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Morphium.
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fällt und nicht wieder gelöst, sämmtliche Mekonsäure und andere organischeSäuren vereinigen sich mit dem überschüssigen Kalke zu unlöslichen Verbin-dungen, und die meisten Farbestoffe, welche saurer Natur sind, werden eben-falls von dem überschüssigen Kalke gebunden und zu unlöslichen Niederschlägenverdichtet. Die Flüssigkeit wird durch Filtriren bereits in einem sehr entfärbtenZustande und vollkommen klar erhalten. Sie enthält das Morphium in alkali-scher Lösung des Kalkes.
Die Flüssigkeit wird eingedampft und mit, Salmiak versetzt. Es entstehtnun aus der Zersetzung des Kalkes und Salmiaks Chlorcalcium und freies Am-moniak, und letzteres hält das Morphium nicht mehr in Lösung, sondern lüsstes im krystallinischen Zustande fallen. Das reine, ausgewaschene Morphiumwird in Salzsäure gelöst, krystallisirt, ausgepresst, mit Kohle entfärbt und wie-der krystallisirt, und so im reinen Zustande erhalten.
Wittstein führt die Operation in der folgenden Art aus: 20 Theile Smyr-naer Opium werden dreimal hintereinander mit CO Theilen Wasser eine halbeStunde lang oder bis zum Zergehen der Opiumscheiben gekocht, colirt und aus-gepresst. Die vereinigten Auszüge werden auf die Hälfte eingedampft und eineaus 40 Theilen Wasser und 5 Theilen Kalkhydrat bereitete kochende Kalkmilchhinzugesetzt, damit '/, Stunde gekocht, colirt und gepresst. Der Kest wirdnoch zweimal mit 50 Theilen Wasser ausgewaschen, sämmtliche kalkhaltigeFlüssigkeiten auf 40 Theile eingeengt, filtrirt und nun der heissen Flüssigkeit2 Theile Salmiak zugesetzt. Man lässt nun acht Tage an einem kühlen Ortestehen. Die überstehende Lauge verdampfe man noch einmal zur Hälfte undlasse wieder acht Tage stehen.
Beide gesammelte Niederschläge wasche man mit kaltem Wasser ab, ver-dünne sie bis auf 20 Theile mit Wasser und füge nun reine Salzsäure bis zurschwach sauren Reaction hinzu, erhitze zum Kochen, filtrire heiss und verdunsteauf ein kleines Volum. Die erhaltenen Krystalle von salzsaurem Morphium wer-den durch Auspressen und gute Entfärbungskohle vollständig entfärbt.
Die Mutterlauge vom salzsauren Morphium wird zu ferneren Darstellungenaufbewahrt. ♦
Es sind noch sehr viele Methoden zur Darstellung des Morphiums angegebenworden, welche aber minder günstige Resultate geben. Auch sind sie durchnachfolgende Untersuchungen verdrängt worden, und es ist deshalb nicht zweck-mässig, diesen bereits antiquirten Versuchen durch Wiederholung eine grössereDauer geben zu wollen.
Das Morphium wird durch Ammoniak und nicht überschüssige Mengenalkalischer Erden und der Alkalien in der Kälte als ein Pulver gefällt. Diesesschliesst eine grosse Menge Farbestoffe ein, und wenn man dies Morphium inSäuren löst, erhält man stark gefärbte Salzlösungen.
Bei der von mir angegebenen Methode erscheint das Morphium aus einerwässerigen Lösung in deutlich krystallinischen Nadeln, welche oft die Länge einesZolles erreichen. Tn dieser Form schliesst es wenig Farbstoff ein, und es istdadurch viel gewonnen, dass bei der ersten Ausscheidung desselben die grössteMenge von Farbestoff sogleich entfernt ist, und vollständige Entfärbung nurnoch einige sehr einlache Operationen erfordert.
Das Morphium ist löslich in einem Ueberschusse von fixem Alkali, in star-kem Ammoniak ebenfalls etwas, jedoch nicht viel. Aus dieser Lösung setzt essich allmählig ab.
Das reine Morphium krystallisirt aus seiner weingeistigen Lösung in weissen,glänzenden, durchsichtigen, roetangulären Säulen, die entweder gerade oderschief abgestumpft, oder mit zwei Flächen zugeschärft sind. Es ist geruchlos,hat im fein vertheilten Zustande einen bittern Geschmack, ist bei gewöhnlicher