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VII. Acria (Irritantia). Scltarfstoffige Mittel.
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Häufiger als die Rinde werden deren offic. Präparate jetzt ver-ordnet :
1. Extractum Condurango fluidum, Condurango-Fluid-extract, Ph. A. et Germ.
Aus 100 Th. mit der nöthigen Menge einer Mischung aus 10 Th. Weingeist, 4 Tli.Wasser und 1 Th. Glycerin befeuchteter und im Yerdrängnngsapparate mit der ent-sprechenden Menge einer Mischung, bestehend aus 1 Th. Weingeist und 3 Th. Wasserübergossenen Condurangorinde werden nach dem für Fluidextracte geltenden Verfahren100 Th. Fluidextract dargestellt,
Klare, rothbraune Flüssigkeit von kräftigem Gerüche und Gesehmacke derCondurangorinde. Intern zu 20—30 gtt. 3—4mal täglich (zur Mahlzeit).
2. Vinum Condurango, Condurangowein, Ph. A. et Germ.,aus 1 Th. Condurangorinde mit 10 Th. Marsala- (Xeres-) AYein durchStägige Maeeration hergestellt. Klare gelbrothe, sehwach bitter undsüss schmeckende Flüssigkeit.
Zu den verlassenen Krebsmittelu gehören das Kraut und die Blüten derallgemein bekannten Composite Calendula officinalis L. (Ringelblume). HerbaCalendulae steht als auflösendes, diuretisches und diaphoretisches Mittel noch inmanchen Gegenden beim Volke im Ansehen, Flores Calendulae benützt man nichtselten zur Fälschung des Safrans und pharmazeutisch als Schmuck von Species.
Herba Guaco, Herba Mikaniae, Guaco. Das getrocknete Kraut von mehrerenMikania-Artcn, ausdauernden Pflanzen aus der Familie der Compositen mit windendemkrautigen Stengel und gegenständigen Blättern, aus dem tropischen Amerika. Die eigent-liche Guacopfianze soll Mikania Guaco Hb. et Bonpl. sein, eine häufig in Süd-amerika und in Mexiko wachsende Pflanze. Die in unserem Handel gegenwärtig vor-kommende, wie es scheint, aus Venezuela zugeführte Droge, besteht aber aus den sechs-kantigen, besonders an den Knoten zottig behaarten Stengeln und den gestielten, herz-förmigen, zugespitzten, gezähnten, unterseits fast zottigen Blättern der verwandtenMikania gonoclada DC.
Mit dem Namen Guaco werden in Amerika übrigens auch noch andere Pflanzen,insbesondere die Stengel und Wurzel verschiedener Aristolochia-Arten bezeichnet,welche in grossem Ansehen als Mittel gegen Schlangenbiss und gegen alle möglichenKrankheiten stehen. Auch in Europa hat man die Guacomittel gegen Cholera, Syphilis,Hydrophobie etc. und erst in neuerer Zeit wieder (Herba Mikaniae) gegen Krebs, internsowohl wie extern (in Pflastern und Salben) empfohlen und angewendet.
Hieher auch:
Herba Virf/aiireae, Goldruthenkraut, das zur Blütezeit gesammelte und ge-trocknete Kraut von Solidago Virgau rea L., einer bekannten einheimischen Com-posite, ist neuerdings wieder als Diuretlcum, als welches es schon im Mittelalter l"Ansehen stand, gerühmt, im Decoct oder Infus aus 15,0—30,0 und als Tinctura Vit'"gaureae zu 20—50 gtt., bei Hydrops, Nierenleiden, Enuresis etc. In Nordamerika stehtin häutiger Anwendung die dortige wohlriechende Solidago odora Ait. und Soli-dago Canadensis L.
265. Herba Violae tricoloris, Herba Jaceae, Dreifaltigkeits-kraut, Freisamkraut, Stiefmütterchen. Das blühend gesammelte undgetrocknete Kraut von Viola tricolor L., einer der gemeinsten, aufbebautem und unbebautem Grunde vorkommenden Pflanze aus derFamilie der Violaceen.
Zu medicinischen Zwecken wird hauptsächlich die kleinblütige, auf Aeekern alsUnkraut allgemein verbreitete Form (Viola tricolor b. arvensis Koch, V. parvifloraHayne), welche als wirksamer gilt, gesammelt.
Das schon von deutschen Aerzten des Mittelalters gegen Hautkrankheiten ge-brauchte, durch Strack in Mainz im vorigen Jahrhundert von neuem empfohlene Frei-samkrant ist getrocknet so gut wie geruchlos und besitzt höchstens einen schleim ig-süsslichen Geschmack. Neben etwas Violin enthält es (und zwar die Form arvensis).nach Mandelin's Untersuchungen (1880 und 1883), Salicylsäure und einen krystaDis 11 'baren gelben glycosiden Farbstoff, Violaquercitrin, ausserdem reichliche Mengen vonTartraten und anderen Salzen des Magnesiums und Calciums.