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2 (1854)
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198
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Oleum Succini.

besonderen Namen, nämlich Myrosin, beilegte. Du man die Senfölbildung befördernde Substanz wenigstens im concentrirten Zustande dargestellt hat, so istdaraus ersichtlich, dass verschiedene Stoffe zur Bildung dieses Oeles concurriren.Der eiweissartige Stoff, Myrosin, ist im schwarzen und weissen Senfe enthalten,gerade wie das Emulsin in süssen und bitteren Mandeln vorhanden ist, wäh-rend der zweite Bestandtheil nur im schwarzen Senfe, wie das Amygdalin nurin den bitteren Mandeln, sich vorfindet; es giebt demnach der weisse Senf al-lein ebensowenig Senföl, als die süssen Mandeln Amygdalin. Was die Berei-tung des Oeles betrifft, so ist dieselbe nur in etwas grossem Maassstabe vor-theilhaft, weil das Oel etwas löslich in Wasser ist und nur wiederholte Opera-tionen Gelegenheit geben, das erst übergegangene Wasser, nach Anleitung derPharmacopoo, wieder zu benutzen.

Den Senfsamen muss man erst zerstossen oder zwischen Walzen quetschen.Auch kann man ihn, unbeschadet seiner Ausbeute an Senföl, kalt und trockenauspressen, wobei im Grossen nicht unerhebliche Mengen eines geniessbareufetten Oeles von gelber Farbe gewonnen werden. Die noch einmal gestossenenKuchen werden nach Anleitung der Pharmacopoe der Destillation unterworfen.Das mit dem Wasser übergehende Oel ist trübe und gelblich, wird aber durchRectification mit Wasser klar und farblos. 15 Pfund Senfsamen geben etwasmehr als 10 Drachmen Oel. Die Menge desselben beruht jedoch auf der Güteund Frische des Senfsamens, sowie auch darauf, ob nicht zu viel Wasser mitübergeht, weil dieses etwa 2 Procent des Oels in Auflösung halten kann. Dasrohe gelbliche Oel hat ein speeif. Gewicht von 1,0387. Das Oel besitzt einenausserordentlich starken und stechenden Geruch, sein Dampf reizt die Augenund das Oel selbst bringt auf allen nicht zu harten Stellen der Haut sehrschnell Röthung und Blasen hervor, welcher Eigenschaft es seine Anwendungals das wirksamste Ablcitungsmittel verdankt. Es kocht bei 114,4° R. (143° C.)-In Alkohol und Aether ist es sehr löslich und wird aus diesen Losungen durchWasser ausgeschieden. In der Wärme löst es viel Schwefel auf; der beim Erkaltenzum Theil herauskrystallisirt. Es enthält 20,48 Procent Schwefel. Seine übri-gen interessanten chemischen Verhältnisse sind in den Lehrbüchern der reinenChemie nachzulesen.

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Oleum Succini. SSetnjietnöl.

Ein brenzliches, etwas dickes, braunes Oel, von erdharzigemGerüche. In den chemischen Fabriken wird es zugleich mit derBernsteinsäure durch Destillation gewonnen.

Die trockene Destillation des Bernsteins wird vortheilhaft nur im Grossenbetrieben, weil man Apparate ausschliesslich dazu verwenden muss, die zu nichtsanderem gebraucht werden können, und die im Ganzen sehr geringe Verwen-dung der Präparate i n ,i on ( ,j lli!( ,| ncn Officinen nicht die nöthige Ucbiing undErfahrung erlangen läset. Di,. Gegenden Preussens , denen die Natur das Mo-nopol dieses Körper« übergeben hat, eignen sich wohl am besten zu diesemGeschäftszweige, weil dazu auch die kleineren Stücke und Abfälle von dermechanischen Bearbeitung des Bernsteins sehr gut verwendet werden können.Das geröstete Bernsteinharz, auch Bernsteincolophonium genannt, findet einerosse Anwendung in der Firnissberoitung, und es lässt sich diese Manufacturzugleich mit der Bereitung des Oels und der Säure verbinden. Jedenfalls ist