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Hydriert-cyklisehe Ketone: Allgemeines
auf die fraktionierte Destillation angewiesen, da ein ätherisches Öl niemalsnur aus einem Keton besteht. So wurde zuerst das Carvon von Völckeldurch fraktionierte Destillation gewonnen und damit auf einen besonderensauerstoffhaltigen Bestandteil im Kümmelöl hingewiesen. Erst nachdemman gelernt hatte, Ketone mit Hilfe bestimmter kristallisierter Verbindungenabzuscheiden, war man auch imstande, das Vorkommen hydriert-cyklisckerKetone als Bestandteile ätherischer Öle zu beweisen; z. B. das Carvonkonnte man als Schwefelwasserstoffverbindung abscheiden; jedoch war esimmerhin nur ein seltener Fall, wenn es gelang, ein derartiges Keton weine feste Verbindung überzuführen. Aldehyde ließen sich nach Bektagnin*durch die kristallisierten Bisulfitverbindungen abscheiden, so daß manMitte der fünfziger Jahre die in den ätherischen Ölen vorkommendenAldehyde, wie Benz- und Cuminaldehyd, gut abscheiden konnte. Auch fürMethylketone erwiesen sich die Bisulfite als gute Beagentien und Ab-trennungsmittel, so daß das Methylnonylketon des Rautenöls auf dieseWeise isoliert werden konnte. Daß auch cyklische Ketone mit Bisulfitenreagieren, fand zwar Bkutlants (B. 11, 449) bereits für das Tanaceton,er sprach jedoch dieses Keton als Aldehyd an, so daß die Verbindungs-fähigkeit gewisser cyklischer Ketone mit Bisulfiten erst in den neunzigerJahren zur Isolierung ausgenutzt wurde. Aber erst mit der Entdeckungdes Hydroxylamins bzw. mit der Erkenntnis, daß alle Ketone mit diesemBeagens in Wechselwirkung treten, bricht auch für die Geschichte derKetone in den ätherischen Ölen eine neue Zeit in bezug auf ihre Abtrennungan, insofern als man einige von ihnen durch die Ketoxime hindurch iso-lieren lernte; so wurde auch das Iron als riechendes Brinzip aus demVeilchenwurzelöl durch das Oxim isoliert. Aber man erkannte bald, daßaus gewissen Ketoximen die Ketone nicht zu regenerieren waren. DiesemÜbelstande wurde abgeholfen, als man in den neunziger Jahren fand, daßdas Semicarbazid im allgemeinen noch unlöslichere Verbindungen mit denKetonen liefert als die Bisulfite usw., und daß aus diesen SemicarbazoneQdie Ketone in den allermeisten Fällen zu regenerieren sind.
Aus diesen Mitteilungen ergibt sich, daß viele Ketone als Bestand-teile ätherischer Öle erst in den letzten beiden Berioden, also seit demJahre 1872, aufgefunden, bzw. als Ketone erkannt worden sind. Hand mHand mit dem Auffinden bzw. mit der Darstellung der Ketone geht auchdie Feststellung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften.
Das Studium der Ketone bzw. die Erkenntnis der chemischen Kon-stitution der Körperklasse der Ketone, namentlich als Oxydationsprodukteder sekundären Alkohole, datiert aus den fünfziger bis sechziger Jahrendes vergangenen Jahrhunderts. Besonders Kolbe, Fkankland, Butlekctwusw. stellten die Beziehung zwischen den Aldehyden und Ketonen einer-seits und den primären und sekundären Alkoholen anderseits fest-Wenn nun auch Ende der sechziger Jahre zweifellos die Konstitutionaliphatischer Ketone erschlossen war, so kannte man doch noch nichtcyklische Ketone. Die Erkenntnis, daß derartige Verbindungen überhauptexistieren, dürfte sich am Ende der sechziger bzw. am Anfang der sieb-
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