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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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E. Acria antidyscratica.

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keine Hautentzündung hervorzurufen und auch im Gesichte und an den Genitalien appli-cirt werden zu können, vor der Pyrogallussäure den Vorzug einer intensiveren Wirkungbei gänzlicher Unschädlichkeit, vor beiden den Vortheil der grösseren Billigkeit. Jarisck(1888) konnte indes in zwei Fällen von Psoriasis eine rasche Wirkung des Anthra-tobins nicht constatiren. Nach Th. Weiß ist das Anthrarobin für den Gesammtorganismusungiftig; es wird als solches im Harn elimirt.

Oleum Gynocardiae, Chaulmoografett. Das durch kaltes oder warmesfressen aus den etwa cacaogrossen, eiförmigen, etwas zusammengedrückten, gerundet-kantigen , graubraunen Samen von Gynocardia odorata Ji. Broton (Hydnocarpusodoratus Lindl.), einer in Wäldern Südasiens vorkommenden baumartigen Pangiacee,gewonnene Fett von salbenartiger Consistenz, 0,930 spec. Gew., gelblicher oder braun-gelblicher Farbe, bei 35—40° C. schmelzend, zum Theil in Alkohol, grösstentheils inAether, vollkommen in Chloroform, Benzol und Schwefelkohlenstoff löslich, von eigen-thümlichem und etwas ranzigem Geruch, besteht der Hauptmasse nach (63°/ 0 ) aus Pal-ttitin, neben etwas Arachin und Coccin und fast 12% (nach Roux 1891 18%) Gyno-cardiasäure, welche durch conc. Schwefelsäure schön grün gefärbt wird und die wirk-same Substanz darstellen soll.

Die Samen sowohl, wie das aus ihnen gewonnene Fett, stehen schon seit langemw Südasien gegen verschiedene Hautkrankheiten intern und extern im Gebrauche undhaben in der indischen Pharmakopoe Aufnahme gefunden. Das Fett ist in der Neuzeita uch in Europa empfohlen und versucht worden. Doch scheint es nach den ErfahrungenVon Pick (1880), welcher es sowohl intern bei Kindern (5 gtt. 2mal tägl., allmählichsteigend auf 10—12 gtt.) und Erwachsenen (von 10 gtt. steigend bis 20—30 gtt.), als*auch extern (pur oder in Salbenform mit Axungia oder Vaselin) bei verschiedenen chro-nischen Hautkrankheiten (Eczem, Prurigo, Lupus) versuchte, entbehrlich zu sein. Etwasgrössere interne Dosen erzeugen leicht Nausea; die Gynocardsäure soll nach WyndhamCatU (1880) besser vertragen wercren. Fox (1887) empfiehlt das Fett als das besteMittel zur Behandlung der Lepra.

Iiadix Ithinacanthi, Trebawurzel, Ostindische Flechtenwurzel, von Rh in a-Canthus communis Nees ab Esenb. (Justicia nasuta L.), einer ausdauernden, inSüdasien und Südafrika einheimischen Acanthacee, etwa federkieldick, aussen grau-braun, geruchlos, von zusammenziehendem und etwas süsslichem Geschmack (frisch solls ie brennend-scharf schmecken), nach einer älteren Untersuchung von Moldenhauer einrothbraun gefärbtes Harz, eisengrünenden Gerbstoff, Gummi etc., nach einer neuerenAnalyse von Liborius (1880) neben gewöhnlichen Püanzenbestandtheilen 1,87% einesamorphen Bitterstoffes, Rhinacantliin (eine zähe, harzartige, dunkel-kirschrothe,geruch- und geschmacklose Masse), enthaltend. Derselbe soll der Frangula- und Chrysophan-saure (pag. '576) nahe stehen und den wirksamen Bestandtheü der Droge bilden, aus welchere ine braunrothe Tinctur (Digest, mit conc. Alkohol 1 : 5), „Ringworm-Tinctur", bereitet(welche eingedampft eine glänzende, klebende, kirschrothe Masse gibt) und gegen Haut-krankheiten empfohlen wird. Die Wurzel, welche gleich den frischen Blättern der Pflanzejängst schon in Süd- und Ostasien bei verschiedenen Hautleiden Anwendung findet, kamübrigens als „Radix Treba Japan" schon vor Decennien einmal nach Europa und wurdehier von Hufeland und anderen Aerzten empfohlen.

Zahlreich sind die gegen Wasserscheu in verschiedenen Ländern im Volkegebräuchlichen, ab und zu auch von Aerzten empfohlenen Mittel (Antilyssa), so Wnrzelu nd Blätter von Alisina Plantago L., das Kraut von Anagallis arvensis L.(Pag. 231), Scutellaria lateriflora L., Inula squarrosa L. (Herba Asteri mon-tan!), Genista tinctoriaL., die Wurzel von Euphorbia villosa W. et K, Wurzelund Blüten von Spiraea Ulmaria L., die Blätter von Xanthium spinosum L.(Spitzklette), der Presssaft aus dem Kraute von Phytolacca decandra L. u. v. a.Letztgenannte Pflanze, welche auch unter anderem als Antisyphiliticum und als Krebs-mittel Anwendung gefunden hat, enthält einen nach den Untersuchungen von Bariholow(1877) als Herz- und Respirationsgift wirkenden Bestandtheü.