200 Ol. Tanaceti. — Ol. Terebinthinae. — Ol. Terebinth. rectific.
Die allgemeinen Regeln der Destillation finden bei dieser Arbeit Anwen-dung. Die Röhrenküblung ist vorzuziehen. Das' Destillat muss in kleinen,ganz gefüllten und wohl verpichten Gläsern aufbewahrt werden.
Oleum Tanaceti. Otatnfarrnöt.
Essoll aus dem Kraute und den Blumen des Raini'arrnswie Wermuthöl bereitet werden. Es sei gelblich.
Oleum Terebinthinae. Xetpcnü)tni>l.
Pinus sylvestris Linn. Pinus Pinaster Lanib. unt) Abies excelsa Ue.c.
Coniferae.
Ein ätherisches, farbloses, stark riechendes Oel. Es wird durchDestillation aus gemeinem Terpenthin erhalten und es soll jenes,welches aus dem südlichen Frankreich zu uns kommt, vorgezogenwerden.
Dieses wohlfeilste und von der Natur in grösster Menge dargebotene äthe-rische Oel ist wegen seiner grossen Awendbarkeit im Leben ein Gegenstand desGrosshandels. Man bezieht es in hölzernen Gebinden und in Glusballons. Dasfärbloseste ist vorzuziehen. Das rohe Oel hat immer schon eine gewisse Oxy-dation erlitten , welche mit der Zeit immer rascher vor sich geht, bis es sieh inein zähes , zuletzt austrocknendes Harz verwandelt. Das gewohnliche Oel hältdieses liarz in Auflösung und kann nur durch Destillation von demselben voll-ständig und rein getrennt werden. Eine Behandlung mit Weingeist fuhrt nichtzum Ziele, weil das Oel davon etwas in sicli aufnimmt. Man erkennt den Harz-gehalt beim Verdampfen auf einer reinen Glasplatte , besonders aber beim Bren-nen in einer sogenannten Camphinlampe , wobei sich in diesem Falle der Dochtsehr bald verstopft. Aus diesem Grunde kann das Teipenthinül immer erst nacheiner Rectitication in Dochten unter Anwendung hoher Zuggläser gebrannt wer-den. Zu allen anderen technischen Anwendungen ist das rohe Oel ohne Weiteresanwendbar. Im Lebrigen siehe den folgenden Artikel
II
Oleum Terebinthinae rectißcatum,$eettftetrreS Terpentinöl.
Es soll aus dem Terpenthinöl wie das rectificirte Bern-steinöl bereitet werden.
Es sei farblos.
Die Rectificatiou geschieht am besten aus einer breiten und flachen Blasevon Kupier. Man bringt in Jas Destillationsgefäss eine Schicht rohes Terpen-thinöl und eine drei- bis viermal so hohe Schicht Wasser darunter. Nach gutemVerschlusse aller Fugen giebt man gelindes Destillationsfcuer. Sobald die De-stillation eine Zeit lang im Gange ist, kann man das Feuer etwas verstärken, so