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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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Resina elastica. Gutta Percha.

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gleichen ein im Handel vorkommendes Gemenge von P. Djambi und gewöhnlicher Watte,Penghawar-Watte (von Michelson), als blutstillendes Verbandmittel (pag. 466).

370. Resina elastica depurata, Gummi elastieum depuratum, Ge-reinigtes Federharz. Ph. A.

Federharz, Kautschuk, Gummi elastieum, Kesina elastica,ist der getrocknete Milchsaft von zahlreichen bäum- und strauchartigentropischen Gewächsen aus der Familie der Euphorbiaceen (Hevea sp.),der Artocarpaceen (Ficus-, Castilloa sp.) und der Apocynaceen (Han-cornia-, Urceola-, Vahea sp. etc.).

Das bei weitem meiste Federharz wird in Brasilien von Hevea-(Siphonia-) Arten gewonnen, insbesondere von Hevea Brasiliensis.Müller Arg. und H. Guyanensis Aubl. (Siphonia elastica Pers.).Zu pharmaceutischen Zwecken, als Bestandteil der Grundmasse fürCollemplastra (pag.57) ist nur das gereinigte, im Handel in Gestaltvon etwa 0,5 Mm. dicken, durchscheinenden, fettglänzenden Tafeln(R. elast. in lamellis) vorkommende Federharz zu verwenden. Die Massederselben ist gleichmässig rothbraun, bei gewöhnlicher Temperatur zähe,dehnbar und elastisch, unlöslich in Wasser, in Weingeist, in verdünntenSäuren und in kaustischen Alkalien.

Mit Aether, Benzol, Chloroform, besonders aber mit Sassafrasöl und mit Harzöl(pag. 335) gibt sie eine klare, hell- oder dunkelbraune Flüssigkeit. Die sonstigen Eigen-schaften des Kautschuks, dieses allseitig unentbehrlich gewordenen Natnrproducts, könnenals bekannt voi'ausgesetzt werden.

371. Gutta Percha, Guttapercha. Der eingetrocknete Milchsaftvon Isonandra Gutta Hook, und einigen anderen der Gattung Di-chopsis, Ceratophorus und Payena angehörenden Bäumen aus derFamilie der Sapotaceen auf den Inseln des ostindischen Archipels undin Minterindien.

Aus dem in rundlichen Broten oder iii Blöcken im Handel vorkommenden Eohproducteerhalt man durch Kneten desselben in heissem Wasser (zur Entfernung beigemengterBinden-, Holz-, Blattfragmentc etc.) und Auswalzen die gereinigte Guttaperchain ca. 6 Mm. dicken, chocoladebraunen, etwas fettglänzenden Tafeln. Sie ist bei gewöhn-licher Temperatur lederartig, zähe, wenig elastisch, biegsam; bei 45—60% lägst sie sichleicht in Fäden, Bohren, Blatten etc. ausziehen, bei 100° wird sie so weich, dass mansie leicht in beliebige Formen pressen kann.

Die Guttapercha ist bekanntlich ein schlechter Leiter der Elektricität und wirddurch Beiben stark negativ elektrisch. In Wasser ist sie unlöslich, in absolutem Alkoholund in Aether selbst in der Wärme nur theilweise, in Petroläther, Benzol und Terpentinölvollständig löslich; Chloroform und Schwefelkohlenstoff lösen sie auch schon bei ge-wöhnlicher Temperatur. Im vulcanisirten Zustande wird sie fester und elastischer, verliertdie Eigenschaft, in der Wärme zu erweichen, wird weniger schmelzbar und widerstehtden obigen Lösungsmitteln.

Durch Ausfällen einer Guttaperchalösung in Chloroform mit Alkohol erhält mandie reine Guttapercha, Guttapercha alba, als eine blendend weisse, fädige,weiche, dehnbare Masse. Im Handel findet man sie gewöhnlich in einige Millimeter dickenStängelchen. An der Luft wird sie nach einiger Zeit allmählich brüchig, mürbe, harz-artig, in Alkohol und in wässerigen Alkalien löslich.

Nach Payen besteht die reine Substanz wesentlich aus (75—82%) reiner Gutta(einem Kohlenwasserstoff), aus (14—16%) Alb an (einem krystallisirbaren harzartigenKörper) und ans (4—6%) Fluavil (einem gelben amorphen Harz).

Die zu sehr dünnen, durchscheinenden, sehr elastischen und nichtklebenden rothbraunen Blättern ausgewalzte Guttapercha stellt das so-genannte Guttaperchapapier, Guttapercha lamellata (Perchalamellata) dar.

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Vogl - B ernatzik , Arzneimittellehre. 3. Aufl.

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