Oleum Succini rectificatum.
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die Gewinnung des geschmolzenen Harzes eine Bedingung einer mit Nutzen zubewerkstelligenden Bereitung der Säure unddesOeles. ,
Der Bernstein ist ein Product des Pflanzenlebens einer untergegangenenSchöpfung. Er wird in fast unverminderter Menge aus dem baltischen Meeredurch den Wellenschlag ausgespült und am Ufer aufgelesen. Er enthält in sei-ner Mischung Sauerstoff. Dieses Element bedingt in der Zusammensetzungorganischer Stoffe immer einen hohen Schmelzpunkt und Siedepunkt und grössereUnlöslichkeit in reinen Kohlenwasserstoffverbindungen, wie die ätherischen Oelemeistens sind. In gleichem Maasse ist auch eine grössere mechanische Härtedamit verbunden. So sind roher Bernstein und Copal fester und zäher als diegeschmolzenen Harze. Durch die Anwendung einer höheren Temperatur findetin dem Bernstein, wie in allen organischen Körpern . eine Zersetzung Statt undder Sauerstoff geht gleich zu Anfang mit Wasserstoff entweder als Wasser, odermit kleineren Mengen von Kohlenstoff und Wasser als entschiedene Säure über.So aus dem Holze die Essigsäure, aus dem Bernsteine die Bernsteinsäure. Mitdem Entweichen einer sauerstoffreicheren Verbindung vermindert sich das rela-tive Verhältniss des Sauerstoffs in Reste und er wird schmelzbar. Der reineBernstein ist unzersetzt ganz unschmelzbar; er schmilzt nur nach dem Entwei-chen eines Theiles des Sauerstoffs in irgend einer Verbindung, und es mussdeshalb die Hitze langsam und nicht zu heftig zugeführt werden, wenn nicht diebereits geschmolzenen Theile verbrannt und verkohlt werden sollen, wobei siedurch Entweichen des Wasserstoffs in Verbindung mit Kohlenstoff einen Theildieses letzteren in immer grösserer Unschmelzbarkeit zurücklassen. Die kohlen-wasserstoffigen Producte der trockenen Destillation kommen deshalb nach densauerstoffhaltigen, und weil nicht an allen Stellen der Retorte dieselbe Wärmennd dasselbe Stadium der Zersetzung vorhanden ist , überdecken sich die Gren-zen des Auftretens beider Körper eine Zeitlang, bis die späteren Producte inimmer grösserer Reinheit auftreten. Die flüchtigen Kohlenwasserstoffverbindun-gen kommen zunächst hinter den sauerstoffhaltigen, und die schwerer flüchtigend- h. wassorstoffärmeren, zuletzt. Zu diesen gehört der zähe Theer bei derDestillation des Bernsteins. Beide bestehen aus mehreren ungleich flüchtigen"elen und enthalten harzartige Körper in Auflösung, von denen sie durch Destil-lation mit Wasser getrennt werden können. Diese theoretischen BetrachtungenFüssen als Anhaltepunkte genommen, werden, wenn man die trockene Destilla-tion des Bernsteins mit dem grössten Theil ausführen will.
Arbeitet man in einer gläsernen Retorte, so geht diese verloren und manwürde das Bernsteincolophonium nur durch Zerschlagen der Retorte gewinnenkönnen. Destillirt man bis zur Zerstörung des Bernsteins , so ist die Retorteebenfalls unbrauchbar, weil die kohlige Masse sieh nicht mehr daraus entfernenässt. Da nun auch die Bernsteinsäure von der Pharmacopoe als ein käuflichesPräparat aufgeführt ist, so wird nicht leicht Verlassung sein, zu den grösseren'gens zu construirenden Apparaten aus Gusseisen oder Steingut seine Zufluchtzu nehmen.
Das rohe Bernsteinöl dient nur zur Bereitung des folgenden Präparats.,
Oleum Succini rectificatum. iÄectiffctrteg SSernfletnöi.
Das Bernsteinöl soll mit der dreifachen Menge gemei-ne n Wassers aus einer gläsernen Retorte destillirt werden, soüass der dritte Theil des angewandten Oeles zurückbleibt, oder80 la nge das Oel noch farblos übergeht.
fis sei farblos, mit der Zeit gelb werdend.