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3 (1906) Sauerstoffhaltige Verbindungen der hydriert-cyclischen Reihe
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Hydriert-cyklische Ketone: Allgemeines

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ziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts durchgerungen haben. Besonderskonnte man natürlich die Eigenschaften einer derartigen Verbindung amKampfer studieren, den man zuerst mit Gekhaedt und Beethelot füreinen Aldehyd hielt; aber bereits Anfang der sechziger Jahre kamenZweifel an der Aldehydnatur des Kampfers auf und z. B. Weyl (B. 1, 95)spricht ihn als Keton an, so daß man wohl in dieser Zeit schon mitder Existenz cyklischer Ketone rechnete, nachdem Mitte der sechzigerJahre KekulE seine Benzoltheorie aufgestellt hatte, also die Existenzcyklischer Verbindungen annahm. Zu Beginn der siebziger Jahre sprichtalsdann Kachlee (A. 164, 92) vom Kampfer als von einem cyklischenKeton, und KekulE im Jahre 1873 (B. 6, 933) ev. vom cyklischen Carvon

Die Konstitutionsaufklärung und der strikte Beweis, daß derartigecyklische Ketone existieren, gelang aber erst, als der Kampfer als bicyklischeVerbindung 1883 erkannt wurde; da er oxydiert die zweibasische Kampfer-säure liefert, so kann seine Ketogruppe nur in einem Kinge stehen. Jedocherst Anfang der neunziger Jahre gelang es, das erste cyklische Keton,überhaupt kann man sagen die erste hydriert-cyklische Verbindung auf-zuklären, als Semmlee (B. 25, 3515) im Jahre 1892 die Konstitution desPulegons und damit auch diejenige des Menthons, Menthols usw. bewies.

In der letzten Periode konnte auch konstatiert werden, daß diehydriert-cyklischen Ketone sich vom p-Menthan ableiten oder doch solcheVerbindungen sind, die sich in Derivate dieses Kohlenwasserstoffs über-führen lassen. Nur ein einziges Molekül mit seinen Derivaten macht, wieWir sehen werden, hiervon scheinbar eine Ausnahme, das ist das Fenchon,Welches zur m-Cymolreihe gehört, aber auch zur p-Cymolreihe, indem esdurch Wasserabspaltung einerseits in m-Cymol übergeht, anderseits durchdie Fenchylhalogenide hindurch z. B. in das Limonendibromhydrat, alsoju einen p-Cymolabkömmling übergeführt werden kann. Dieses Fenchonls t hinwiederum aus bicyklischen Verbindungen zu erhalten, welche zurP-Cymolreihe in naher Beziehung stehen, wie z. B. vom Pinen aus.

Alle diese Versuche gehören ebenfalls zeitlich der letzten Periodea u, so daß auch die Chemie der hydriert-cyklischen Ketone im wesent-lichen erst in den letzten Perioden gefördert worden ist.

Die Anwendung der Ketone ist zum Teil eine sehr ausgedehnte;es sei daran erinnert, daß der Kampfer in der Technik zu tausenden vonZentnern gebraucht wird; aber auch medizinisch sind diese Ketone zumTeil von hervorragender Bedeutung, wie ebenfalls das Beispiel des KampfersZe igt; zwecks Hervorbringung gewisser Arten von Aroma und Geschmack* 8 t ihre Anwendung ebenfalls eine ganz ausgedehnte; so wird in derLikörfabrikation z. B. das Carvon in sehr großen Mengen verbraucht. Abera uch in der Parfümerie verwendet man Glieder dieser Eeihe, die zu denWichtigsten und den am schönsten riechenden Verbindungen gehören: das""on und das synthetisch aufgebaute Jonon dienen zur Hervorbringung der"eilchengerüche und zur Nachahmung anderer natürlicher Wohlgerüchev °u Pflanzenteilen.

Zur Einteilung der hydriert-cyklischen Ketone ist zu bemerken,