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V. Temperantia.
süssem, zugleich etwas bitterem Geschmack, liefern das Material zurHerstellung der officinellen Hollunderbeersalse (Hollundermus), RoobSambuci Ph. A., welche als Constituens für Electuarien und als Zusatzzu auflösend und diaphoretisch wirkenden Mixturen Verwendung findet.Vorwiegend abführende Wirkung kommt der früher gleichfalls officinellenAttichbeerensalse, Roob Ebuli, aus den frischen Früchten von SambucusEbulus L.. zu.
<)) Fructus Pruni, Pflaumen, Zwetschken. Aus den getrocknetenPflaumen wird durch Kochen in Wasser, Durchpassiren und Eindickenunter Zuckerzusatz im Wasserbade der officinelle (Ph. A.) Pflaumen-mus, Pulpa Prunorum, hergestellt. Bestandteil des Electuar. lenitiv.Ph. A. und sonst als Constituens für Electuarien statt Pulpa Tama-rindorum verwendet.
171. Fructus Tamarindi, Pulpa Tamarindi cruda, Tamarinden.Ostindische Tamarinden. Die von der äusseren korkigen Hülle und zumTheil auch von den Samen befreiten, wesentlich aus dem Fruchtbreioder Fruchtmus bestehenden Hülsen von Tamarindus Indica L.,einer ursprünglich im tropischen Afrika einheimischen, durch Culturin den heissen Gebieten der Erde allgemein verbreiteten baumartigenCaesalpinacee.
Eine weiche, zähe, schwarze, sehr sauer schmeckende Masse mit beigemischtenGefässbündelsträngen und den noch zum Theil in den sackartigen Fächern einge-schlossenen abgerundet-parallelepipedischen odei- breit-eiförmigen zusammengedrücktenSamen.
Nach Vauquelin enthalten die Tamarinden Zucker (12Y 3 %)i Gummi, Weinsäure(1,5%), Citronensäure (9,4%), Aepfelsäure, Pectinstofl'e, saures weinsaures Kali (3,2%)und nach Gorup-Besanez überdies Essig- und Ameisensäure.
Zur medicinischen Verwendung kommen sie selten als solche, imDecoct zum Getränk und in Mixturen, in Combination mit kühlend undabführend wirkenden Salzen, sondern meist als:
Pulpa Tamarindorum depurata, Gereinigtes Tamarinden-mus, Ph. A. et Germ., theelöflelweise für sich, gewöhnlich aber alsConstituens für abführende Latwergen (Bestandtheil des Elect. lenitivumPh. A., Elect. e Senna Ph. G.).
Fructus Berberidis. Baccae Berberum. Sauerdornbeeren, Sauerach-beeren. Die länglich-cylindrischen, aussen glänzend rothen, sehr sauer schmeckendenFrüchte von Berberis vulgaris L., einer einheimischen strauchartigen Berberidee,sind durch einen grossen Gehalt an Aepfelsäure (6—7%) ausgezeichnet und dienen zurBereitung des noch hie und da besonders als Zusatz zu kühlenden und abführendenMixturen verwendeten Syrupus Berberum.
Fructus Myrtilli, Baccae Myrtillornm, Heidelbeeren, Blaubeeren, dieallgemein bekannten, grosserbsengrossen, kugeligen, schwarzen, blaubereiften Früchtevon Vaccinium Myrtillus L. (Ericaceae). Ihr dunkelpurpurrother, säuerlich-süssund zugleich etwas herbe schmeckender Saft enthält neben Aepfel- und Citronensäure,Zucker, Pectinstoffen, einem rothen Farbstoff etc. auch Gerbstoff, der besonders reichlich.in der Fruchthaut vorkommt. Sie sind frisch und getrocknet in manchen Gegenden einbeliebtes Volksmittel bei Diarrhoeen.
Auch gegen Diabetes mellitus der Saft theelöflelweise empfohlen und ein ausden getrockneten Beeren hergestelltes Extract zur Behandlung von Hantkrankheiten(Eczemen verschiedenster Art, Winternitz 1895), auch bei Verbrennungen (Vllmann 1895)-
Desgleichen die getrockneten Blätter in Pillenform (Fol. Myrtilli in p. und Extr.Myrtilli aa. 5,0, f. pilul. Nr. 90, 3mal täglich 3 Pillen) neuerdings gegen Diabetes ge-rühmt (Weil 1892 u. a.); von anderen Seiten (J. Gruber 1893) aber als werthlos erklärt.
In gleicher Art wie die Heidelbeeren benützt man auch die weniger saftigen,mehr herbe schmeckenden scharlachrothen Preisseibeeren, Fructus Vitis Idaeae,von Vaccinium Vitis Idaea L.