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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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X. Mechanisch wirkende Arzneikörper. Mechanica.

K

Dasselbe findet in der Heilkunde eine sehr ausgedehnte Anwen-dung als Deckmittel für feuchtwarme Umschläge, bei Application raschverdunstender Flüssigkeiten auf die äussere Haut, bei verschiedenen Ver-bänden in der Chirurgie etc.

Sonst wird die gereinigte Guttapercha zur Anfertigung von Schienen, Kapseln,und anderen Gontentivhehelfen, zur Fabrikation von chirurgischen Gegenständen (Bou-gien, Sonden, Drainageröhren, Pessarien etc.), in der Zahntechnik diese, sowie diereine Guttapercha zum Ausfüllen von Zahnhöhlen und zur Verfertigung künstlicherGebisse verwendet.

Eine Auflösung von Guttapercha in Chloroform (1 : 10—15) ist das als Deck-mittel statt des Collodium (pag. 38) empfohlene Traumaticin, Traumaticinum(Liquor Guttaperchae).

Ein der Guttapercha sehr nahe stehendes Product ist die Balata, eine seitcirca 40 Jahren bei uns eingeführte Substanz, welche aus dem Milchsäfte eines gleich-falls zu den Sapotaceen gehörenden Baumes in Guyana und Venezuela, MimusopsBalata Gaertn., gewonnen wird und im rohen Zustande eine weissliche oder röthliche,poröse, fast schwammige, mit Holz- und Rindensplittern oft stark verunreinigte Massedarstellt. Durch Kneten wird sie wie Guttapercha gereinigt und in ca. 3 —5 Cm. dickeTafeln ausgewalzt. Die Masse dieser gereinigten Balata ist lederbraun, lederartig zähe,sehr biegsam, elastischer als Guttapercha und ein noch schlechterer Leiter der Elektri-cität und Wärme als diese; bei 48° wird sie plastisch, bei 145° schmilzt sie; ihr spec.Gew. wird mit 1,042—1,044 angegeben. Rein kann man sie in derselben Weise wiedie reine Percha erhalten als eine dieser im Aussehen und auch in der chemischen Zu-sammensetzung gleichende Substanz. Balata lässt sich gleich der Percha und demKautschuk vulcanisiren und findet eine analoge Verwendung wie diese beiden Stoffe,zwischen welchen sie ihren Eigenschaften nach in der Mitte steht. Sie kann den Kaut-schuk nicht ersetzen, hat aber manche Vorzüge vor der Percha.

Im Anschlüsse sei hier noch das sogenannte Feigenwachs, Getah-Lahoe,erwähnt, der eingetrocknete Milchsaft von Ficus eeriflua Jungh., einer baumartigenMoracee auf Java und Sumatra, eine im Aeusseren einigermaassen der rohen Perchagleichende, leichte, poröse, brüchige und ziemlich leicht zerreibliche Substanz, welchesich leicht in Chloroform, beim Erwärmen auch in Aether, Benzol, Schwefelkohlenstoffund Ol. Terebinth., dagegen nur unvollständig in conc. Alkohol auflöst. Die Lösungensind klebend.