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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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a) Amara rnera, Beine Bittermittel.

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Aur. immat., Rad. Zedoar. aa. 1, Spirit. Vini dil. 50. Intern wie Tinct.Gentianae, Enziantinctur, Ph. Germ., zu 20—60 gtt. (1,0 bis 2,0) prodos. für sich, in Tropfen oder Mixturen.

3. Speeies amaricantes, Bitterthee, Ph. A. Rad. Gent., Rad.Calam. arom., Fol. Trif. fibr. aa. 5, Iierba Absinthii, Herba Cent, minor.,Cort. Fr. Aurant. aa. 10, Cort. Cinnam. 1,5. Als Volksmittel viel gebraucht.

74. Folia Trifolii fibrini, Fieberklee, Bitterklee. Die getrocknetenBlätter von Menyanthes trifoliata L., einer einheimischen Gen-tianaeee.

Sie sind langgestielt, dreizäblig, die Blättchen eirund, ganzrandig oder etwasausgeschweift-gekerbt, einnervig mit einem im unteren Theile breiten, eingesunkenen,längsfaltigen, gegen die Spitze zu sehr rasch abnehmenden Primär- und schlingläufigenSecundärnerven, von intensiv und rein bitterem Geschmack. Enthalten einen amorphenBitterstoff, Menyanthin, der sich durch verdünnte Säuren spaltet in Zucker undeinen ölartigen Körper vom Gerüche des Bittermandelöles und brennendem Geschmack(Menyanthol).

Intern in Pulvern, Pillen, Speeies, im Infus, und Macerat.-Aufg.zu 5,0—15,0 auf 100,0—200,0 Colat., der Saft der frischen Blätter zumSuceus plantar, rec. express.

Extractum Trifolii fibrini, Bitterklee-Extract, Ph. A. etGerm. Wässeriges Extract von gewöhnlicher Consistenz. Intern zu(J,2—0,5 pro dos. (1,0—5,0 pro die) in Pillen und Mixturen.

75. Herba Centaurii minoris, H. Centaurii, Tausendgulden-k r aut,

Das getrocknete blühende Kraut von Erythraea Centauriuml'ers., einer zweijährigen einheimischen Gentianacee.

Hat gegenständig sitzende, unten rosettenl'örmig gehäufte, ganzrandige, eirunde,eiförmige bis eiförmig-längliche, 3—önervige, kable Blätter und gebüschelt in einere ndstandigen flachen Trugdolde angeordnete Blüten mit regelmässiger trichterförmiger,os paltiger, rother Blumenkrone und 5 Staubgefässen, deren Antheren nach dem Stäubenkorkzjeherförmig gedreht sind. Ist fast geruchlos, schmeckt stark und rein bitter; ent-hält einen bisher nicht näher erkannten Bitterstoff, einen krystallisirbaren, geruch-.Seschmack- und farblosen indifferenten Körper, Erythrocentaurin, der auch inanderen Gentianaceen nachgewiesen wurde und der die Eigenschaft besitzt, sich imdirecten Sonnenlicht lebhaft roth zu färben, ohne eine sonstige Veränderung zu erfahren,etwas Harz, Wachs etc.

Das Tausendguldenkraut ist ein noch viel gebrauchtes Amarumpurum- schon seit altersher schreibt man ihm auch eine leicht ab-führende Wirkung zu und nicht nur im Volke ist es als Fiebermittelgebraucht, sondern seine Wirksamkeit in dieser Richtung wird selbstv< >n mehreren Autoren hervorgehoben, von einigen wird es sogar alsbestes Surrogat der China erklärt.

Intern zu 1,0—2,0 in Pulv., in Pillen, Spec, im Infus. (5,0 bis!5,0:100,0—200,0 Col.). .

Extractum Centaurii minoris, Tausendguldenkraut-extract, Ph. A. Wässeriges Extract von gewöhnlicher Consistenz. Internzu 0,5........1,5 pro dos. (10,0 pro die) in Pillen, Mixturen.

Erwähnenswerte als dem Tausendgüldenkraut sehr nahe verwandte, in Wirkungund Anwendung sieh gleich verhaltende Gentianaceen sind folgende: 1. Sabbatiaangularis Pursh der Vereinigten Staaten Nordamerikas; 2. Chironia ChilensisWilldenow (Erythraea Cachanlahnan K. etS.). die Herba Cachenlaguen von Chile;'.; Ohlora perfoliata L. des südlichen und westlichen Europas, früher als Herba^eotaurii lutei gebräuchlich und 4. Ophelia Ohirata Grieseb., eine in den GebirgenVS^ndiens einheimische Pflanze. Das Kraut, Herba Cbiratae s. Chiraytae, enthält nach'"''" (1869) als wesentlichste Bestandteile zwei amorphe Bitterstoffe, die Opheliasäure