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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Allgemeiner Teil.

liegen, so daß die Luft allseitig Zutritt hat; auch darf ihnen äußerlichkein Wasser anhaften. In neuerer Zeit kommt bei Tropenmaterial derVersand in Torfmull 1 ) in Blechdosen unter Luft- und Lichtabschlußin Aufnahme, der sich bei Kola a ) und Ananasfrüchten bewährte undauch für andere Samen und Früchte zweckmäßig sein wird. Seitlangem verschickt man Pflanzen in zugelöteten Blechbüchsen, fürderbere Objekte recht geeignet. Enzymatische Spaltungen sind natur-gemäß nicht ausgeschlossen und wiederholt beobachtet worden (Vanillin-geruch bei ganz jungen, nicht fermentierten Früchten von Vanilla).Für Samen, die ihre Keimkraft leicht einbüßen, hat sich gepulverteHolzkohle ils geeignetes Verpackungsmaterial erwiesen (Erythroxy-lon coca) :i ).

Einiges über die Präparation.

Die zu mikrochemischen Reaktionen erforderlichen Schnitte werdenüberwiegend mit freier Hand geschnitten. Die Technik des Schneidensmuß hier als bekannt vorausgesetzt werden. Objekte, die sich nichtgut in der Hand halten lassen, werden zwischen Hollundermark oderwenn sie derb sind, zwischen Kork eingeklemmt. Hierbei bekommtgleichzeitig das in freier Hand gehaltene Messer eine bessere Stütze.

Getrocknetes Material läßt sich ohne weiteres ganz gut schneiden,jedenfalls besser, als vielfach angenommen wird. Von einem Aufweichenin Wasser (oder besser in Glyzerinwasser) und von der oft empfohlenenVorbehandlung mit verdünnter Ammoniaklösung oder schwacher Kali-lauge kann meist abgesehen werden. Diese Vorbehandlung kommtmehr für feinere anatomische Untersuchungen und auch dann nur fürStudien der Vegetationsspitzen und der Reproduktionsorgane in Betracht.Einmal werden bei der Vorbehandlung die Zellinhalte verändert, undSchleime u. a. gelöst und dann liefert zwischen Kork eingeklemmtestrockenes Material sogar dünnere Schnitte als lebendes oder erweichtes.Getrocknetes Material kann auch mit dem Mikrotom (s. d.) geschnittenwerden. Liegen sehr spröde Objekte vor, dann ist es ratsam, dieseüber Nacht in eine feuchte Kammer zu bringen, indem man in ein-

a ) L. Bernegau, Über Verschiffung und Frischhaltung tropischer Früchtein Torfmullpackung, Ber. deutsch, pharm. Ges., 1911, XXI, S. 162.

s ) Auf diese Weise versandte Keimlinge keimten und konnten nach einemJalire im Topf ausgepflanzt werden.

3 ) Es hängt viel von dem EntwickluDgsstadium der Samen ab; Kokafrüchte,die nach allgemeiner Ansicht nur 14 Tage ihre Keimkraft behalten, kamen, ausSaigon im Papierbeutel als Warenmuster bezogen, im Botanischen Garten in Bernzur Entwicklung.