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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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A.

IV. Adstringentia et Balsamica.

Adstringentia (Styptica, Exsiccantia),sammenziehende Mittel.

Zu-

Die hiehergerechneten Mittel besitzen die Eigenschaft, den Ge-weben , auf welche sie einwirken, einen höheren Grad von Dichte,Zähigkeit und Zusammenhang zu verleihen. Infolge dieser Verände-rungen werden die Zwischenräume der Gewebstheile verengt, die darinbefindliche Feuchtigkeit verdrängt, zugleich die Blutmenge und damitWärme, Secretion und Ernährung in den von ihnen beeinflussten Ge-bieten herabgesetzt, krankhaft gesteigerte Ab- und Aussonderungenbeschränkt, wie auch durch Atonie und Laxität der Theile bedingteStörungen ausgeglichen.

Auf zarthäutigen äusseren Theilen äussert sich diese Einwirkungdurch Blässe, Gefühl von Rauhigkeit und verminderte Tastenipfmdlich-keit. Deutlicher noch machen sich nach Application von Adstringentienauf Schleimhäuten Verengerung des Gefässlumens, Erblassen undSecretionsabnahme bemerkbar; in höherem Grade der Wirkung trittSchrumpfung der Membranen mit Gerinnung des Schleimes in denFollikeln ein.

Auf blennorrhoische Schleimhautflächen oder eiternde Wunden inpassenden Stärkegraden gebracht, setzen sie die Schwellung, Gefäss-injection, sowie die Absonderung derselben herab; ausserdem wirken sievermöge ihrer Fermente und Fäulnisserreger zerstörenden Action antisep-tisch und hindern so den Zerfall der ergriffenen Gewebsmassen. Hä-morrhagien werden theils infolge rascher Coagulation des Blutes, theilsdurch die von ihnen auf die Gefässwände ausgeübte Contraction zumStehen gebracht.

Vom Standpunkte ihrer chemisch-physikalischen Eigenschaften unter-scheidet man: 1. Gerbstoff haltige Adstringentien (Adstringentia tannica), zudenen die officinelle Gallusg erbsäure und eine Reihe ihr chemisch und physio-logisch nahe verwandter Gerbstoffe (Eichen-, China-, Catechu-, Kino-, Kaffeegerbsäure u. a.)mit ihren nächsten Spaltungs- und Umsetzungsproducten gehören. In den Pflanzenwerden die Gerbsäuren oft noch von anderen , ihre Wirkungsweise modificirendenStoffen begleitet und je nach der Menge und Beschaffenheit derselben als: a) Tan-nica mucilaginosa (Cort. Ulmi, Pol. Plantaginis, Herb. Scabiosae, H. Pulmonariae,H. Veronicae etc.); h) Tannica amara (Cort. Salicis, Bad. Ehei, R. Lapathi acuti,ß- Rhapontici, Fol.et Cort, virid. Juglandis, Pol. üvae ursi, Pol. Vincae etc.); c) Tannica

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