Natro-Kali tartaricum.
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einer Lösung von Seignettesalz viel unlöslicher als in reinem Wasser. Vereinigtman beide Bedingungen, Kälte und Gegenwart von Seignettesalz, so gelingt es,den grössten Theil von weinsaurem Kalke auszuscheiden. Diese Ausscheidungfindet am leichtesten bei einer gewissen Verdünnung der Lösung Statt. Manlügt deshalb zu der obigen Menge von Flüssigkeit der Vorschrift nach 8 bis12 Pfund Regenwasser hinzu, vermengt vollständig durch Umrühren, giesst dieganze Salzlauge in ein hohes steinzeugenes Gel'äss und lässt dasselbe im Kellerfest einige Wochen ruhig stehen. Der weinsaure Kalk krystallisirt, wie sehr vieleschwerlösliche weinsaure Salze, erst in längerer Zeit vollständig heraus. DerBodensatz vermehrt sich lange Zeit hindurch durch die Krystallberührung desgleichartigen Stoffes, während nach dem Abgiessen der Flüssigkeit sich vielleichtkein neuer Absatz mehr bildet. Wenn man also seine Defectur so einrichtenkann, dass man nicht augenblicklieh des neuen Productes benöthigt ist, sodürfte es zweckmässig sein, die neutrale Salzlauge einige Monate hindurch demAbsetzen zu überlassen, sowie ja auch die Weine lange Zeit lagern müssen, umden Weinstein abzusetzen.
Wenn man weinsauren Kalk längere Zeit mit einem TTeberschussc vonkohlensaurem Natron kocht, so wird er zersetzt. Kohlensaurer Kalk fällt niederund weinsaures Natron wird gelöst. Diese Zersetzung findet auch Statt, jedochlangsamer als bei Anwendung reiner Substanzen, wenn man zu der Natronwein-steinlösung einen Ueberschuss von kohlensaurem Natron setzt und nun das«anze längere Zeit einem gelinden Sieden unter öfterem Umrühren unterwirft.Der gebildete Niederschlag löst sieh, durch Filtriren getrennt, unter Aufbrausenm Säuren auf. Er besteht bei lange genug fortgesetztem Kochen aus reinemkohlensaurem Kalke. Bei der gewöhnlichen Bereitung ist die so zersetzte Mengevon Weinsaurem Kalke äusserst gering, oder gar nicht vorhanden. Das gebil-dete weinsaure Natron kann nicht in den Natronweinstein eingehen, weil es im"eberschugse vorhanden ist. Es soll, nach Guibourt, die Ursache der na-deiförmigen Kristallisationen aus den Mutterlaugen sein, und bei Zusatz von°tw.is weinsaurem Kali neue Mengen von Natronweinstein geben. Auch nach'•ein Fällen des Kalkes im kohlensauren Zustande lässt man die Flüssigkeit län-gere Zeit klar absetzen.
Die abgegossene, vollkommen klare, von schwimmenden Körpern durch einColatorium zu befreiende Flüssigkeit wird nun zum Krystallisiren eingedampftund auch die Krystalle längere Zeit wachsen gelassen. Ist die Salzlösung sehrconcentrirt, so erscheinen die Krystalle auch ohne Kalkgehalt trübe, und auseiner verdünnteren.Lösung erhält man innen klare Krystalle, selbst wenn sieaussen mit einer Kinde von weinsaurem Kalke überzogen sind. Es ist demnach,»tu schöne klare Krystalle zu erhalten, eine massige Conccntration zu erzielen"»'1 einige zweckmässige Eindampfungen der Mutterlaugen hintereinander vor-zunehmen. Die zweite Krystallisation ist meistens klarer als die erste. DieMutterlauge nimmt etwas Farbe an und zuletzt entstehen nadeiförmige Krystalle,welche nicht mehr als Seignettesalz gesammelt werden können. Stellt man einesolche ausgearbeitete Mutterlauge, mit Papier bedeckt und signirt, an einentrocknen Ort hin, wo sie fast in Vergessenheit geräth, so entstehen häufig nochbedeutende Krystallmassen von sehr reinem Salze. Auf Krystallisationen sollm an aber niemals warten, denn dabei wird die Zeit lang; und wer ungeduldig"st, wird nie schöne Krystalle erzeugen.
Die oben erwähnten nadeiförmigen Krystalle sollen weinsaures Natron sein,wie Henry und Guibourt angeben, und durch einen Zusatz von Kali tarta-ricum in neue Mengen von Seignettesalz übergehen. Ich habe darüber keineErfahrung, aber auch keinen rechten Glauben daran. Aus einer anfangs alka-lischen Flüssigkeit kann doch zuletzt nach Ausscheidung eines neutralen Salze«