Morphium.
139
gory. Diese beginnt mit Jen kalten Auszügen des Opiums, lägst ohne Mar-morzusatz zur Extracteonsistenz verdampfen , und fügt nun auf 1 Kilogrammoder 2 Pfund Opium vier Unzen Chlorcalcium hinzu. Die Pharmacopoe hat mitRecht diesen Zusatz vermindert. Das Chlorcalcium muss vollkommen eigenfreisein, weil sonst ein rothes Morphiumsalz erhalten wird. Beim Eindamplen dieserFlüssigkeit entsteht von Neuem ein Absatz von mekonsaurem Kalke, von demabfiltrirt wird, und nun wird zur Syrupseonsistcnz eingedampft, wornaeh die ganzeMasse zu einem krystallinischen Brei nach einigen Tagen gesteht Die ausge-prosste, fast schwarze Mutterlauge enthält noch sauren mekonsauren Kalk, etwasMorphium, ferner noch Narcein , Tliebain, Mekonin und Narcotin. Von prakti-scher Seite lohnt es nicht, diese Substanzen ferner zu Gute zu machen. Dasstark ausgepresste Salz wird in lauwarmem Wasser gelös;, filtrirt und unter Zu-satz von Chlorcalcium wiederum zur Kristallisation eingedampft. Es krystallisirtnun alles salzsaure Morphium heraus, was dem Einflüsse des wasserbegierigenChlorcalciums zuzuschreiben ist. Dieses Salz wird nun wieder in einem schwachmit Salzsäure angesäuerten Wasser gelöst, wodurch der Farbestoff um so leich-ter in Lösung gehalten wird. Allein die Mutterlauge enthält auch jetzt schonmehr von dem Morphiumsalz. Das ausgepresste Salz ist nun schon so rein, dassseiner pharmaceutisehen Anwendung kein Hinderniss mehr im Wege steht. Alleinum die letzte blendende Weisse zu erreichen, muss die Lösung noch einmal mitIhierkohle behandelt werden. Die nun erhaltenen Krystalle sind ganz weiss.M«B lässt sie in Filtrirpapicr eingeschlagen trocknen, damit die noch darinsteckende Mutterlauge in dem Papiere und nicht in den Krystallen trockne, inwelchem Falle diese wenigstens gelbe Spitzen erhalten würden. Mit der Dar-stellung des weissen salzsauren Morphiums wäre nun alles, was die Heilkunst»ordern könnte, gothan, nämlich ein reines, lösliches Morphiumsalz von cousmn-ter Zusammensetzung und sehr erkennbaren äusseren Merkmalen dargestellt.''ein chemischen Unverstände müssen wir aber nachgeben, das erhaltene reineSalz wieder zerstören, und aus dem krystallinischen Salze ein amorphes zum'V'il unlösliches Pulver herstellen, damit jeder in dem Schlendrian, MorphiumQcettcum zu verschreiben, ruhig verbleiben könne.
Wir halten also fest, die Entfärbung muss mit dem Salzsäuren Morphiumvorgenommen werden, und aus diesem kann das reine Morphium farblos gelalltwerden, um es nun in Essigsaure aufzulösen. Man wird bei der Mannigfaltig-keit der Operationen die Ueberzougung gewonnen haben, dass, wenn man imKleinen arbeitet, sehr bedeutende Verluste entstehen müssen. Es eignet sichdeshalb diese. Methode, wenn sie auch zum fabrik massigen Betriebe ganz ge-eignet ist, doch gar nicht zur Anwendung im pharmaceutisehen Laboratorium.Um diese Uobelstände zu vermeiden, habe ich mir vor längerer Zeit Mühe ge-geben, eine Methode zu finden, welche mit den wenigsten und einfachsten Ope-rationen und mit den geringsten Mengen von Rückständen und Verlusten ein■"eines Morphium und seine Salze darzustellen erlaubte. Ich glaube, dass mirllu ' s m ziemlichem Grade gelungen ist, und berufe mich deshalb auf das Zeug-Q »ss von Wittstein und Gregory, welche die von mir angegebene Methodegeradezu für die beste unter den jetzt bekannten erklären. Ihr Prineip beruht' ml ' der Löslichkeit des Morphiums in überschüssigem Kalke , und seiner Fäll-barkeit aus dieser Lösung durch Salmiak. Die Operation beginnt natürlich mitwner Auflösung aller im Opium enthaltenen loslichen Bestandteile, und hierzu"'"'d geradezu das Kochen empfohlen, da es ganz gleichgültig ist, ob eine gros-V|| 'e Menge Narcotin mit gelost wird oder locht. Sämmtliche Flüssigkeiten wer-den nun eingedampft und in eine kochende Kalkmilch hineingebracht. Es findetdadurch eine vollständige Zersetzung Statt. Das Morphium wird erst gefällt,'Wh ,|en Uebersohuss des Kalkes aber wieder gelöst, das Nareolin wird ge-