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2 (1854)
Entstehung
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129
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Mel depuratum. 129

Kochen ganz in Schaum verwandelt werden. Es ist ein viel verbreitetes Vorur-theil, dass der Honig noch nicht rein sei, so lange er noch Schaum beim Kochen

Fig. 8«.

Sc liaumlöl'fel mit DrahtRieb.absetze. Dies widerlegt sich aus der einlachen Thatsache, dass einmal zur Sied-hitze erhitzter König, welcher filtrirt wurde, beim nachherigen Eindampfen nichtmehr trüb wird. Durch Kochen giebt er immer wieder Schaum, ohne unrein zusein, allein dieser Schaum zerfliesst wieder vollständig zu klarem Honig. DasSchaumkochen ist demnach nicht unbedingt zu empfehlen, weil es bei vielen Ho-nigsorten nichts nützt, weil es keine bestimmte Grenze hat, und weil überhauptdurch längeres Kochen die Farbe des Syrups zunimmt, und seine Süsse abnimmt.Man hat deshalb immer sein Augenmerk dahin zu richten, alle Umstände zuvermeiden, welche eine starke und lange dauernde Erhitzung des Honigs noth-wendig machen.

Eine sehr häufig angewendete Klärungsmethode des Honigs besteht darin,denselben kalt mit Eiweiss zu vermischen und dann zum Kochen zu erhitzen.Indem das Eiweiss coagulirt, schliesst es die schleimigen Theile ein, und ver-dichtet sie zu solchen Massen , welche dem Coliren nicht ferner hinderlich sind.Die Klärung mit Eiweiss ist sehr wirksam, und würde unbedenklich zu empfehlensein, wenn es nicht andere noch wirksamere und leichter anzuwendende Klärungs-methoden gäbe.

Zu diesen gehört die Behandlung mit Tannin oder tanninhaltigen Körpern,also einfach mit feinem Pulver von Galläpfeln. Wenn man Honig mit 1 bisJ'/a Theile Wasser zum Kochen erhitzt und nun sehr kleine Quantitäten vonTannin zusetzt, so sieht man, wie augenblicklich sich dicke- flockige Massen bil-den, welche mit dem Schaum zusammengehen und die darunter befindliche Flüs-sigkeit immer klarer wird. Diese lässf sich zuweilen ganz und gar abgiessen,und alsdann mit der grössten Leichtigkeit iiltrhvn. Erhitzl man die Honiglösungmit dem Tannin in einem Kolben im Dampfbade ohne Kochen zu veranlassen,so sieht man die Substanz deutlich gerinnen, und sie setzt sich nun in der Ruheganz vollständig in der klaren Flüssigkeit ab. Es isf aber nothwendig, einmalim Dampfbade stark erwärmt zu haben , weil kalt gelöster und filtrirter Honigzuweilen noch einmal trüb wird. Andere Hoaigarten aber bleiben auch klar.

Ein klar filtrirter, aber kalt behandelter Honig, welcher durch Erhitzen trübw »rde , filtrirte ungemein schlecht. Mit Tannin gab er starke Flocken und fli-rrte nun sehr leicht. Klar filtrirter, kalt gebliebener Honig ga b ebenfalls mit'Finnin ohne Erhitzen einen Niederschlag; er setzte sich aber nicht so leicht ab.Wp nn die Coagulation einmal stattgefunden hat, so filtrirt der Honig sehr leichtdurch Papier und dichtes Baumwollenzeug.

Um die zur Klärung des Honigs nothige kleinste Menge Tannin oder Gall-üpfelpuiver zu bestimmen , habe ich viele Versuche angestellt, dabei aber keineall gemein gültige Zahlen ermitteln können. Dies ist von der verschiedenen Mengeder durch Tannin coagulirbaren Subslanz abhängig, ich w ;n hier nun meineErfahrungen mittheilen.

Das Tannin wird von der gefällten Substanz selbst mit niedergerissen.Wenn man nicht zu viel Tannin zugesetzt hat, so lässt es sich im Filtrate durchZusatz von essigsaurem Eisenosyd nicht entdecken. Ist Tannin im filtrirtenM <>hr, Commentar. II. 9