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Mol depuratuhl.
Honig enthalten, so entsteht bei diesem Zusätze eine tintenartige Färbung.Einige Honigsorten zeigten nach dem kleinsten Zusatz von Tannin eine sichtbareReaction davon im Filtrate. Bei einer Honigsorte erzeugte Tannin einen vio-letten Schaum, der Honig enthielt also Eisen, wahrscheinlich durch Zusammen-kommen mit eisernen Gegenständen. Selbst wenn ein Gehalt von Tannin imFiltrate durch essigsaures Eisenoxyd angezeigt wird, kann man doch nicht diegeringste Spur davon durch den Geschmack wahrnehmen. Erwägt man, dassGerbsäure in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist, dass sie, mit anderen Stoffenvermischt, gar keine bemerkbare Wirkung auf den Organismus äussert, so er-scheint die Klärung des Honigs durch diesen Stoff als vollkommen unverfäng-lich. Mit aller Sorgfalt gereinigten und eingedickten Honig habe ich längereZeit zum Tischgenuss vorgesetzt. Jedermann hielt ihn für den feinsten Jung-fernhonig und Niemand bemerkte es, dass er schon einmal auf dem Feuer ge-wesen oder mit Tannin geklärt worden sei.
5 Unzen Honig, ß Unzen Wasser und 4 Gran Tannin Bltrirten sehr klarund leicht, und enthielten keine Spur von Gerbsäure.
0% Pfund Honig, 6% Pfund Wasser und 4 Scrupel Galläpfelpulver wurdensehr klar, enthielten aber im Filtrat etwas Gerbesäure. Sie filtrirten langsam,weil die Consistenz zu stark war. Bei gleichem Gewicht Wasser und Honig istdie Flüssigkeit noch zu zähe, um rasch zu filtriren. Man muss aber immer da-hin sehen , wenig Wasser anzuwenden, um die Zeit des Eindampl'ens zu verkür-zen. Um beide Klippen mögliehst zu gleicher Zeit zu vermeiden, habe ich dasVerhältnis» von 1 Pfund Honig und 1 % Plünd Wasser am passendsten gefunden.Demnach stellt sich als ein sehr passendes praktisches Verfahren das folgende heraus-2 Pfand gemeiner Landhonig und 8 Pfund Wasser werden in einem stei-nernen Gefässe vermischt, durch Erwärmen die Lösung befördert und nunIbis 1% Scrupel feines Galläpfelpulver hinzugefügt. Das Ganze lasse man einigeZeit im Dampfbade stehen, und nuu noch einen Tag lang absetzen.
Auf die Coagulation folgt ietzt die Abscheidung der klaren Flüssigkeit vondem Absätze. Dies geschieht sehr leicht durch Filtriren. Man stelle einigeFilter aus ganzen Bogen eines leicht durchlassenden Papiers, in faltige Formgebracht, auf einen passenden Glas- oder Porcellantrichter, und diese unmittel-bar auf reine Flaschen. Besonders eignet sich dazu das in meiner pharm. Tech-nik (2. Aufl. S. 535) beschriebene Schnellfilter von Dubian c, dessen ich mich hierzujetzt immer bediene. Die einmal liltrirte Flüssigkeit ist vollkommen klar undlässt nichts zu wünschen übrig. Sie ist in den Flaschen gegen Staub, Fliegenund Bienen geschützt. Das Durchlaufen geht bei guter vorheriger Klärung überalle Erwartung rasch, und die Flüssigkeit läuit längere Zeit im Strahl. Manwechselt die Filter, sobald sie zu langsam durchlassen. Wegen der SchönheitdesFiltrats und der Einfachheit der Vorrichtung empfehle ich die Filtrirmethodezuerst. Gewöhnlich bedient man sich der Spitzbeutel aus Flanell zum t'olircn.Es sind einig« erhebliche Bedenken gegen die Spitzbeutel anzuführen. Zunächstmuss man die Flüssigkeit wegen des Schwankens der Spitzbeutel in weitenSchüsseln, die auf der Erde stehen, auffangen, wodurch leicht Staub und Sehmutzhinein fällt. Sodann dauert es eine geraume Zeit, ehe die Flüssigkeit klar läuft;man muss mehrmal zurückgiessen, mehrere Schüsseln benetzen, und hat über-haupt viel Pantscherei damit.
Hat sich auch der untere Theil des Spitzbeutels gedichtet, so läuft bei hö-herem Anfüllen des Spitzbrötels durch die Irischen, vorher nicht benetztenStellen noch einmal trübe Flüssigkeit durch, und verunreinigt bereits reine Por-tionen. Noch unangenehmer sind flach«) auf viereckige Tenakel aufgespannte(Jolatorien. Der Druck der Flüssigkeit ist wegen ihrer geringen Tiefe sehrschwach, und das Ablaufen geht langsam. Auch wirken die überhangenden