Druckschrift 
2 (1854)
Entstehung
Seite
240
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

240

Radix Rubiae tinctorum. — Radix Salep.

■

In ganzen Stücken wird die Rhabarber nicht selten gekaut. Man sucht zudiesem Zwecke die schönsten Stücke aus und zersägt sie mit einer Handsäge inwürflige oder parallelepipedische Stücke Ein grobes Pulver dient zur Bereitungder Infusen, des Syrups, der Tincturen. Ein feines Pulver wird in Pulvernund Pillen häufig verordnet. Seine Darstellung bietet keine Schwierigkeit dar.Die Wurzel wird im Mörser zu groben Stücken zerstossen oder auf dem Schneide-messer in Scheiben zerschnitten, welche erst scharf getrocknet und dann imMörser gestossen werden. Das Pulver wird durch das feinste Sieb geschlagen.Man bewahrt es in gliisernen oder blechernen Gefässen auf, die nicht mit PapierÜberbunden werden, sondern entweder mit einem Glas- oder Korkstopfen odermit einem Blechdeckel verschlossen sind. Einige Apotheker haben die Ge-wohnheit, beim Stossen einige süsse Mandeln zuzusetzen, wodurch das Pulvereine intensiver gelbe Farbe erhält. Solche Künsteleien sind mindestens über-flüssig.

Man hat früher grosse Hoffnungen gehabt, den Rhabarberbau nach Europazu verpflanzen, wozu die Aehnlichkeit des Klimas aufmunterte Die ersten Er-folge waren ganz günstig und es wurden in Frankreich und England Wurzelngezogen, welche neben guter ausländischer Rhabarber nicht unvortheilhaft er-schienen. Unterdessen bemerkt man im Handel dennoch keine bedeutendenMengen dieser Waare, so dass, ehe auch die Gleichheit der Wirkungen durchErfahrungen festgestellt ist, in pharmaceutischcr Beziehung davon abzusehen ist.

Enneandria Trigynia, Cl. IX, Ord. 3.

Radix Rubiae tinctorum. ^ar&errötfye. Ärapprourjel.

Rubia tinctorum Linm. Rubiaceae.

Eine walzenförmige, dünne, etwas ästige Wurzel, die mehrereWurzeln aus einer und derselben Stengelbasis aussendet, meistenszerbrochen, von einer aussen roth-braunen, innen dunkel-röthlichenRinde, von blasserem Holze, den Speichel roth färbend. DiePflanze wächst im Orient wild und wird bei uns gebaut. DieWurzel ist im Herbst zu sammeln.

I

Von einer Anwendung des Krapps in der Heilkunst habe ich nichts in Er-fahrung gebracht. Als Farbestoff hat er die bekannte Wichtigkeit.Tetrandria Monogynia, Cl. IV, Ord. 1.

Radix Salep. (Salepimiqel.

Unbefannte orientalifche JCrten t>on OrekU Lim., foroie and) OrcU»Morio unb mitscula Linn. Orchideae.

Eiförmig längliche, etwas durchscheinende, harte, schwer.',schmutzig gelbe, einfache, seltener handfüruiige Knollen. Siewerden aus dem Orient zugeführt, sowie auch von den oben ge-nannten einheimischen Orchisarten gewonnen.