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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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Kaliumpräparate.

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auffallende Aehnlichkeit, dass man sie lange Zeit für gleiehwerthigerachtet hatte. Untersuchungen in den letzten Decennien führten zu demResultate, dass zwischen den heiden Reihen derselben ein wesentlicherPhysiologischer Unterschied bestehe.

Sowohl bei kalt- als warmblütigen Thieren rufen Kaliumsalze,in relativ geringen Mengen direct ins Blut gebracht, Abnahme undendliches Aufhören der Muskelbewegungen, sowie Stillstand des Herzensm der Diastole hervor.

Mit der Abnahme der Herzthätigkeit sinkt der Blutdruck, die Häufigkeit undStärke des Impulses; der Khythnms wird unregelmässig, die Zufuhr nach den nervösenCentralorganen gehemmt und der Gaswechsel in den Lungen gestört, welche Verände-rungen ihrerseits dyspnoetische Respiration und klonische Krämpfe bedingen. Der Herz-stillstand wird nicht verhindert, noch auch das Bild der Kaliumvergiftung geändert,wenn vor oder nach der Injection die N. vagi durchgeschnitten werden.

Natriumsalze, in mehrfach grösserer Dosis ins Blut gespritzt,äussern ausser vorübergehender Körperschwäche keinen auffälligen Ein-fluss auf das Herz, noch auch wahrnehmbare Folgen für die Thätig-keiten der nervösen Centralorgane, der Muskeln und Nerven (Cl. Bernard &Grandcau, Ranke 1864. Podkopaew, Outtmann 1865, Aubcrt und Dehn1874, H. Köhler 1877 u. a.).

Die tödtliche Dosis der ins Blut gebrachten Kaliumsalze entspricht ziemlichgenau ihrem Kaliunigehalte. Am raschesten erfolgt der Tod nach Injection in die Jugu-' ;il 'is. bei Kaninchen, Katzen und Hunden schon in Gaben von 10—20 Cgrm. Chlor-Kalium. Bei Hunden insbesondere ist die Giftigkeitsdift'erenz zwischen Kalium undNatrium so gross, dass zur Tödtung pro 1 Kgrm. Körpergewicht 0,27 KCl ausreichten,während von NaCl 3,74 erforderlich waren, so dass ersteres mehr als 13mal stärkerwirkte (Fr. Hermanns 1872). Frösche werden subcutan durch 0,06—0,1 KCl in derZeit von 10—20 Min. vergiftet.

Nach kleineren, aber noch letal wirkenden Dosen geht dem definitiven Tode einZustand von Scheintod voraus, wo die Veisuchsthiere unbeweglich, völlig rettexlos, miterweiterten Papillen daliegen, der Blutdruck fast auf den Nullpunkt, gefallen ist unddas Herz nur noch unvollkommen rhythmische Contractionen vollzieht. Bei derartsl 'lieintodten Thieren bewahren die nervösen Apparate des Beizens, wie dies Böhm nndMikirHz (1874) beobachtet hatten, ihn; Erregbarkeit noch durch längere Zeit und liessS1 ch bei beharrlich fortgesetzter künstlicher Bespiration mittels Thoraxcompression und"H'chanischer Reizung des Herzens dem definitiven Tode selbst bei solchen ThierenVorbeugen, die bereits 36 Minuten im Scheintode lagen. Beim Erwachen aus demselbenKehrten zunächst die Herzbewegungen mit steigender Energie zurück, nach diesen ziem-lich spät die Sppntanathreung und nach einiger Zeit die Reftexerregbarkeit, welcheerheblich gesteigert war, so dass auf geringe Heize Convulsionen eintraten.

Auch ausserhalb des Körpers lieben verdünnte Lösungen von Kaliumsalzen (1%*»01) die Erregbarkeit dir Muskeln und Nerven auf. Das in die Flüssigkeit getauchte■Toschherz hört sofort auf zu schlagen, während eine gleich starke Lösung von Natrium-salzen diese Wirkung nicht nach sich zieht, vielmehr durch Kaliumsalze gelähmtenskehi und Nerven in verd. Lösungen von Natriumsalzen wieder erregbar werden(Podkoj.aeir). Eist bei stäikerer Concentration derselben nimmt die Erregbarkeit dergenannten Gebilde, doch viel langsamer, ab.

Weitere Versuche über das Verhalten der kaliumsalze zur Musculatur ergaben,dass dieselben auf quergestreifte Muskeln verkürzend unter gleichzeitiger Elasticitäts-steigerung wirken, während durch Natiiumsalze weder Länge, noch Elasticität alterirtW| Tden (Sossbach und r. Anrep 1880). Was die glatten Muskeln betrifft, so geht ans denVon Nothnagel (1882) an der äusseren Darmwand bei Kaninchen und Katzen, und von° a rdeleben (1882)'bei einem enthaupteten Menschen angestellten Versuchen, denen sichJeae von y loVl ^gg 4 ) ansehliessen, hervor, dass bei Application von Kaliumsalzen dieprnirausculatur direct, nach der von Natriumsalzen aber durch Vermittlung der Nerven•jer Darmwand erregt werde, Kaliumsalze daher eine mehr oder weniger gleiehmässige,er L'eizstelle entsprechende Contraction, Natriumsalze hingegen nicht genau der Reiz-, elie entsprechende, bei verschiedenen Thieren verschieden localisirte ContractionenDeding en

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