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2 (1854)
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Moschus.

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ganz andern Thiere her als der echte. Er erscheint in grosseren, mehr längli-chen , an dem einen Ende zugespitzten Beuteln, die mit längeren weissen, lastsilberfarbigen Haaren besetzt sind. Der darin enthaltene Moschus riecht vielschwächer, widrig, dem Pl'erdeschweisse ähnlich, und ist ohne merkliche Aus-dünstung von Ammoniak; seine Farbe ist heller, mehr gelbbraun, seine Consi-stenz feinkörniger, last pulverig. Er darf niemals in den arzneilichen Gebrauchgenommen werden , und es ist kaum zu begreifen, warum er noch immer imHandel vorkommt.

Der Moschus kommt von einem zu der Familie der rehartigen [Capreoli)gehörigen Thiere, welches den Namen Moschusthier führt und ausschliesslich inAsien zu Hause ist. Es erreicht die Grösse eines halbjährigen Rehes. NachPallas misst ein ausgewachsenes Männchen von der Schnauzspitze bis zumSchwänze 2 Fuss 11 Zoll 4'Linien, also nahe 3 Fuss; die Länge des Vorder,theils vom Rücken zur Ferse beträgt 1 Fuss 10 Zoll; die Höhe des Hintertheilsvom Kreuze bis zur Ferse 2 Fuss 2 Zoll G Linien. Die erwachsenen Männchenwiegen 19 bis 20 Pfund; die Weibchen sind kleiner. Der Kopf ist rehähnlich,die Zähne wie beim Hirsch. Bei dem Männchen befindet sich im Oberkieferauf jeder Seite ein elfenbeinartiger Eckzahn, welcher bei den erwachsenen 2 bis3 Zoll und darüber misst. Die Farbe des Felles ist im Allgemeinen bräunlich-schwarz , Kopf und Nacken graublau. Der Moschus findet sich nur bei demMännchen, und zwar in der Mittellinie des Bauches, zwischen dem Nabel undder Ruthe, etwa 5 Zoll von ersterem und kaum 1% Zoll von letzterer entfernt.Der Moschusbeutel ist ein eirunder Sack, der, wenn das Thier steht, seineebene Seite den Bauchmuskeln, seine convexe behaarte Seite der Erde zuwendet.

Analysen des Moschus haben uns nicht viel gelehrt. Die Resultate einersolchen Kxtraetionsanalyse sind verschieden, je nachdem man die Lösungsmittelund ihre Reihenfolge anders wählt. Die Stoffe sind sämmtlich ihrer Natur nachganz unbekannt und ihrer Beschreibung nach unbestimmt. Das Eigenthümlichedieser Analysen besteht darin, dass alle einzelnen Stoffe als cigenthümlieh auf-geführt werden. So fanden Herjer und Reimann imMoschus 1) eine eigen-thümliche, flüchtige, stark riechende, organische Substanz, nicht isolirt darstell-bar; 2) etwas Ammoniak; 3) eine eigenthümliche organische Säure; 4) Talg milOel (V); 5) Gallenfett mit noch etwas Talg und Harz; 0) ein eigenthümlichesbitteres Harz; 7) osmazomartige Substanz mit Salzen; 8) eine eigenthümlichemoderartige Substanz mit Ammoniak und mehreren Salzen; 9) Sand; 10) Wasser.Ausser Ammoniak, Sand und Wasser sind alle diese Eigentümlichkeiten na-menlos, und der Nutzen einer solchen Analyse ist kaum für die Wissenschaft sogross, als das Opfer der dazu verbrauchten Substanz.

Der Moschus wird meistens in Pulverform oder in Emulsion verordnet. Zudiesem Zwecke wird der abgeriebene grobkörnige Moschus, wie er im Standge-lässe vorhanden ist, mit etwas Zucker oder Milchzucker im Moschusmörser untersehr starkem Drucke zerrieben und dann die übrigen Substanzen zugesetzl. Dasgleiche Geschäft bei der Emulsion. Diese Arzneiform ist unstreitig die zweck-mässigste. Sie giobt den Moschus ungleich feiner zerrieben, als dies bei trock-nen Pulvern möglich ist, und schon aufgeschlossen. Die Emulsion bewirkt, dasssich der Moschus nicht mehr zu Boden setzen kann. Eine Aufschlämmung mitblossem Gummischleim und etwas Wasser oder Syrup entspricht eben so gutdiesem Zwecke. Die unzweckmässigste Form ist die Tinctur oder der geistigeAuszug, worin die Moschussubstanz nur sehr wenig löslich ist. Will man Mo-schus zum Zwecke des Wohl ger uchs verwenden, so muss man ihn mit Wasseroder Rosenwasser maceriren.

Da der Geruch des Moschus sehr durchdringend, haftend und nachhaltigund vielen Personen als solcher unangenehm ist, vielen auch durch Ideen-