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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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205
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c) Wachs und wachsähnliche Substanzen.

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des Fettes der Kerne der Oelpalme, Elaeis Guineensis Jacq., pag. 194)mittels überhitzten WassertLampfes gewonnen.

Eine färb- und geruchlose, sirupdieke, neutrale Flüssigkeit vonmildem, süssem Geschmacke, 1,25 (nach Ph. Germ. 1,225—1,235)spec. Gew., in Wasser, Alkohol und Aetherweingeist in allen Verhältnissenlöslich, nicht in Aether, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, ätherischenund fetten Oelen. Erhitzt darf es keinen Rückstand hinterlassen.

Keines, wasserfreies Glycerin hat ein spec. Gew. von 1,2053 (bei 15"), es istzähflüssig und zieht sein' begierig Wasserdampf an; das offlcinelle Präparat der Ph. A.hat einen Wassergehalt von circa 6%, jenes der Ph. G. einen solchen von 13 —16 / 0 .

Auf Wasserentziehung zurückzuführen ist wohl die örtlich reizendeEinwirkung des unverdünnten Glyccrins auf der Epidermis beraubtenHautstellen und auf Schleimhäuten, vielleicht, wenigstens zum Theil,auch seine antizvmotische und antiseptische Wirkung.

Es hemmt oder hebt auf die Wirkung der Hefe auf Zuckerlösungen. verzögert"der verhindert die Milchgähnmg, die Harngährnng, die Fäulniss organischer Sub-stanzen etc. Daher wurde es schon in den Vierziger-Jahren (von Warington, v. fetter,Demarquay) zur Conservirung von Nahrungsmitteln, zoologischen und anatomischenPräparaten empfohlen und angewendet, wie auch seit 181)0 (durch Andrew in Chicago)zur Conservirung von Poekenlymphe (Glycerinlymphe).

Es wird leicht von allen Schleimhäuten, wahrscheinlich auchvon der äusseren Haut, welche es schlüpfrig macht und feucht erhält,resorbirt, und alsdann rasch (nach Catillon ohne intermediäre Oxy-dationsproduete) zu Kohlensäure und Wasser verbrannt; nach Ein-führung grösserer Mengen wird es zum Theil unverändert im Harneeliminirt.

Catillon (1877) konnte es in seinen Versuchen nur im Harne nachweisen, nichtim Sohweisse und nicht in den Fäces. Die Elimination beginnt ca. 1 Stunde und endetca. 4—5 Stunden nach seiner Einführung. Plosz (1877) glaubt nach Glycerinfütterungnn Harne der Versuchsthiere einen Uebergangskörper zwischen Glycerin und Glykogen,den er als Glycerinaldehyd ansieht, gefunden zu haben. Doch haben andere Autorendiesen Körper vergeblich .gesucht.

Genügend verdünnt, kann das Glycerin in Dosen von 10,0—15,0innerlich genommen werden, ohne Erscheinungen hervorzurufen; grössereDosen (15,0—3Q,0) wirken leicht abführend.

Auf Frosch« wirkt es, wie Hunemann und Ummethun (186(1) gezeigt haben,toxisch. Dujardin-Beaumetz und Audige, fanden (1876), dass es, in grösseren Dosen (8.0l'er Kilo Körpergewicht) subcutan applicirt, auch Hunde und Kaninchen in einigenstunden tödtet. Sie vergleichen die Intoxicationserscheinungen mii jenen, welche beiY er giftnngen mit einatomigen Alkoholen auftreten. Schon Crevaux (1856) will eine Aehn-'ichkeit in der Wirkung mit Alkohol gefunden haben und .1. Catillon (1877) gibt aufOi'und experimenteller Studien an, dass sehr grosse Mengen, auf einmal eingeführt,''-rscheinungen eines dem Alkoholismus ähnlichen Rausches produciren, während sie,absatzweise gegeben, keine Intoxicationserscheinungen (bei Hunden), sondern nur Tem-peratursteigerung hervorrufen. Auch Plosz bestätigt die toxische Wirkung grosser Gaben(beim Pferde, bei Hunden). Die Hauptsymptome waren: Respirations- und Pulsbeschlou-wgung, grosse Muskelschwäche, Zittern, Krämpfe, Erbrechen (bei Hunden), Kolik,Hämoglobinurie und starke Temperatursteigerung.

Die Hämoglobinurie wird von der Eigenschaft des Glycerius, den Farbstoff derBlutkörperchen zu lösen, abgeleitet und kommt (nach Schwahn 1878) nur bei sub-cutaner Application des Mittels zustande.

Mit Rücksicht auf seine chemische Beziehung zu den Fetten wurde dem Glycerin,besonders in England und Frankreich, die Bedeutung eines den Fetten gleichzustellendenNähraittels zugeschrieben und dasselbe in dieser Richtung therapeutisch empfohlen. Inder That schienen ältere Versuche und Beobachtungen von Lauder-Lindsay 1856 und'857 u. a.), sowie besonders die neueren Untersuchungen von Catillon hiefür zusprechen, indessen haben namentlich Mtink (1878), Lemn und .V. Tuchiririnsky (1879)