Druckschrift 
Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
Entstehung
Seite
13
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Bemerkungen über Reagentien und Reaktionen.

13

Deckglas auf, setzt am rechten Deckglasrande das Reagens zu undsaugt links die überschüssige Flüssigkeit mit einem Streifen Fließpapierab. Bei dem direkten Eintragen sind Färbungen und Niederschlägebesser lokalisiert; letztere entstehen jedoch oft erst nach längerer Zeit.Bei der Durchsaugungsmethode werden bei Trockenpräparaten die ein-getrockneten Gewebe durch das kurze Einlegen in Wasser zunächstihre natürliche Gestalt zum Teil wieder annehmen. Niederschläge ent-stehen schneller, ihre Bildung läßt sich leichter verfolgen, doch wirddie Lokalisation undeutlich, die Fällungen gelangen infolge der Strömungleichter an sekundäre Lagerstätten. In bestimmten Fällen werden dieReagentien durchgesaugt, um die einzelnen Stadien ihrer Einwirkungkennen zu lernen (Chromsäure, Schwefelsäure bei Membranen). Insolchen Fällen läßt man das Reagens einige Zeit einwirken und wäschtvor erneutem Reagenzzusatz jedesmal mit Wasser oder Glyzerinwasseraus, um die Wirkung festzustellen.

Besonders zu beachten sind Strömungen, die selbst beim direktenEintragen der Schnitte lebenden Materials in das Reagens entstehen.Wenn Fällungen an bestimmten Stellen innerhalb lebender Zellen sichanhäufen, so ist diese Erscheinung noch kein Beweis dafür, daß dergesuchte Körper auch an dieser Stelle lokalisiert war. Die Reagentiendurchdringen 1 ) die Zellwände nicht gleichmäßig an allen Punkten(dünne Membranstellen, Tüpfel), so daß Niederschläge zunächst dortentstehen, wo das Reagens am leichtesten eingedrungen ist. Außer-dem ist es nicht ausgeschlossen, daß das eingedrungene Reagens vonbestimmten organisierten Bestandteilen (Chromatophoren, Zellkern) derZelle angesaugt wird, so daß Niederschläge auf diesen zur Ausbildunggelangen können, trotzdem sie in lebendem Zustande die reagierendenKörper nicht enthielten. Auch andere bei der Reaktion nicht beteiligteSubstanzen können die Lokalisation der Niederschläge innerhalb derZellen beeinflussen. Doch sind wir über diese Vorgänge noch sehrwenig unterrichtet.

Umsetzungen von schwer sichtbaren oder leicht löslichenFällungen in gut sichtbare und unlösliche führt man in neuerer Zeithäufig aus. So werden die schwer sichtbaren gelben Fällungen vonKaliumkobaltnitrit durch Ammoniumsulfid in schwarzes Kaliumsulfid, dieleicht lösliche Barytverbindung der Saponine mit Kaliumdichromat in un-lösliches gelbes Baryumchromat umgesetzt. Besonders Alkaloidfällungenwerden durch Umsetzungen weiter identifiziert (zuerst wohl von Gerockund Skippari, s. Alkaloide). Goldsalze werden durch Schwefelwasser-

*) Bas Eindringen der ReagentienErwärmen gefördert werden.

vielen Fällen durch schwaches