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II. Emollientia.
Pharmaceutisch verwendet man die Caeaomasse zur Herstellung' von arzneilichenChocoladen und Pastillen. Cacao ist auch, in Mischung mit Mehl- und Amylumsorten(wie Reismehl, Amyl. Solani, Marantae, Manihot) Bestandtheil mehrerer als Nährpulveroder Kraftmehle angepriesener Präparate, so des Racahout des Arabes, des Palamoud u. a.
60. Lycopodium. Semen Lycopodii, Bärlappsamen, Hexen-mehl, die Sporen von Lycopodium clavatum L., einer einheimischenLycopodiacee, ein sehr feines und sehr bewegliches, geruch- undgeschmackloses Pulver von blassgelber Farbe, welches sich weichund etwas fettig anfühlt und, in die Flamme geblasen, blitzähnlichverbrennt.
Mit Wasser mischt es sich nur nach vorausgegangenem Kochen oder nach Be-handlung mit Alkohol oder Aether, sowie wenn es anhaltend abgerieben wurde. Diedas Pulver zusammensetzenden Sporen sind 29—32 Mikromillimeter grosse, einfache,tetraederähnliche Zellen mit gewölbter Basalfläche, welche mit zu einem groben Netz-werk anastomosirenden Cuticularleisten besetzt ist.
Der Aschengehalt eines guten Lycopodium soll weniger als 5% betragen.
Das Lycopodium ist häufig verfälscht (ganz substituirt oder dochvermischt) mit dem Blütenstäube von Coniferen (Pinus, Abies), seltenermit jenem des Haselstrauches (Corylus Avellana).
Diese Verfälschung ist leicht nachzuweisen. Der erwähnte Blütenstaub istschwefelgelb und es gibt sich daher eine Substitution des Lycopodium damit oder einestärkere Beimengung schon durch die Farbe zu erkennen. Ferner sind die Pollenzellenvon Pinus- und Abies-Arten grösser (54—12C Mikromillimeter im Längendurcbmesser),als die Lycopodiumsporcn, glatt, eirund oder etwas nierenförmig und an jedem Endemit einer kugeligen, blasigen Auftreibung versehen, wodurch sie das Aussehen erhalten,als wären sie aus drei Zellen zusammengesetzt. Der Blütenstaub des Hasefetrauches bestehtaus glatten, abgerundet-dreiseitigen, in Wasser kugelig ansehwellenden, etwa 20—30 Mikro-millimeter grossen Zellen, von denen jede drei kreisrunde Poren zeigt.
Diese Verfälschung, besonders jene mit Coniferen-Pollen, ist mitKüeksicht auf die therapeutische Anwendung des Lycopodium durchausnicht gleichgiltig. Das Lycopodium ist sehr fettreich (FlücMger konnteaus den gehörig zerriebenen Sporen mit Aether, Chloroform undSchwefelkohlenstoff über 47% eines fetten Oeles erhalten) und daherganz besonders geeignet als reizmilderndes und deckendes Mittel. alsStreupulver bei oberflächlichen Hautentzündungen, besonders bei Inter-trigo der Kinder, bei Excoriationen etc. zu dienen, während der Blüten-staub der Coniferen durch seinen Harzgehalt im Gegentheile reizend wirkt.
Das Lycopodium wird zu den angegebenen Zwecken rein odermit Amylum, Talk, Taufstein, Magnesia etc. gemischt, als Streupulverbenützt und ist sonst noch das am häufigsten gebrauchte Conspergensfür Pillen.
b) Fettmittel aus dem Thierreiche.
61. Oleum Jecoris Aselli, Ol. .Jecoris Morrhuae, Leberthran, dasaus der grossen, hellgelben, dreilappigen Leber des Kabeljaus, GadusMorrhua L. (Morrhua vulgaris Cloq.), einem bis 40 Kgrm. im Ge-wicht erreichenden Fische des atlantischen Oeeans und des nördlichenEismeeres aus der Ordnung der Teleostei (Familie der Gadoidei) ge-wonnene flüssige Fett.
Zur Laichzeit erseheint er in unermessliehen Zügen an verschiedenen Kosten-punkten Europas und Nordamerikas. Bei dieser Gelegenheit wird er in unglaublichenQuantitäten erbeutet, seine Leber auf Thran verarbeitet und der übrige Körper, nachBeseitigung des Kopfes und der Eingeweide, als Stocklisch, Klippfisch und Laberdanzugerichtet. Im grossartigsten Massstabe findet der Fang des Kabeljaus an der Küste