124
Anorganischer Teil.
(die Rosafärbung der Hortensien geht bei Zusatz von Eisenchlorid in Blau über).Im Samen und im Holze ist der Eisengehalt gering (selten über 1°/ 0 ), ebenso inder Kinde; in den Blättern finden sich häufig größere Mengen. In ausgewachsenenBlättern und in älteren Rinden sind meist höhere Werte ermittelt.
Zum Nachweis des Eisens im Gewebe sind nach den kritischenUntersuchungen von Molisch 1 ) Tannin, Salizylsäure, Schwefelammon,Rhodankalium 2 ) wenig geeignet. Am besten gelingt der Nachweis mitden Blutlaugensalzen. Bei der Herstellung der Präparate müsseneiserne Instrumente nach Möglichkeit vermieden werden. Zum Schneidenbenutzt man vorteilhaft Messer mit Klingen aus Silber oder aus harterAluminiumbronze, doch sollen auch bei Verwendung von sehr sauberenStahlmessern keine Versuchsfehler unterlaufen. An Stelle der Stahl-nadeln lassen sich fein ausgezogene Glasstäbe verwenden. Die nichtzu zarten Präparate werden zunächst auf Eisenoxydverbindungen ge-prüft und gelangen zu diesem Zwecke auf 1 bis 24 Stunden in eine2 u / 0 wässerige Lösung von gelbem Blutlaugensalz. (Die Dauer derEinwirkung des Perrocyankaliums richtet sich nach der Dicke derSchnitte.) Darauf werden sie auf dem Objektträger mit 10 *'/„ Salzsäure(frei von Eisen!) versetzt. Es tritt bei Gegenwart von Eisenoxyd sofortBildung von Berlinerblau ein. Die Salzsäure ist, sobald sie das Prä-parat durchdrungen hat, auszuwaschen, denn bei längerer Einwirkungder Säure kann das aus dem Blutlaugensalz stammende Eisen Bildungvon Berlinerblau veranlasen. Ist Eisenoxyd nicht zugegen, so mußnoch auf Eisenoxydul geprüft werden, und zwar in gleicher Weise mit2% Lösung von rotem Blutlaugensalz (Eerricyankalium). Schließlichist die Asche zu untersuchen.
Die Annahme, daß sich mit obiger Reaktion auch „maskiertes Eisen" nach-weisen lasse, hat sich nicht bestätigt. Molisch 8 ) nahm nämlich in jenen Präpa-raten maskiertes Eisen an, die erst nach Vorbehandlung mit reinster Kalilauge eineEisenreaktion gaben. A. Meyer 4 ) meinte, daß in jenen Eällen das Eisen aus derbenutzten Kalilauge herrühre, doch konnte C. Müller 6 ) zeigen, daß Kaliumhydroxyd(in Stangen) stets eisenfrei ist, daß die hergestellten Laugen jedoch aus dem Glaseder Aufbewahrungsgefäße Eisen aufnehmen.
') H. Molisch, Die Pflanze in ihren Beziehungen zum Eisen, Jena 1892.
-) Rhodankalium benutzen Weifl und J. Wiesner (Üb. d. direkt. Nachw.d. Eisens in d. Zell. d. Pfll, Sitzber. Wien. Ak., 1860, XL, 1. Abt., 8.276),
8 ) H. Molisch, Bemerkungen über den Nachweis von maskiertem Eisen,Ber. deutsch, bot. Ges., 1893, XI, S. 73.
*) A. Meyer, Ref. über Moliseh: Die Pflanze in ihrer Beziehung zumEisen, Flora 1892, LXXVI, Ergzbd., 8. 292.
8 ) C. Müller, Kritische Unters, über d. Nachweis maskierten Eisens in derPflanze und den angeblichen Eisengehalt des Kaliumhydroxyds, F?er. deutsch, bot.Ges., 1893, XI, S. 252.