Bemerkungen über Keagentien und Reakt
lonen.
auf dem Objektträger nur sehr gelinde erwärmt werden. Bei zu starkerErwärmung wird das Paraffin flüssig und der Schnitt zerfließt. Nunwird das undurchsichtige Paraffin mit erwärmtem Xylol ausgewaschen;ein Tropfen Kanadabalsam dem Präparat zugesetzt und sehr vorsichtigdas Deckglas aufgelegt.
Bei der Präparation von Braunkohlenhölzern wandte Triebelebenfalls Kanadabalsam an und stellte dann Dünnschliffe her, währendSchmalhausen die Stücke in glyzerinhaltige Gummilösung legte undnach dem Trocknen Handschnitte anfertigte und Gothan 1 ) sich desWachses bediente. Bei der letztgenannten Methode kommt das Objektauf 2 bis 4 Minuten in absoluten Alkohol, dann wird eine gute Schnitt-fläche hergestellt und auf 5 Minuten in geschmolzenes Bienenwachseingelegt, wobei das Wachs während dieser Zeit durch schwaches Er-wärmen flüssig gehalten wird. Sobald nach dem Erkalten das WachsButterkonsistenz annimmt, wird das Holzstück herausgenommen undist nach völligem Erhärten des Wachses schnittfähig. Die Schnittewerden in Glyzerin untersucht, das mit etwas Alkohol versetzt ist.
Bemerkungen über Reagentien und Reaktionen.
Absolute Reinheit der Reagentien ist bei mikrochemischen Ar-beiten noch mehr als bei makrochemischen Untersuchungen Grund-bedingung, denn bei den minimen Mengen der in Reaktion tretendenSubstanzen wirkt jede Beimischung weit leichter störend. Nur inseltenen Fällen ist die Beimischung eines ganz bestimmten Körpersim Reagens vorteilhaft, so beim Alaunnachweis mit Cäsium chlorid(das eine Spur von Oäsiumalaun enthält). Beim Arbeiten mit Schnittenwird man von dem sog. Impfen absehen (Zusatz einer Spur der gleichenSubstanz zu träge und schlecht kristallisierenden Körpern) und selbstbeim Arbeiten mit Lösungen umgeht man es tunlichst. Der Kon-zentrationsgrad der Reagentien, zu deren Herstellung stets destilliertesWasser genommen werden muß, läßt sich nur von Fall zu Fall be-stimmen. Dies gilt auch für die Reagentien auf organisierte Zell-bestandteile und auf Membransubstanzen (Jodjodkalium, Chlorzinkjod).tni allgemeinen sind die Reagentien entgegen vielen Literaturangaben,nicht in konzentrierter Lösung anzuwenden. Verschiedene Fällungenlösen sich im Überschuß der Reagenzlösung leicht auf und es wäreWohl am richtigsten, wenn die reagierenden Körper im Verhältnis ihrer
') Näheres bei W. Gothan, Über die Präparation von Braunkohlenhölzernz ur mikroskopischen Untersuchung, Natunviss. Wochensehr., Jena 1904, XIX,8. 574.