-Ammonium-Phosphat bei Gegenwart von Ammoniakdämpfen. Hierbei ent-stehen nun nicht nur die Tripelphosphate des Mangans, sondern auchdie von Eisen, Kobalt, Nickel und Magnesium. Gössl fand aber, daßsich die letzteren sämtlich vom Manganphosphat durch n /io Kalium-permanganat unterscheiden lassen. Nur die Manganfällungen färbensich hierbei braun. Zudem ist diese Reaktion am empfindlichsten.Noch 0,018 pg Mangan können nachgewiesen werden. Zur Reaktionw ird eine verdünnte (0,5 °/ 0 ) Lösung von Natrium-Ammoniumphosphatbenutzt. Liegt das Mangan im Gewebe in schwer löslicher Verbindungv or, so werden die Schnitte zunächst in 0,1 °/o Salzsäure gelegt, dannw ird Natrium-Ammoniumphosphat zugesetzt und das Präparat überNacht in Ammoniakdampf belassen.

Zur Manganuntersuchung von Pflanzenaschen benutzt man all-gemein die Soda-Salpeterschmelze am Platindraht, die auch bei Gegen-wart von Zink eintritt und noch 0,5 /ig Mangan anzeigt. Die Oxy-dationsschmelze zeigt grüne Färbung, die bei Säurezusatz dunkelrotwird (Permanganat). Grüne bis blaugrüne Pflanzenaschen sind mangan-haltig, das Manganat wird unter Mitwirkung der Alkalien der Aschengebildet. Gewöhnlich liegt Mangan in der Asche als Phosphat vor.Wird die Asche mit Wasser und mit phosphorsäurehaltiger Salpeter-säure ausgezogen, dann zeigt ein violetter Rückstand Mangan an.

1

i

1 ) N. Schoorl, Beiträge zur mikroskopischen Analyse; vergl. Emich,Lehrbuch der Mikrochemie, S. 102.

2 ) A. "Wagenaar, Mikrochemische Reaktion auf Mangan, Pharm. Weekbl.,19 12, XLIX, Nr. l.

8 ) J. Gössl, Über das Vorkommen des Mangans in der Pflanze undü °er seinen Einfluß auf Schimmelpilze, Beih. bot. Centralbl., 11)04, XVIII 1,S. 119.