128
Mel depuratum.
lasse alles in einem zinnernen Gefässe bis zu 100° C. (80° R.),unter Vermeidung des Aufwallens, ungefähr eine Stunde lang warmwerden, wornach es an einem kalten Orte über Nacht in einemirdenen Gefässe hingesetzt werde. Dann füge hinzu
gröblich gepulverte Holzkohle zwei Unzen,und die durch einen Spitzbeute] filtrirte Flüssigkeit soll im Dampf-bade bei 75° bis 85° C. (60 bis 68° ß.) zur Syrupsdicke verdam-pfen und colirt werden. Bewahre an einem kühlen Orte auf.
Es sei klar und bleibe auch mit Wasser gemischt klar, gelbbräunlich,und weder von brenzlichem oder saurem Geruch und Geschmack.
I
Die Reinigung des Honigs hat den Pharmaceuten viele Mühe und Versuchegekostet, und manche sind darüber noch nicht im Klaren , welcher Methode sieden Vorzug geben sollen. Diese Unsicherheit rührt daher, dass der Honig sehrungleich in seiner Beschaffenheit ist, dass also eine Methode, welche bei dieserSorte die besten Resultate lieferte, bei jener ganz wirkungslos bleibt. Es ist des-halb auch gefährlich, gewonnene Resultate zu verallgemeinern. Ehe ich dieseErfahrung zur klaren Einsicht gebracht hatte, erinnere ich mich dieselbe Methodemehrmal angenommen und wieder verworfen zu haben. Bei der gleichzeitigenBehandlung solcher Honige, die aus verschiedenen Orten und Jahren abstamm-ten, stellte sich dies klar heraus.
Die grösste, und man kann sagen einzige Schwierigkeit besteht im Klärendes Honigs. Ist dies einmal geschehen, so bietet das Eindampfen keine fernereSchwierigkeit dar. Der Honig enthält eine ihn trüb machende, schmierige Sub-stanz, welche die Colatorien und Filter verstopft, und alsdann das fernere Durch-rinnen sehr verlangsamt. Selbst ein Honig, der beim Autlösen nicht viel davonzu enthalten scheint, hinterlässt beim Filtriren bedeutende Schichten dieses Kör-pers. Dies rührt davon her, dass die sehr concentrirte Tloniglösung beinahedieselbe Strahlenbrechung wie die feste Substanz besitzt, wodurch beide fastdurchsichtig erscheinen. Diese Substanz setzt sich gar nicht zu Boden, sondernbleibt immer schwimmend. Giesst man eine solche frisch gemachte IToniglösungauf einen Spitzbeutel oder Colatorium, so stürzt die Lösung in dicken Strahlen,aber trüb durch das feinste Gewebe; giesst man nun wieder auf, so verlangsamtsich das Durchrinnen, es geht in einen di innen Strald über, und sehr bald'in's Trö-pfeln , und erst wenn die Tropfen langsam fallen, kommt die Flüssigkeit klar.Allein jetzt geht das Durchrinnen so unendlich langsam , dass man einer solchenArbeit überdrüssig wird. Sie steht wochenlang im Wege, wird vom Staube undhinein fliegenden Bienen verunreinigt, und der letzte Theil rinnt gar nicht mehrdurch. Es kommt demnach bei der Reinigung des Honigs alles darauf an, diesenStoff zu entfernen, oder ihn in eine solche Consistenz zu bringen, dass er sichvon der Flüssigkeit scheidet, oder dem Durchrinnen kein Ilinderniss mehr dar-bietet. Zu diesem Endzwecke hat man früher dar Klarkochen und Abschäumenangewendet.
Beim Kochen des Honigs scheiden sich diese Unreinigkeiten zum Theil aufder Oberfläche als Schaum aus, un ,i können mit einem durchlöcherten Löffel ab-gehoben werden. Dazu benutzt man am besten einen mit feinem Drahtnetz be-spannten flachen Schaumlöffel, Fig. 20, dessen Anfertigung in meiner pharm.Technik (2. Aufl., S. 259) genauer beschrieben ist. Allein nicht aller Honiglässt sich auf diese Art klar kochen, und jeder Honig kann durch anhaltendes