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2 (1854)
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Natro-KaJi tartariciui).

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freit darzustellen, so kann, unter der Voraussetzung, dag« ein ebenso reines undgleich wirksames Product erhalten werde, nichts dagegen eingewendet werden.

Die Reinigung des Weinsteins*) von Kalksalzen ist eine Arbeit, die mehrZeit und Mühe kostet, als die Darstellung des Seigncttesalzes selbst. Von10 Unzen gereinigten Weinsteinkrystallen erhält man nur 9 Unzen im kalkfreienZustande wieder. Dabei hat man den Verbrauch von reiner Salzsäure, von vieldestillislem Wasser, das Trocknen des Präparates , das vorherige und nachhe-rige Pulvern des Weinsteins zu dem Verlust von 10 Procent Rohstoff noch hin-zuzufügen. Es ist demnach eine Nützlichkeitsfrage, ob man den Kalk auf demeinen oder dem andern Wege entfernen wolle. Folgen wir dem Rathe derPharmacopoe, so haben wir zwei von einander unabhängige und nach einanderfolgende Arbeiten auszuführen. Nach der älteren, durch genauere Beobachtunggeläuterten Verfahrungsart werden beide Operationen zu einer einzigen vereinigtund gleichzeitig vollendet. Wir haben nun auf das specielle Verfahren bei An-wendung von ungereinigtem Weinstein einzugehen.

Zunächst muss die Sättigung des Natron durch den Weinstein geschehen,Man kann dieselbe in einer kupfernen, verzinnten oder unverzinnten Pfanne,und bei Beobachtung der Vorsicht, dass das Natron immer etwas vorwalte, ineinem guss- oder schmiedeeisernen Kessel vornehmen. Gusseiserne Gel'ässe mithohen , fast senkrechten Wänden sind die wohlfeilsten , dauerhaftesten und amleichtesten in erforderlicher Grösse zu erlangenden. Das Gefäss muss jeden-falls wegen des starken Aufbrausens sehr geräumig sein. Zuerst bringt mandas Wasser darin zum Kochen und wirft den vierten Theil der Soda hinein.Dann giebt man löffelweise den gestossenen Weinstein hinzu. Anfänglich zeigtsich kaum ein Aufbrausen, weil sieh doppelt kohlensaures Natron bildet; sobaldaber das unzersetzte Natron ganz in dieses Salz übergegangen ist, wird dieEnt-wickelung der Kohlensäure desto stürmischer, weil nun 2 Atome Kohlensäurezugleich von 1 Atom Weinstein ausgetrieben werden. Aus diesem Grunde wirdnicht die ganze Menge des Natrons auf einmal in dem Wasser gelöst, sondernin 8 bis 4 Portionen zugegeben, jedesmal wenn die vorhergehende fast vollstän-dig gesättigt ist, und bei neuem Zusatz von Weinstein nur wenig Kohlensäuremehr entwickelt wird. Arbeitet man in einem zinnernen Kessel, so werden ab-wechselnd einzelne Löffel beider Salze eingegeben, weil ein zufälliger Ueber-schuss von Weinstein hier nichts zu bedeuten hat. Durch lebhaftes Kochenwird die Entwickelung der Kohlensäure befördert und man unterbricht die Ope-ration , wenn die Lauge noch schwach, aber doch deutlich, alkalisch reagirt.Dieses tritt gewöhnlich ein, wenn auf 3 Tille, krystallisirtcs kohlensaures Na-tron 4 Thle. Weinstein verbraucht sind. Von calcinirter Soda des Handels habeich auf g Thle. Weinstein nur 8 Thle. verbraucht, um schwache alkalische Reae-tion zu erziel,.,,.

Bei dieser Sättigung scheidet sich weinsaurer Kalk in grosser Menge alsein grobkörniges Pulver aus, allein es bleibt noch eine genügende Menge davongelöst, um, wein, man sogleich zur Eindamplüng und Krystallisation schreitenwollte, ganz trübe und mit weinsaurem Kalke überwachsene Krystalle zu er-zeugen.

Der wemsaure Kalk, welcher sich in jedem raffinirten Weinstein vorfindet,ist in kaltem, destillirte m Wasser sehr wenig löslich und fördert nach meinenVersuchen über G000 Thoile Wasser von 12° R. (15° C.) zur Losung; von sie-dend heissem Wasser bedarf er nur 352 Thcile zur Lösung; er ist also in heis-sem Wasser ungleich löslicher als in kaltem. Der weinsaure Kalk ist aber in

*) S. meine Abhandlung darüber im Archiv der Pharmacie, Bd 93, S. 161.