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2 (1854)
Entstehung
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137
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Morph:

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ceuten Morphium, und keiner nach dieser Vorschrift darstellte. Es ist damitderselbe Fall wie mit der Bereitung des Aetzsubliinats, die kein Apotheker selbstvornimmt. Trotz einer grossen Vorliebe zu Arbeiten des Laboratoriums habe»eh noch niemals Veranlassung gefunden, grössere Mengen von Sublimat zumeigenen Gebrauche darzustellen. Die möglichen Unfälle, die bei einein so ge-fährlichen Stoffe die nachhaltigsten Folgen haben können, mögen wohl von die-ser Bereitung abhalten, zumal dabei ein peeuniärer Nutzen nicht erzielt werdenkann, und es wohl Jedem überlassen bleiben muss, ob er einen peeuniären Vor-theil um den Breis einer Gefahr erkaufen wolle.

Bei der Bereitung des Morphiums ist nun eine solche Gefahr nicht vor-handen , allein es tritt die Gefahr eines bedeutenden peeuniären Nachtheils ein,wenn die sehr umständliche und verwickelte Bereilungsmethode nicht den ge-wünschten Erfolg hat. Es muss dabei immer getrennt gehalten werden, ob manaus wissenschaftlicher Neugierde, oder, nach Befriedigung dieses höheren Trie-bes, auch noch zum Nutzen arbeiten wolle. Um eine Methode zu erlernen oderzu studiren, wird wohl Mancher ein Opfer nicht scheuen, allein der Zweck einergewerblichen Kunst kann auf die Dauer kein Opfer, sein.

Es ist gewiss nicht die Absicht, gegen das Selbstlaboriren zu sprechen,allein es wird sich praktisch von selbst eine Grenze herausstellen, wo das Selbst-laboriren aufhört, und diese Grenze ist nach der Geschicklichkeit, Fähigkeitund Neigung der Einzelnen enger und weiter gestellt. Weder die Wissenschaftnoch das Publicum würde dabei gewinnen, wenn jeder Apotheker sein Chinin,Kreosot oder Bleioxyd selbst darstellen wollte. Diese Gegenstände sind durchstillschweigende Uebereinkunft aus dem Kreise der pharmaceutischen Arbeitenentfernt, und es will mir scheinen, als wenn auch die Morphiumsalze ungeachtetder Vorschrift der Pharmacopoe iäetisch daraus ausgeschieden wären. Jeder,Weloher das erstemal Morphiumsalze bereitet, macht dabei Erfahrungen, welchedurch Verlust einer theuren Substanz erkauft werden. Wenige wiederholen dieseArbeiten so oft, dass sie unmittelbar nach einer gemachten Erfahrung auch denNutzen davon ziehen werden, sondern die Sache ist schon wieder alt geworden,ehe sie zur Wiederholung kommt. Dazu kommt, dass bei einem so wenig ab-solut unlöslichen Stoffe, wie das Morphium und seine Salze, Reste der Substanzin Colatorien, Filtern, Mutterlaugen stecken bleiben, die zum Theil ganz verlorengehen, zum Theil bis zur nächsten Bereitung aufgehoben werden müssen. Hierinliegt eine Ursache von Verlust beim kleinen Betriebe, während bei der ununter-brochenen Fabrikation dieselben Presstücher immer wieder gebraucht werden,und die Waschflüssigkeiten neuen Operationen zugeführt werden. Dadurch istes möglich, fast jeden Verlust im Grossen zu vermeiden, dem man sich im Klei-nen nicht entziehen kann.

Zudem bleibt in einem Presssacke verhältnissmässig viel mehr stecken,wenn darin nur einige Unzen, als wenn sechs oder acht Pfunde darin ausgepresstwerden. Endlich giebt die häufige Wiederholung derselben Arbeit einen Scharf-blick in Beurtheilung der Erscheinungen, einen Takt im Ausfinden neuer Me-thoden, die sich Niemand im gleichen Maasse bei kleinerem Betriebe erwerbenkann.

Ich würde auf einer Reise in einer kleinen Landstadt lieber Merck'schesMorphium, als das von einem Unbekannten selbst bereitete einnehmen wollen.y ° wie nun Niemand behindert ist, diejenigen Präparate, welche nach der Phar-Macopoe zu kaufen erlaubt sind, selbst herzustellen , eben so wenig möchte ichdurch eine Vorschritt der Pharmacopoe alle Apotheker genöthigt sehen, diejeni-gen Präparate selbst darzustellen, zu welchen sie keinen Beruf, Geschicklichkeitoder Erfahrung genug besitzen. Und dieser Fall dürfte mit dem Morphium undseinen Präparaten eingetreten sein.Mohr, Commeatar. II. 9*