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IX. Antipyrelica. Fiebermittel.
Wirkung erst nach l'/ 2 Stunden eintritt, dann aber kann man eine zweite Gabe folgenlassen. Wichtig ist, dass der Patient nach der ersten Gabe 1— l l / 2 Stunden ruhigliegen bleibt (Ewald).
Ph. A. hat das Mittel aufgenommen mit den Maximaldosen: 1,5!pro dos., 3,0! pro die.
366. Antipyrinum salicylicum, Antipyrinsalicylat, Salipyrin.Ph. A.
Weisse, glänzende, geruchlose Krystallschüppchen von herbe-süss-lichem, dann säuerlichem Geschmacke, bei 91—92° schmelzend, schwerin (200 Th.) kaltem, leichter in heissem Wasser, leicht in Weingeistund Chloroform löslich. Die wässerige Lösung reagirt sauer.
Salipyrin wird durch Erwärmen einer Mischung von Acid. salicylicum und Anti-pyrin hergestellt; rein erhalten durch Umkrystallisiren aus Alkohol.
Man schreibt dem Salipyrin die combinirte Wirkung des Anti-pyrins und der Salicylsäure zu; es wird von vielen Seiten als Antipyreticum,Antirheumaticum und Antineuralgicnm, insbesondere auch bei Influenzagerühmt.
Nach einigen Autoren soll es aber keine Vorzüge vor anderenähnlichen Mitteln haben. Am besten soll es sich als Antineuralgicumbewähren, weniger als Antirheumaticum und Antipyreticum. In manchenFällen erzeugte es Sodbrennen, Erbrechen, Kopfweh, Schweiss und mit-unter Exantheme (Hitschmann 1893, Schmey 1897).
Intern 1,0—2,0 m. t. Die Tageffdosen bei Neuralgien brauchenselten über 2,0 zu gehen, oft genügt 1,0; bei acutem Gelenksrheumatismusin den Nachmittagsstunden (von 3 ühr ab) in Dosen von 1,0 in 1 / i bislstündigen Intervallen (3—8mal) je nach der Schwere des Falles(Hennig 1891), in Solut. od. Pulv. Bei Metrorrhagien und Menorrhagienin Pastillen, 3mal tägl. eine ä 1,0 Salipyrin (Orthmann 1895). Ph. A.hat als Maxim. Dos. 2,0! p. dos., 6,0! pr. die.
Tolypyrinum, Tolyantipyrinum, Tolypyrin, das dem Antipyrin entsprechendePyrazolon aus p-Tolylhydrazin und Acetessigester, in farblosen, bei 136—137 Gradschmelzenden, in 14 Th. Wasser, in Weingeist leicht, in Aether sehr schwer löslichenKrystallcn von stark bitterem Geschmack; soll besonders als Nervinnm, aber auch alsAntipyreticum und Antirheumaticum in der Stärke der Wirkung dem Antipyrin ganzgleichwerthig sein. Noch mehr aber wird sein Salicylat, unter dem Namen Tolysal,in farblosen, bei 101 — 102 u schmelzenden, schwer in Wasser, leicht in Alkohol löslichenKrystallen, besonders bei acutem Gelenksrheumatismus gerühmt.
In acuten Fällen wirkt es angeblich in Gaben von 0,5—1,0, 5mal tägl. mindestensebensogut, wie Natr. salicylic. in den üblichen Dosen, ohne Ohrensausen etc. zu erzeugen ;bei verschleppten Fällen zeigt es sich wirksam, während gerade diese Fälle durch Natr.salicyl. nicht besonders stark beeinflusst werden, 5mal tägl. 1,0 (Dornbliith 1894). Auchbei veraltetem Muskel- und Gelenksrheumatismus. Zu 1,0—3,0 als wirksames Anodynumund zu 4,0—8,0 pro die als kräftiges Antipyreticum {Hennig 1893). Es soll keineeuinulative Wirkung haben; Angewöhnung soll nicht eintreten. Auch antiseptischeWirkung wird ihm zugeschrieben.
Pyvamidan, ein Antipyrinderivat (Dimethylamido-Antipyrin), gelblieh-weisses,krystaUinisch.es, so gut wie geschmackloses, bei 108° schmelzendes, in Wasser, (1 : 10)in Alkohol und Benzol leicht, in Aether schwer lösliches Pulver. Die Lösung färbt sichmit Eisenchlorid vorübergehend intensiv blauviolett.
Nach W. Filehne (1896) wirkt es auf das Nervensystem, den Blutdruck, auf dieSteigerung der Wärmeabgabe bei normalen Thieren durchaus analog dem Antipyrin, ebensoist der Mechanismus der Entfieberung der gleiche. Aber das Pyramidon ist schon inwesentlich kleineren Dosen wirksam (bei Warmblütern und Menschen fast 3mal so wirksam);seine Wirkung entwickelt sich allmählicher und dauert länger, hat eine viel mildereund relativ länger dauernde Beeinflussung und diese Eigenschaft dürfte als Vorzug vor