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Morphium.
Um Morphium aceticum darzustellen, bedarf man allerdings reines Mor-phium. Da.s Morphium hydrochloratum kann aber direct aus dem Opium darge-stellt werden, und wäre Morphium hydrochloratum das officinelle Salz, so würdeman eine Reindarstellung des Morphiums ganz umgehen können Ueberliauptverdient das Morphium hydrochloratum als of'ficinelles Salz in die Pharmacopoeeingeführt zu werden. Es ist ein leicht krystallisirendes, immer neutrales, voll-kommen lösliches Salz von ganz bestimmter Zusammensetzung und sehr erkenn-baren äusseren Eigenschaften.
Dagegen ist das Morphium aceticum ein unkrystallinisches, nicht vollkom-men neutrales, ohne Säurezusatz nicht vollständig lösliches Pulver, welches Nar-cotin enthalten kann, ohne dass man dies anders, als durch di" Verwandlung insalzsaures Morphium finden und entfernen könnte. Um dem sa.zsauren MorphiumEingang in die deutschen Pharm,icopoeen zu verschaffen , hätte die PreussischePharmacopoe dasselbe aufnehmen sohen. Mit der Zeit würde ein bestimmteszuverlässiges Präparat, dessen Gebrauch durch die Praxis von England und sei-nen Colonion verbürgt ist, auch in Deutschland ein minder zuverlässiges ersetzen.Gehen wir nun auf das Präpar.rt selbst über
Indem ich die Methode der Pharmacopoe einer Kritik unterwerfe, glaubeich nicht im Lichte einer Partei zu erscheinen, da ich selbst über Morphium-bereitung eine Methode angegeben habe. Ich glaube nicht die Berechtigung zueiner vorurtheil.sfreien Kritik dadurch verloren zu haben, dass ich selbst in die-sem Gegenstände gearbeitet habe.
Das Opium wird kalt mehren lale hinter einander mit der dreifachen unddoppelten Menge gemeinen Wassers behandelt, dann im Wasserbade unter Zu-satz von fein gepulvertem Marmor eingedampft. Der Zweck dieses Zusatzesscheint kein anderer zu sein, als alle freie Säure wegzunehmen und dadurch dieNiedei schlagung des Narcotins zu bewirken. Wenn auch dieser Zweck erreichtwird, so scheint derselbe doch die Mühe der Operation nicht ra belohnen, weildieser Körper bei den nachfolgenden Operationen von selbst atisgeschieden undentfernt wird, denn das Narcotin bildet mit Salzsäure kein krystallisirendes Salz,wird also nothwendig in der Mutterlauge verbleiben. Die zur Extractdicke ein-gedampfte Masse wird nach dem Erkalten wieder gelöst, filtrirt, auf 1% Pfundeingedampft und eine Auflösung von Chlorcalcium zugesetzt. Es entsteht da-durch wieder eine Fällung von mekonsaurem und schwelelsaurem Kalke, undsalzsaures Morphium bildet sich und bleibt in Lösung. Es wird wiederum fil-trirt und eine kleine Menge Salzsäure zugesetzt. Diese ist im Uebersehusse vor-handen. Sie hat den Zweck, die Krystallisation zu befördern und die Farbestoffein Lösung zu halten. Es soll nun die Flüssigkeit vierzehn Tage lang der Kry-stallisation an einem kühlen Orte überlassen bleiben, damit sie krystallisire. Beider Auswaschung des mekonsauren Kalkes ist aber nothwendig wieder Wasserzu der Lösung gekommen, und es hätte demnach wieder eine Eindampfung darauffolgen müssen. Ohne diese Verminderung des Wassers wird eine grössereMenge von salzsaurem Morphium in Lösung bleiben. Es folgt nun eine Reihevon Auspressung(. ri wobei jedesmal morphiumhaltige Flüssigkeiten erzeugt wer-den , u er deren fernere Benutzung uns die Vorschrilt nichts Näheres angiebt.Zuletzt so.l das Salzsäure Morphium in Weingeist gelost mit Kohle entfärbt wer-den , und aus der weingeistigen Lösung das Morphium mit Ammoniak gefälltwerden. Hierbei ist nun „icht einzusehen, warum die Entfärbung nicht eben sogut aus einer wässerigen Lösung geschehen könne, während die Fällung mit Am-moniak entschieden weit bessor daraus geschähe, da das Morphium in Weingeistbedeutend löslicher als in Wasser ist. Man kann dieser Methode mit Recht denVorwurf der vielen kleinen auf einander folgenden Operationen machen, wobeijedesmal Verluste stattfinden. Sie ist im Wesentlichen «li« Methode von Gre-