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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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a) Fettmittel aus dem Pflanzenreiche.

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morirte Masse von kräftigem Muskatgeruche und gewürzhaftem, zugleichfettigem Geschmack, hat ein spec. Gew. von 0,995, schmilzt bei circa45". ist in heissem Aether, Alkohol, Chloroform bis auf spärliche■Gewebsreste löslich und besteht der Hauptmasse nach aus einem Ge-menge von mehreren Fetten, darunter Myristin neben ätherischem Oelund Farbstoff. Anwendung nur extern, ähnlich wie Ol. Lauri.

ßalsamum Nucistae, Muskatbalsam, Ph. Germ., eine Mischungvon Cera flava 1, Ol. Olivae 2, Oleum Nucistae 6.

59. Oleum Cacao, Butyrum Oacao, Caeaofett, Cacaobutter,durch Auspressen der schwach gerösteten und enthülsten Cacaobohnen(siehe weiter unten) zwischen erwärmten Platten gewonnen, ist frischelblieh-weiss, wird aber beim Aufbewahren weiss, von schwachem,Cacao erinnerndem Geruch, bei gewöhnlicher Temperatur fest,brüchig, schmilzt bei 30—35°, löst sich klar in Aether, Chloroform undOl. Terebinth. und besteht der Hauptsache nach aus Stearin. Es istdurch seine Haltbarkeit ausgezeichnet und eignet sich daher in Ver-bindung mit seiner grösseren Consistenz, anderen Fetten gegenüber, ganzbesonders als Constituens für Gerate, Suppositorien und Vaginalkugeln.

Die als Oacao oder Cacaobohnen, Semen Cacao. bekannten Samen vonTheo-broma Cacao L., einem im beissen Amerika einheimischen und daselbst gleichwie inanderen Tropenländern cultivirten Baume aus der Familie der Büttneriaceen, von mehr wenigerabgeflacht-eiförmiger Gestalt, mit dünner, zerbrechlicher, rothbrauner Samenschale undeiweisslosem Keim, dessen Hauptmasse die zwei grossen, iilig-bartfleischigen, dunkel-violetten bis schwarzbraunen, sehr leicht in eckige Bruchstücke zerfallenden Keimlappenbilden, von milde öligem, zugleich schwach bitterlichem Geschmack und erwärmt voneigenthümlichem, angenehm aromatischem Geruch, — enthalten neben dem oben bespro-chenen Fett, dessen Menge zwischen 40—54"/ 0 schwankt, als wichtigste Bestandtheile:das dem Coffein (s. dieses) sehr nahestehende Alkaloid Theobromin 0,88—2,3%neben geringen Mengen (0,05—0,36%) Coffein (Eminger 1896), Amylum 10—17%neben 12% anderer stickstofffreier Stoffe {König), Proteinsubstanzen 7—13% und einals Cacaoroth bezeichnetes, aus einem gerbstoifartigen Körper durch Oxydation (beimTrocknen etc. der Samen) hervorgegangenes Pigment (3—5'/„). Ihr Aschengehalt beträgt2,2—4%i ihr Wassergehalt 4—6"/ 0 . Die Asche enthält geringe Kupfermengen.

Der Cacao wird besonders in Amerika, in grosser Menge als Nahrungs- undGenussmitte] verbraucht, in Europa am meisten in Spanien und Italien. Die Einführungdesselben in unserem Erdtheil erfolgte anfangs des 16. Jahrhunderts. Zunächst blieb seinGebrauch, hauptsächlich in Form der bekannten Chocoladc, auf Spanien beschränkt,von da verbreitete er sich allmählich über Italien. Frankreich, England und Deutsch-land. Der gegenwärtige Cacaoverbrauch Europas wird auf 15 Millionen Kilogramm ver-anschlagt.

Zur Fabrication der Chocolade röstet man die Cacaobohnen in Blechtrommeln,der enthülste Kern wird dann in Stampfen, zwischen "Walzen etc., mit Hilfe von Wärmein eine feine, teigartige Masse, welche auch als solche unter der Bezeichnung Cacao-masse, neben Ca Ca opu. I v e r, Gegenstand des Handels ist, verwandelt. Meist setzt manderselben Zucker, Mehl und verschiedene Gewürze (namentlich Vanille) zu und drücktsie, noch wann, in allerlei Formen. Oacaomasse mit blossem Zuckerzusatz stellt diesogenannte Gesundheitschocolade dar; in grosseren Mengen als diese werden die mitGewürz und meist auch mit Mehl versetzten Gewürzchocoladen verbraucht. Auch entölteCacaomasse und Cacaopulver liefert der Handel.

Als versüsste Choeolade bezeichnet man ein Fabrikat, in welchem die Summevon Caeaofett und Zucker über 85% beträgt, als stark versüsste eine solche, wodiese Summe über 90% hinausgeht. Cacaofabrikate mit Zusatz von Mehl (neben Zucker)können als Cacao- oder Chocoladesurrogate bezeichnet werden. Andere Zusätze als Mehlsind unzulässig.

Hie bei der Chocoladefabrication entfallenden, gleichfalls Theobromin (0,0%) nebenö.6% Schleim (Clarkson 1887) enthaltenden Samenschalen werden als „Cacaothee"(Cortex seminis Cacao, Testae Cacao) in wässerigem Aufguss, unter Zusatz von Milchund Zucke)' statt Kaffee etc. für Kinder, nicht selten auch als Zusatz zur Chocolade"--, rthet.

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