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VI. Alterantia et Besdlventia.
tionellen Thätigkeiten ein; doch selbst hei völliger Entziehung an-organischer Ernährungsbestandtheile scheidet der Körper noch immerSalze ab, deren Menge in den Se- und Excreten in dem Verhältnissesinkt, als ihm erstere entzogen -»erden.
Von nicht minder nachtheiligen Folgen ist aber auch eine ver-mehrte Zufuhr der Alkalisalze. Schon bei massig erhöhter Aufnahmeleidet infolge der lösenden Wirkung ihrer basischen Verbindungen aufdie Fette und Eiweisskörper und der steigenden Verbrennung derselbennach und nach die Blutbildung, sowie die Ernährung (Cachexia alkalina)unter Zunahme der Se- und Excretionen, insbesondere der Harnaus-scheidung, mittels der die Salze grösstenteils abgeführt werden. Ueber-schreitet endlich die Einfuhr alkalischer Salze gewisse Grenzen, so er-leidet die Alkaliverbindung der eiweissartigen Substanzen, namentlichjene der Gewebe, eine so weitgehende Aenderung in ihren Eigen-schaften, dass sie zur gänzlichen Vernichtung ihrer functionellen Leistungenführen kann.
Bei mangelhafter ICaliumznfuhi' sinkt nach Versuchen von Kemmerieh (1869) anHunden, die mit Fleisch, dem man durch Auslaugen den grössten Theil seiner mine-ralischen Bestandtheile entzogen hatte, gefüttert wurden, in auffälliger Weise die Ent-wicklung der Muskeln, sowie der Nervenorgane und ihre Energie; die Thiere verschmähenschliesslich das ihnen gereichte, der Kaliumsalze heraubte Fleisch. Wird es aber mit diesenin der nöthigen Menge versehen (für 500,0 Fleisch 4.0 phosphorsaures und Chlorkalinmneben etwas Kochsalz), so können die Thiere damit weiter ernährt weiden.
Bei gesteigerter Zufuhr von Kaliumsalzen scheidet das Blutplasmadieselben bald nach ihrer Aufnahme wieder ab, ohne dass sie an dieStelle der correspondirenden Natriumverbindungen zu treten vermögen,und es steigt ihre Menge im Harne. Das Gleiche gilt auch von den
Natriumsalzen. Auf diese Weise ist es dem Organismus möglich . beivermehrter wie bei abnehmender Zufuhr dieser, sowie der Kaliumsalzesein Alkaliglcichgewicht bis zu einem gewissen Grade sich zu bewahren.Bei beschränkter Aufnahme werden aber die aus der Verbrennung derAlbuminate im Blute und in den Geweben in Freiheit gesetzten Alkalisalzefür die Zwecke des Organismus zum grossen Theile wieder verfügbar.
Was die Menge der unter gewöhnlichen Verhältnissen täglich ausgeschiedenenKaliumsalze betrifft, so hängt diese hauptsächlich von der Menge und Beschaffen-heit der genossen Nahrung ab. Sie beträgt nach Salkowski (1870) beim erwachsenenMenschen im Durchschnitt 38,5% vom Gesammtquantum der zur Ausscheidung gebrachtenAlkalisalze, wubei mit dem Harne allein 30,9"/., entsprechend 3,0 Kaliumoxyd, abge-führt werden, was mit den Prüfungsresnltaten Dehn's (4,5 KCl = 2,9 K, 0) ziemlich genauübereinstimmt. Bei hungernden Menschen nimmt mit dem Zerfalle der Gewebe die Mengedes Kaliums im Vergleiche zu jener des Natriums im Harne zu, während sonst bei Ge-sunden das Gegentheil besteht. Ausser der Nahrung sind noch krankhafte Zustände indieser Beziehung wesentlich massgebend. Nach den Untersuchungen desselben Forscherszeigt sich bei fieberhaften Zuständen eine beträchtliche Zunahme in der Abfuhrder Kaliumsalze im Vergleiche zu jener des Natriums, während in der darauf folgendenConvalescenz mehr Natron als Kali ausgeführt wird. Die an einem Fiebertage aus-geschiedene Kaliummenge beträgt das 3—4fache, im Maximo das 7fache, im Vergleichezu dem an einem fieberfreien Tage ausgeschiedenen Quantum; ebenso übertrifft bei vonFieber begleiteten Durchfällen, z. B. bei Bauchtyphns, die Menge des Kaliums jene desNatriums in den Darmentleerungen, während sonst diarrhoische Stühle reicher anNatrium, sind (('. Schmiäi). Im Harne Scorbutischer fand Garrod (1848) die Menge derKaliumsalze verringert, was auch Hälfe bestätigt, der wie Immermann annimmt, dasses die Kaliarmuth der Gewebe, sowie der rothen Blutkörperchen und das dadurch be-dingte perverse Verhalten derselben sei, welche die Erscheinungen des Scorbnts bedingen.
Kalium und Natrium zeigen sowohl in den chemischen, wie aucharzneilichen Beziehungen ihrer correspondirenden Verbindungen eine so