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2 (1854)
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152
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Natro-Kali tartaricum.

kein saures Salz übrig bleiben, und nur das saure weinsaure Natron ist schwerlöslich und nadeiförmig, das neutrale aber ist sehr leicht löslich. Die Zugute-machung der letzten Mutterlauge kann auf zwei verschiedene Weisen geschehen.Entweder fällt man mit roher Salzsäure Weinstein heraus, oder man fällt mitChlorcalcium weinsauron Kalk, den man gelegentlich zur Bereitung von Natrumtartaricum, wo dieses in der Keceptur gebraucht wird, werwendet.

Eine Erleichterung der Arbeit besteht darin, dass man statt gestossenenWeinsteins ganzen anwendet. Es Hegt mir nicht gerade die Quelle dieses Ver-fahrens vor; doch glaube ich mich zu erinnern, dass es von Duflos herrührt.Man löst das kohlensaure Natron in der sechsfachen Menge Brunnenwasser undbringt die Lösung in einen steinernen Topf, der ziemlich hoch davon gefülltwird. Auf den Rand des Topfes setzt man einen weiten durchlöcherten Por-cellantrichter und stellt in diesen ein Colatorium aus dünnem Flanell, wie einHaches Filter gefaltet, hinein. Die Flüssigkeit dringt nun in den Trichter undmuss in dem Colatorium eine Höhe von 2'/ 2 bis 3 Zolle erreichen. Nun wirftman den Weinstein in groben Krystallen , die unveränderten Crystaüi lartari,auf den Trichter in das Colatorium und lässt das Ganze über Nacht an einemmildwarmen Orte stehen. Es findet nun die Zersetzung innerhalb der Wein-steinkrystalle Statt, und die schwerere Salzlösung von gebildetem Seignettosalzsenkt sich in Gestalt dichter Streifen aus der Spitze des Trichters auf den Bo-den des Gefässes. Die leichtere Natronlösung tritt zu den oberen seitlichenLöchern des Trichters hinein, gelangt zu derselben Zersetzung und senkt sichnun ihrerseits wiederum als dichtere Lösung auf den Boden. Durch diese be-ständige Bewegung, welche durch das ungleiche speeifische Gewicht veranlasstund durch Erwärmung bei'ordert wird, geschieht die Bildung des Salzes ohnealles Zuthun in sehr kurzer Zeit. Würde man die Weinsteinkrystallc in dieNatronlösung hineinwerfen, so würden sie bald unten in einer gesättigten Lösungvon Seignettesalz liegen, und die leichteren Schichten der Natronlösung würdenmit den Weinstcinkrystalien in keine fernere Berührung mehr kommen. Manmüsste alsdann durch stundenlanges Umrühren das zu erreichen suchen, wasdurch die Aufhängung des Weinsteins in den obern Schichten von selbst er-langt wird.

Wenn keine Einwirkung mehr stattfindet, so liegen auf dem Colatoriumdichte krystallinische Körner von ungelöstem weinsaurem Kalke. Dieselben sindnach dem Abwaschen vollkommen geschmacklos und lassen sich durch Heraus-heben des Trichters entfernen. Die Lösung wird etwas mit Wasser verdünnt,längere Zeit in den Keller gestellt, dann abgegossen, nöthigcniälls filtrirt undzur Krystallisation eingedampft.

Die passende Anordnung, um eine solche in den oberen Schichten derFlüssigkeit vor sich gehende Lösung zu bewirken, wird man nach den zu Ge-bote stehenden Gelassen und Apparaten verschieden treffen können. Ein Tei-torat von Porcellan, ein hängender Beutel von Leinwand oder Flanell, ein inder Spitze mit Baumwolle etwas verstopfter und ganz untergetauchter Trichterwerden , jedes in seiner Art, den Dienst leisten. Man hat dahin sein Augen-merk zu richten, dass die Flüssigkeit in möglichst gesättigtem Zustande und ander tiefsten Stelle das Suspensorium verlasse und die noch nicht gesättigte Flüs-sigkeit an der höchsten Steile in dasselbe eintrete. Die Natronlösung darf auchnicht sehr Concentrin sein, weil sonst die chemische Einwirkung überhaupt zurasch ein Ende erreicht.

Der Natronweinstein bildet ansehnliche farblose, zuweilen ganz wasserhelle,meistens etwas trübe Krystalle, vier-, sechs- bis sechszehnseitige Säulen darstel-lend. Er hat einen milden Salzgeschmack, keinen Geruch. ,\ n der Luft ver-ändert er sich nicht, oder doen nur in geringem Grade, indem er schwach auf