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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
Entstehung
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Allgemeiner Teil.

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weitere Härtung. Aus den Gelatinestücken werden die Schnitte her-gestellt; sie gelangen sofort auf den Objektträger. Wenn erforderlich,kann die Gelatine durch gelindes Erwärmen flüssig gemacht und mitGlyzerin und lauwarmem Glyzerinwasser entfernt werden.

Selbst das Schneiden sehr kleiner Objekte, wie Drüsen, Sporen,Pollen, Algen, ist mit freier Hand möglich. Zu diesem Behufe werdendie Objekte mit einer dicken Gummilösung vermischt; die Mischungwird auf einen geeigneten Kork aufgetragen und der Kork an einemstaubfreien Orte, evtl. im Exsikkator, bis zum Eintrocknen der Massehingelegt. Einlegen in Alkohol bedingt weitere Härtung. Die durchdie harte Gummimasse mit einem scharfen Messer hergestellten Schnitteführen mehr oder weniger Quer- und Längsschnitte der Objekte.

Einige Hinweise erfordert diePräparation verkohlterPf lanzen-teile, da das Schneiden dieser mit einiger Schwierigkeit verbundenist, weil die Präparate selbst bei vorsichtiger Behandlung leicht zer-bröckeln und zerfallen. Es empfiehlt sich, derartiges Material zuvormit Kanadabalsam zu durchtränken. Das Material gelangt zunächstauf einige Zeit in Xylol (um das Eindringen des Balsams zu erleichtern),dann auf 1 bis 2 Tage in Kanadabalsam und wird schließlich etwaeine Woche hindurch an der Luft trocknen gelassen. Auf diese Weisehaben Wittmack und Buchwald 1 ) verkohlte Getreidekörner be-handelt, die sich nunmehr wie frische anfassen und präparieren ließen.Präparate aus stark verkohlten Pflanzen erscheinen unter dem Mikro-skop schwarz und lassen von der Struktur des Gewebes wenig er-kennen. Bleichen der Präparate mit einem der üblichen Bleichmittel(s. d.) hat wenig oder gar keinen Erfolg. Netolitzky 2 ) hat daherdie Aschenskelette der Präparate (s. d.) zur Diagnose herangezogen,die vornehmlich dort, wo verkieselte Membranen vorliegen, gute Diensteleisten. Diese Methode haben Wittmack und Buchwald bei ver-kohltem Holz benutzt und zunächst größere Stücke des Materials vor-sichtig verascht und aus der Asche die Präparate hergestellt. DieVeraschung muß sehr vorsichtig ausgeführt werden, damit das ver-aschte Pflanzenstück nicht zerfällt. Es wird dann in heißes flüssigesParaffin übertragen und darin erkalten gelassen. Die in Paraffin ein-gebettete Asche läßt sich gut schneiden. Die Paraffinschnitte dürfen

2 ) L. Wittmack u. J. Buchwald, Pflanzenreste aus der Hünenburg undeine verbesserte Methode zur Herstellung von Schnitten durch verkohlte Hölzer,Ber. deutsch, bot. Ges., 1902, XX, S. 21.

8 ) Fr. Netolitzky, Mikroskopische Untersuchung gänzlich verkohlter vor-geschichtlicher Nahrungsmittel aus Tirol, Ztschr. d. Nahrungs- u. Genußmittel,1900, III, S. 401.