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VII. Acria (Irritantia). Scharfstoffige Mittel.
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die Färbung verschwindet allmählich (nach 8—10 Tagen) durch Ab-schuppung.
Das Chrysarobin wird bei jeder Art der externen Applicationresorbirt und zum Theil in Chrysophansäure umgewandelt, zum Theilunverändert im Harne eliminirt. Das unzersetzte Chrysarobin kann dabeiReizung der Nieren mit Albuminurie und selbst Hämaturie (intern beiKaninchen nach den Untersuchungen von Lewin und Eosenthai 1881)veranlassen, was zur Vorsicht bei der therapeutischen Anwendung diesesMittels mahnt.
Nach Ashburton-Thompson (1877), der eine Eeihe von Versuchen an sich und zahl-reichen Personen mit Araroha sowohl wie mit dem daraus dargestellten Chrysarobin unddem Harz anstellte, wirken alle drei in grösseren Gaben emeto-cathartisch. Das Erbrechentritt stets früher ein als die Abführwirkung, ist niemals von einer bedeutenden De-pression des Nervensystems begleitet, erfolgt selten mehr als einmal, die Abführwirkungbei entsprechender Dosis in der Regel 3—7mal ohne Kolik; Zusatz von Alkalien solldie Wirkung steigern. Er empfiehlt Araroba zu 1,2—1,25 in Pillen und Pulvern, sowieChrysarobin zu 0,5—0,9—1,2 als Emeto-catharticum; auch das Harz soll (zu 0,24) wieChrysarobin und Araroba wirken. Nach Glaister (1881) dagegen kann Chrysarobin schonnach 0,2 starke Magenschmerzen, anhaltendes Erbrechen und Abführen, sowie Erschei-nungen der Reizung der Harnorgane bewirken.
Die Araroba ist wegen überraschender Heilerfolge bei verschie-denen Hautaff'ectionen in Europa in Aufnahme und zu einem bedeutendenRuf gelangt, nachdem sie schon früher in Brasilien und Ostindien indieser Richtung benützt worden war. Insbesondere gerühmt ist sie beiPsoriasis vulgaris, Herpes tonsurans und Pityriasis versicolor (mitWasser, Essig, Acid. acet., Succus Citri, Glycerin, Fett etc.) lediglichextern; bei uns ausschliesslich das Chrysarobin in Salbenform (10bis 20%, mit Vaselinum, Ung. emolliens etc.) oder in Form einesCollodiumgemisches, eines Chrysarobin-PflastermulLs, als Chrysarobin-ätherspray (0,2 Chrysarob., 0,3 Cera flav., 100,0 Aeth., Unna 1883),in Pastenform mit Wasser (Fox) oder als 5—15%ige Chr.-Gelatine (Pick).Rp. 34, 127.
Nach Jarisch (1883) ist aber der Erfolg bei Psoriasis, abgesehen von den ver-schiedenen unangenehmen Nebenerscheinungen (Färbung der Haut etc., Entstehung vonErythem, Eczem etc.) in der Eegel kein sehr dauernder, es tritt sehr rasch wieder Beci-dive ein, viel rascher als nach vorangegangener Theerbehandlung.
Die Heilwirkung des Chrysarobins bei Hautkrankheiten und speciell bei para-sitären Hautkrankheiten führt Liebermann (1888) zurück auf seine Eigenschaft, unterden verschiedensten Bedingungen Sauerstoff aufzunehmen. Es heilt, indem es den dieKrankheit bedingenden Parasiten den zu ihrer Existenz nöthigen Sauerstoff entzieht.Dabei wird auf das Pyrogallol (pag. 305) hingewiesen, eine gleichfalls sauerstolt-gierige Substanz, welche, wie Jarisch gefunden hat, dieselben Krankheiten in gleicherWeise heilt wie das Chrysarobin, welches Liebermann für die Leukosubstanz der Chry-sophansäure (d. h. einen durch Eeduction aus diesem Pigment hervorgehenden Körper)ansieht. Gestützt wird diese Anschauung durch das Verhalten des aus dem käuflichenAlizarin durch Erwärmen mit Zinkstanb und Ammoniak hervorgegangenen, eine demChrysarobin analoge sauerstoffgierige Substanz darstellenden Anthrarobin, ^inthffi-robinum, welches ein gelblichweisses, etwas grobkörniges, in 10 Th. Glycerin bei100°, in 10 Th. kalten und 5 Th. kochenden Alkohols mit dunkel braungelber Farbe sichlösendes Pulver bildet. Auch in wässeriger Boraxsolution löst es sich, dagegen nurspurenweise in reinem Wasser. Beim Schütteln mit Luft geht die gelbbraune Farbeder durch Alkalien bewirkten Lösung sehr bald durch Grün und Blau in Alizarinviolettüber. Behrend , der es (1888) auf Veranlassung Liebermann's therapeutisch versuchtean Stelle des Chrysarobins (bei den oben erwähnten Krankheiten), und zwar in 10- und20% Salbe (mit Lanolin oder Axung. Porci), in 10% , respective 20% spirituöser, i Q10% Glycerin- oder in einer wässerigen Boraxlösung, hat gefunden, dass es gleich demChrysarobin und Pyrogallol zu den reducirenden Heilmitteln gehört, dass es schwächerwirkt als Chrysarobin, aber stärker als Pyrogallol. Es habe vor ersterem den Vorzug,