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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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E. Acria antidyscratiea.

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Bei uns wird es nur als Volksmittel bei verschiedenen Haut-affectionen der Kinder benützt, intern (Decoct oder Infusum aus 10,0bis 15,0 : 100,0 Col.) und extern (zu Bädern, Umschlägen); findet sichauch häufig als Bestandtheil von volksthtimlichen blutreinigenden Thee-gemengen.

266. Araroba depurata Ph. A., Chrysarobinnm Ph. Germ., Ge-reinigte Araroba, Chrysarobin.

Unter den Bezeichnungen Araroba, Po di Bahia, Goa Powder, Baliia-°der Goapulver, Chrysarobin (rohes) wird seit ca. 30 Jahren eine matt-dunkel-Selbbraune oder ockergelbe, erdige, leicht zerreibliche, geruch- und geschmacklose, mehroder weniger mit Holzsplittern und Rindenfragmenten gemengte, unter dem MikroskopeZ| iiu guten Theile kristallinische Masse aus Brasilien in Europa eingeführt.

Dieselbe kommt als Umwaudlungsproduct ganzer Gewebspartien im Holze einerm Wäldern der brasilianischen Provinz Bahia häufig wachsenden, von den Eingeborenen»Angelim amargoso" genannten baumartigen Leguminose, Andira Araroba Aguiar,v °r, mehr oder weniger umfangreiche Spaltenräume desselben füllend und, nach dem•Tillen des Baumes, Zersägen und Spalten des Holzes, durch einfaches Auslösen undAbschaben aus den Spalten gewonnen,

AHfield glaubte (1875) in dieser höchst merkwürdigen Substanz 80—84%Chrysophansäure (pag. 573) neben etwas (2°/ 0 ) Harz, in Wasser löslichen Bestand-teilen (7%), Holzfaser (57 2 %), Wasser (l°/ 0 ) und Aschenbestandtheilen (V 8 %) ge-funden zu haben.

Nach Liebermann und Seidler (1878) ist dagegen in der Araroba Chrysarobinenthalten, krystallisirend in kleinen gelben, bei 162° schmelzenden Tafeln, unlöslich inWasser und Ammoniak, löslich in Benzol, Chloroform, Eisessig, schwer löslich in Aetherund Alkohol; concentrirte Schwefelsäure löst es mit gelber Parbe, ebenso stärkere Kali-' an ge, wobei grüne Fluorescenz sich bemerkbar macht. Durch Sauerstoffaufnahme beimEinleiten von Luft in die alkalische Lösung entsteht aus dem Chrysarobin erst Chryso-Pliansäure (C 30 H ä6 0, [Chrysarobin] -f 4 0 = 2 C 1B H 10 0 4 [Chrysophansäure] 4- 3 H 3 0).Diese letztere, in concentrirter Schwefelsäure und schon in sehr verdünnter Kalilaugemit rother Parbe löslich, ist daher ein Umwandlungsproduct des Chrysarobins infolgeder Darstellungsweise.

Aus dem Kohprodncte erhält man durch Beinigen mit heissem Benzol das offi-°inelle, bei uns ausschliesslich therapeutisch verwendete Präparat, die gereinigteararoba oder das Chrysarobin.

Ein krystallinisches, leichtes, goldgelbes, geruch- und geschmack-loses Pulver, welches, mit heissem Wasser geschüttelt, nach dem Fil-triren eine gelbliche Flüssigkeit gibt, welche weder Lackmuspapier ver-ändert, noch durch Eisenchlorid gefärbt wird. Aschengehalt unter 1%.

Mit Aetzammoniak nimmt es eine rothe Parbe an, mit conc. Schwefelsäure ent-steht eine rothbraune, mit K alilauge eine intensiv kirschrothe Lösung, welche nachVerdünnung mit Wasser eine grüne Fluorescenz zeigt. In conc. heissem Weingeist wirdes grösstentheils mit goldgelber Parbe gelöst.

Die gereinigte Araroba ist keine reine chemische Substanz, denn mikroskopischgeprüft erweist sie sich als Gemenge von mindestens drei Körpern, nämlich von: 1. gelben^i'ystallen des reinen Chrysarobin (respective der Chrysophansäure), 2. vollkommen farb-losen prismatischen Kryställchen (vielleicht identisch mit den ganz ähnlichen, schon indem Rohstoffe vorkommenden), und 3. amorpher, wie es scheint, harzartiger Substanz.

Oertlich wirkt Araroba und Chrysarobin reizend auf die Haut undnoch mehr auf die Schleimhäute. Bei" den mit der Einsammlung' dieserSubstanz beschäftigten Arbeitern sollen Conjunctivitis, Schwellung undprythematöse Entzündung des Gesichtes etc. sich einstellen. Auch beix nrer therapeutischen Anwendung auf der Haut werden oft Reizungs-erscheinungen (Erythem, Akne-Eruptionen, Furunculosis, sehr selten^ärkere Hautentzündung) beobachtet, zuweilen begleitet von starkemBrennen und Jucken, Schlaflosigkeit, Frösteln (Neumann). Die Epider-mis, Nägel und Haare werden purpurbräunlich, fast kupferroth gefärbt;

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