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Guajol: Identifizierung, Konstitution
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Die Wasserabspaltung aus dem Guajol geht nicht so leicht vorsich wie bei den bisher besprochenen Sesquiterpenalkoholen. Wallach(a. a. 0., S. 396) gibt an, daß, während verd. Schwefelsäure dem Patschuli-alkohol beim Kochen sofort Wasser entzieht, das Guajol hierdurch nichtverändert wird. Mischt man dagegen Guajol mit überschüssigem Phosphor-pentoxyd und erwärmt, so tritt beim Schmelzpunkt eine tiefrote Färbungein, indem ein Kohlenwasserstoff entsteht, der größte Teil des Alkoholsaber verharzt. Zur Darstellung dieses Kohlenwasserstoffs wurden alsdann10 g Guajol mit überschüssigem Chlorzink etwa eine Stunde lang imParaffinbade auf 180° erhitzt usw., bei 13 mm ging ein anfangs schwachgefärbtes, alsdann dunkelblaues Ol vom Sdp. 124—132° über. Die Haupt-menge, Sdp. 124—128°, zeigte die Zusammensetzung 0 15 H 24 und d 20 = 0,910,%> = 1,50114. Gadamee und Amenomija stellten das Guajen aus demGuajol durch Einwirkung von KHS0 4 dar: Sdp. 9 = 123—124°, cU u =0,9085, 0]^ = --40,35°, w Ao = 1,50049. — Auffallend an dem Guajenist die intensiv blaue Farbe, welche die größte Ähnlichkeit mit derjenigender ähnlich siedenden Anteile des Kamillenöls hat; es scheint so, als obdie blaue Farbe von einer geringen Beimengung herrührt, die entwedersauerstoffhaltiger Natur, oder ein Kohlenwasserstoff sein kann. Viel-leicht besitzt das Molekül auch doppelte Größe, so daß beim DestillierenZerfall eintritt und alsbald wieder beim Übergang in den flüssigen Zustandzwei Moleküle zusammentreten (vgl. auch Guajen unter den Sesquiterpenen).Zur Aufklärung der Konstitution dieser blauen Verbindungen muß die-jenige der Sesquiterpenalkohole und Sesquiterpene, welche blaue Körperhefern, verglichen werden, um Ähnlichkeiten in der Konstitution fest-zustellen, die ihrerseits auf die Zusammensetzung dieser blauen AnteileSchlüsse ziehen lassen.
Der Oxydation ist Guajol bisher nicht unterworfen worden.
Das Guajylacetat C 15 H 25 • OCO • CH 3 gewannen Sch. u. Co. (Sch.1 § 92, I, 42) als Flüssigkeit, als sie Guajol mit Essigsäureanhydrid kochten;°dp. 10 = 155°, es liefert beim Verseifen Guajol.
Zur Identifizierung des Guajols eignen sich sein Smp. 91° und seineFähigkeit, den polarisierten Lichtstrahl nach links abzulenken. Der^aryophyllenalkohol schmilzt bei 94—95°, ist aber optisch inaktiv und"slier als Bestandteil ätherischer Öle nicht festgestellt worden, außerdemZei gt er die für das Guajol charakteristischen Farbenreaktionen beimW a sserabspalten nicht. Vom Atraktylol, Smp. 59 °, welches ebenfalls beimAbspalten von Wasser blaue Verbindungen liefert, unterscheidet sich dasguajol durch seinen höheren Schmelzpunkt und durch seine Fähigkeitdichter Ester zu bilden.
In seiner Konstitution dürfte sich das Guajol von den bisher be-sprochenen Sesquiterpenalkoholen, namentlich dem Cedrol, dem Patschuli-pkohol, dem Ledumkampfer usw. unterscheiden; das chemische Verhaltenei der Wasserabspaltung spricht mehr für die sekundäre Natur desu ajols. Größere Ähnlichkeit zeigt das Guajol in gewisser Beziehung mitera Atraktylol, indem es besonders bei der Wasserabspaltung ein bicyklisck,