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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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VIII. Neurotica. Nervenmittel.

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Hauptsächlich auf das Nervensystem im allgemeinen oder aufeinzelne Abschnitte desselben wirkende Arzneimittel.

Nach den Theilen des Nervensystems, auf welche diese Mittel hauptsächlich oderauch ausschliesslich wirken, können sie als Cerebralia (Encephalica), Cerebro-Spinalia, Spinalia, Periferica und Vasomotoria unterschieden werden undnach ihrer therapeutischen Anwendung pflegt man sie als Excitantia und Ana-leptica (flüchtig erregende und belebende Mittel), Anaesthetica (anästhesirendeMittel), Hypnotica (schlafmachende Mittel), Anodyna (schmerzlindernde Mittel),Sedativa und Antisp asmodica (beruhigende und krampfstillende Mittel) etc. zubezeichnen.

Bei einer grossen Reihe der hier untergebrachten Arzneimittel sind ätherischeOele oder andere flüchtige Stoffe die ausschliesslichen oder doch wesentlichen Trägerder Wirkung (N. aromatica), eine weitere Reihe umfasst den gewöhnlichen Aethylalkoholund verschiedene, ihm zunächst stehende und verwandte Producte der chemischen In-dustrie (N. alcoholica), in eine dritte und vierte Reihe lassen sich verschiedene Vege-babilien zusammenstellen, welche durch einen Gehalt an stark wirkenden Alkaloiden,tezw. durch einen solchen an stark und eigenartig wirkenden Glycosiden (N. alcaloideaund N. glycosidea) ausgezeichnet sind.

A. Neurotica aromatica.

Fast durchaus durch ihren Gehalt an ätherischen Oelen wirksamePflanzen und Pflanzentheile, sowie die aus ihnen gewonnenen ätheri-schen Oele selbst und einige wenige thierische Producte mit starkriechenden flüchtigen, bisher nicht näher erkannten Stoffen.

Die ätherischen (flüchtigen) Oele (Olea aetherea), aus den betreffenden Vege-tabilien in der Regel durch Destillation gewonnen, sind fast durchaus bei gewöhnlicherTemperatur tropfbar-flüssig, die meisten dünnflüssig, manche dickflüssig, im frischenund völlig reinen Zustande von neutraler Reaction, farblos, gelblich oder grünlichgelb,seltener röthlich oder braun, sehr selten grün oder blau, stark lichtbrechend, voncharakteristischem, speeifisch verschiedenem Gerüche.

Bei längerer Aufbewahrung werden sie physikalisch und chemisch verändert(werden dunkler, dick- bis halbflüssig, sauer reagirend, zeigen andere Löslichkeitsver-hältnisse etc.). In Wasser sind sie nur wenig oder gar nicht löslich, ertheilen demselbenaber ihren Geruch und Geschmack; in Weingeist lösen sie sich umso leichter, je con-centrirter er ist; in Aether, Chloroform, Benzol, Eisessig, in fetten Oelen lösen sie sichleicht, die meisten auch in Schwefelkohlenstoff.

Die ätherischen Oele sind fast immer variable Gemenge von mehreren, vorwiegendder Reihe der aromatischen Verbindungen angehörenden oder derselben nahestehendenflüchtigen, stark riechenden Verbindungen, deren genauere Kenntniss trotz in der letztenZeit vielseitig in Angriff genommener und geförderter Erforschung noch sehr mangelhaft ist-