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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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Antipj'rinum.

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gelöst zu nehmen) oder Sohlt. (6,0: 120,0); 2,0! pro dos., 6,0! pr. diePh. A. Mit 0,5 als Prohedosis beginnend; 5,0—6,0 pro die sollen beiErwachsenen nicht überschritten werden. Bei Phthisikern und herab-gekommenen Leuten sind kleinere Dosen zu geben. Bei Kindern im1. Lebensjahre 0,75, bei älteren Kindern 1,0—4,0 pro die (Filehne).Nacli I'enzoldt 2—Bstündliche Gaben von soviel Decigrammen, als das Kind Jahrezählt. Nach Demme soll die Specialdosis bei Kindern 0,2—0,5, bei Erwachsenen 2,0ohne sorgfältige Ueberwachung nicht überschreiten. Bei Pertussis Kindern 3— 4malsoviel Decigramme, als das Kind Jahre zählt (Windelschmied) ; 1,0 Antip., Vin. Tokay.,Aq. dest. aa. 25,0, Syr. fl. Aur. 50,0; 2stündlich 1 Kaffeel. voll (Windelband). BeiBronchopneumonie der Kinder nach Demme am besten in Solution mit etwas Zuckerund einigen Tropfen Cognac, bei Kindern von 2—4 Jahren 0,2—0,4, bei solchen von5 bis 10 Jahren 0,5—0,75, bei 11—15jährigen zu 0,3—1,0.

Extern. Im Clysma in denselben Dosen wie intern. Subcutanzu 0,25—0,5 (Solut. 1 :2 oder 1:1, davon 1 / i —1 Pravaz'sche Spritze,0,25—1,0 respective 0,125—0,5 Antipyr. entsprechend) von zahlreichenAutoren (G. See, Fraenkel, Hirsch, Graefe, Wolff, Merkel etc.) sehrempfohlen, von anderen wegen Schmerzhaftigkeit etc. verworfen.Statt der subcutanen Application empfiehlt Mahnert die intramusculäre(0-5-1,0).

365. Antipyrinum Coffeino-citriciim, Antipyxincoffeincitrat. Einefiltrirte wässerige Lösung von 90 Th. Antipyrin, 9 Th. Coffein und 1 Tb..Citronensäure zur Trockene eingedampft. Weisse, krystallinische, bei 97°schmelzende, sehr leicht in Wasser, Weingeist und Chloroform, schwierigerin Aether lösliche Masse von bitterem und etwas salzigem Geschmacke.

Dieses Präparat wurde unter dem Namen Migränin von Over-lach (1894) als Antineuralgicum, besonders gegen Migräne empfohlenund als die zur Beseitigung dieses Uebels erforderliche Dose 1,1 an-gegeben.

Die Wirksamkeit des Mittels wird fast allgemein bestätigt, voneinzelnen Autoren nicht nur bei Migräne, sondern auch bei anderenFormen des Kopfschmerzes.

Wiederbolt wurden aber bei seiner Anwendung unangenehme,selbst beunruhigende Zufälle, eine förmliche Intoxication, beobachtet.

So von Wobem-Wilde (1894) nach der angegebenen Dose von 1,1 bei einer anMigräne leidenden Frau, sich in Gefühl von starkem Unwohlsein, Zittern der Glieder,profusem Schweisse, Cyanose der Lippen, Frost, Magenschmerzen, Brechneigung undCollapserscheinungen äussernd. Solche wurden auch bei einem jungen, kräftigen,etwas chlorotischen Mädchen l /j Stunde nach dem Einnehmen des Mittels beobachtetund Freudenberg (1895) berichtet über Fälle, wo nach der internen Einführungvon 0,5, resp. 1,0 des Mittels Schwindel- und Ohnmachtsgefühl, beziehungsweise eineeigenthümliche Wirkung desselben auf die Schleimhäute, bei Eiseskälte der Haut cya-notische Färbung der sichtbaren Schleimhäute, Schaum vor dem Munde, Ohrensausen,hochgradige Steigerung des Kopfschmerzes und Harndrang gesehen wurden. Bei einerFrau, welche 0,55 Migränin eingenommen hatte, traten starke Schwellung im Gesichte,namentlich der Lippen, Schwellung und Wundgefühl der Zunge, Schmerzen und Thränender Augen, behinderte Sprache und starke Salivation, Schüttelfrost, Ohnmachtsanfälle,Erbrechen, Durchfälle, Schlaflosigkeit und ein juckendes Exanthem auf (iS r c/iecM897).

Nach Ewald coupirt die angeführte Gabe von 1,1 (2stündlich in Pulv.) fastausnahmslos den Anfall; in den meist™ Fällen war eine Dose genügend, in vielenFällen reichen zwei Dosen aus; mehr als drei Dosen waren nicht nöthig.

Das Mittel ist möglichst frühzeitig, sofort bei Beginn der ersten Anzeichen, womöglich nüchtern, zu nehmen und mindestens 2 Stunden nach dem Einnehmen desselbennichts zu gemessen. Wenn der Kopfschmerz 1 Stunde nach dem ersten Pulver nicht ge-schwunden ist, so soll man nicht sofort ein zweites Pulver folgen lassen, da die volle