Kadix Rhei
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wird aus der an der chinesischen Gränze liegenden sibirischenHandelsstadt Kiachta durch Russland oder aus dem chinesischenReiche selbst über Ostindien zu uns gebracht.
Es sind vorzugsweise zwei Rhabarbersorten, welche unsere Aufmerksamkeitverdienen, die russische und die sogenannte chinesische, die eigentlich beidechinesische sind. Sie sind in ihrer Wirksamkeit ganz gleich und die Pharmacopoeerlaubt auch den Gebrauch beider Sorten. Sie unterscheiden sich nur durcheinige unwesentliche Merkmale.
Die russische, auch moskowitische oder sibirische Rhabarber stellt flache,rundliche, cylindrische, unebene, auch oft eckige, mit einem weiten ungleichenBohrloche versehene Stücke dar, welche aussen mit einem hoch ockergelbenPulver gleichsam bestäubt sind. Sie ist ziemlich dicht und schwer, auf demBruche uneben, beim Stossen einigermassen schwammig; heiin Schnitte erscheinenviele beinahe weisse Stellen, mit rbthlich-weissen, bald entfernten, bald näherstehenden, netzförmig verbundenen Linien und Adern durchzogen. Der Bruchist uneben, sie erscheint auf demselben mit rothlich - braunen und je nach demAlter mehr braunen, wellenartig durchflochtenen Adern. Der Geruch, vorzüglichder frisch gestossenen Wurzel, ist eigenthümlich stark, etwas unangenehm; derGeschmack widerlich bitter, süsslich, schwach zusammenziehend. Zwischen denZähnen gekaut knirscht sie und färbt den Speichel stark hoch-gelb. Sie kommtnur geschält vor und wird in Kisten verpackt. Auch die Verpackung ist eineeigentümliche. Die grossen und besonders die flachen Stücke berühren dieSeitenwände und bilden die oberste Lage. Die walzen- und kegelförmigen Stückefolgen hierauf, und den inneren Theil machen die kleinen und kleinsten Stückeaus. Diese Wurzel kommt wahrscheinlich von Rheum palmatum, compactum undhybridum her.
Die zweite Sorte, welche im Handel in grossen Mengen vorkommt undderen Gebrauch die Pharmacopoe zulässt, ist die chinesische oder ostindischeRhabarber. Die Pflanze, die diese Wurzel liefert, scheint eine spindelförmigeWurzel zu haben. Es sind länglich runde, wenig höckerige, ziemlich dichte undschwere Stücke, aussen mit einem blassgelben Pulver bestäubt, dann und wannmit einem Bohrloche versehen, in welchem sich häufig Theile des Strickes be-finden, an welchem die Wurzel beim Trocknen aulgehängt war. Die nächsteUmgebung des Bohrloches ist gewöhnlich braun und dunkel gefärbt. Auf demBruche ist die Wurzel uneben und rissig; häufig bemerkt man vorzüglich ankleineren Stücken innen kleine Höhlungen. Aul' dem Bruche ist sie ebenfallsniarmorirt; nur finden sieh die röthlich-braunen Striche oder Adern weit häu-figer. Im Gerüche gleicht sie der russischen Rhabarber, der Geschmack ist etwasbitterer, rein rhabarberartig. Beim Kauen knirscht sie und färbt den Speichelgelb. Sie kommt geschält und ungeschält vor. Die Mutterpflanze ist wahr-scheinlich Rheum austräte Don {Rheum Kmodium WallicK).
Was unter dem Namen Radix Rhei non mundata im Handel vorkommt, isteme schlechtere Sorte, worunter sich oft verdorbene Stücke befinden.
Die chinesische Rhabarber, welche zur See durch holländische und englischeSchiffe eingeführt wird, ist dichter und schwerer als die moskowitische. Ucbri-gens steht diese Sorte, wenn nur die Stücke frei von braunen, unreinen undfauligen Stellen sind, der vorigen Sorte in Rücksicht der Wirksamkeit nicht nach.
Die Rhabarber findet eine sehr ausgedehnte Anwendung in der Pharmaeie,und fast jede Form von Arzneien hat einen oder mehrere Repräsentanten untersich. So haben wir ein Extract, einen Syrup, zwei Tineturen, Pillen und dasPulver davon vorräthig.
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