1>) Fettmitte] aus dein Thierreiehe.
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Norwegens, Bpeciell auf der Inselgruppe der Lofoten und auf der Bank von Neufound-land statt. Die Zahl der an den norwegischen Küsten jährlich erbeuteten Fische wirdbis auf (K) Millionen geschätzt.
Die Bereitung des Leberthrans ist theils in den Händen grösserer Firmen undgeschieht fabrjksmässig nach in neuerer Zeit wesentlich verbesserten Methoden, theilswird sie von einzelnen Fische™ auf eigene Faust in meist primitiver Art geübt. Manpflegt darnach Fabriks- (oder Dampf-) und Bauernthran zu unterscheiden. ZurBereitung des ersteren werden die ganz frischen Lebern in Arbeit genommen, und zwardie besten, unverletzten, hellen und vollen sorgfältig ausgesucht, von der Gallenblasebefreit, abgewaschen und in verzinnten doppelwandigen Kesseln durch dircctes Ein-leiten von Dampf auf höchsten 50° erwärmt. Das ausgeschiedene Fett wird abgeschöpft,filtrirt, in Flaschen gefüllt und nach luftdichtem Verschluss zum Export vorbereitet.Der Bauernthran soll nur sehr selten aus frischen Lebern bereitet werden, wohl aus demGrunde, weil die Fischer die Beute sofort an die Fabriken verkaufen und nur, wasnicht angebracht werden kann, wird ungereinigt und noch mit der Gallenblase versehenin offene Fässer geworfen. Der hier spontan aus den Lebern austretende und an derOberfläche sich ansammelnde Thrau wird täglich abgeschöpft. Die ersten Portionen sindhell und klar und werden als hellblanker Leberthran, auch wohl als Mcdi-cinalthran, Oleum Jecoris Aselli album, bezeichnet, während später eindunkler gefärbtes Product von geringerer Qualität resultirt. Durch Ausschmelzen derrückständigen Lebermassen über offenem Feuer erhält man den braunblanken Leber-thran. Oleum Jecoris Aselli flavum, und schliesslich durch stärkeres Erwärmenund Auspressen den braunen Leberthran oder Gerberthran, Oleum JecorisAselli fuscum (crudum, empyreumaticum). Diese beiden letzteren Sorten werden auchin den Leberthranfabriken als weitere Producte gewonnen. Der fertige Leberthran gehtüber Bergen, seinem Hauptstapelplatz, in den Handel.
Der Leberthran zeigt nach den Sorten mehr oder wenigerauffallende Unterschiede in seinem physikalischen und chemischenVerhalten.
Die gewöhnlich medicinisch verwendeten Sorten sind etwa von
der Consistenz des Leinöles, alsogelb , goldgelb bis röthlichgelb,
etwas dickflüssig, blass- oder hell-
vollkommen klar und durchsichtig,von 0,923 spec. Gew. Die besten Sorten reagiren frisch neutral oderganz schwach sauer; Ol. Jec. As. flavum gewöhnlich deutlich sauer. Ol.Jecor. As. album löst sich in 40 Th. kalten und in 22—30 Th. heissenabsoluten Alkohols. Guter Leberthran ist ferner sehr leicht löslieh inSchwefelkohlenstoff, Chloroform und Benzol.
Er erstarrt in der Regel bei 0° nicht und besitzt einen milden,öligen, schwach fischartigen Geruch und Geschmack, während Ol. J. A.flavum stärker fischartig riecht und schmeckt und nachträglich etwasKratzen im Schlünde erzeugt.
Löst man einen Tropfen Leberthran in 20 Tropfen Schwefelkohlenstoff auf unds <'nüttelt die Lösung in einem Proberöhrchen mit einem Tropfen concentrirter Schwefel-saure, so färbt sie sieh vorübergehend schön violett-roth. Diese Beaction. welche mana uch in der Art hervorrufen kann, indem man 1—2 Gern. Leberthran auf ein Uhr-schalchen bringt und 1—2 Tropfen concentrirter Schwefelsäure hinzufügt, ist sehr charakte-''«tisch, ihre Ursache noch nicht klargestellt.
Die meisten Pharmakopoen führen keine bestimmte Sorte desLeberthrans als officinelle an: der von ihnen gegebenen Charakteristiknach sind jedenfalls nur die beiden reinen Sorten, Ol. J. As. album etflavum verstanden. Unsere Pharmakopoe fordert in Uebereinstimmungmit Ph. Germ, die reinste Sorte.
Die chemische Zusammensetzung des Leberthrans ist natürlich bei den verschie-denen Sorten ebensowenig die gleiche wie ihr physikalisches Verhalten. Im allgemeinen'J.'j' 111 '' n' als vorwiegenden Bestandteil Triolein (ca. 70°'„) neben Tripalmitin (überfP i,l. Cholesterin und etwas Tristearin, sowie sehr kleine Mengen der Glyceride der'; ss >--. Butter-, Valeriansäure etc. Die schwach-saure Beaction ist durch Spuren freierFettsäuren (Olein-, Palmitin-, Stearinsäure) bedingt. Er enthält ferner einen gelben Färb-