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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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iL Emollientia

schwieriger in Alkohol löslich, erstarrt bei 0° zu einer kristallinischen, gelben Masseund soll ein nicht unter 0,913 fallendes speciflsches Gewicht haben.

56. Oleum Lini, Leinöl, aus den Samen von Linum usita-tissimum L. (siehe pag. 187) gewonnen, ist trocknend, gelb, klar.von eigenthüinlichem, unangenehmem Geruch, hat ein spec. Gew. von.0,936—-0,940, bleibt noch bei —20° flüssig, löst sich in ca. 1 y 2 Th.Aether und in 5 Th. absolutem Alkohol. Besteht hauptsächlich aus demGlycerid der Leinölsäure. Meist nur extern als Constituens für Salbenund Pflaster.

Früher offlcinell, jetzt nur noch als Volksmittel gebräuchlich :

Oleum Lini sulf uratum, Balsamum Snlfuris, durch Verkochen einer Mischungaus 6 Th. OL Lini mit 1 Th. Sulf. Sublimat, zu einer zähen, rothbraunen Masse erhalten.Nur extern: zu Einreibungen bei parasitären Hautaffectionen, Frostbeulen, chronischenTumoren etc., und Oleum Terebinthinae s ulfura tum. Balsamum Sulfuris tere-binthinatum, Schwefelbalsam, eine durch Digestion von 1 Th. Ol. Lini sulfuratummit 3 Th. Ol Terebinthinae erhaltene klare, rothbraune Flüssigkeit. Extern wie dasobige Präparat; auch zum Verband schlecht heilender Geschwüre.

Zu den trocknenden Oelen gehört auch das aus den wohlbekannten Samenkernendes Walnussbaumes, Juglans regia L., dargestellte, wie Ol. Lini und Ol. Papaverisverwendbare Nussöl, Oleum Juglandis, von hellgelber Farbe, mildem Geschmack.'0,1)23—0,925 spec. Gew., bei —18° erstarrend.

1! utterartige Pflanzenfette sind das Kokos- und Palmfett.

Oleum Coeos, Kokosfett. Kokusbutter, aus den Samenkernen der Kokos-palme, Cocos nueifera L., einer wohl ursprünglich im tropischen Asien einheimischen,gegenwärtig über alle Tropenländer verbreiteten Palme, durch Auspressen gewonnen,isi. wenn frisch, rein weiss, butterartig, von schwachem, eigenartigem Geruch, schmilztbei 23—30° und löst sich leicht und vollständig in Aether.

Es besteht der Hauptmasse nach aus den Glyceriden der Capril-, Laurin-, Myristin-.Palmitinsäure und ist reich an freien Fettsäuren. Es wird in grossartigstem Massstabetechnisch, besonders zur Fabrication von Seifen benützt, pharmazeutisch als Constituensfür Salben und Linimente.

Oleum Palmae , Palmfett, wird aus den reifen Früchten der Oel-palme, Elaeis Guineensis Jacq., einer schönen, im tropischen Afrika sehrverbreiteten Palmenart, besonders an der tropischen Westküste Afrikas hergestelltEs ist bei gewöhnlicher Temperatur gleichfalls butterartig, im frischen Zustandedurch eine orangerothe oder orangegelbe Farbe und veilchenartigen Geruch ausgezeichnet,leicht löslieh in Aether und kochendem Alkohol, schmilzt bei ca. 24—27". wird abersehr leicht ranzig, entfärbt sich bei längerer Aufbewahrung und wird schliesslichganz weiss.

Neben freier Palmitin- und Oelsäure sowie Glycerin und etwas Farbstoff bestehtes wesentlich aus Palmitin, Stearin und Olein.

57. Oleum Lauri, Ol. laurinum, Lorbeerfett, im südliehenEuropa aus den Früchten des Lorbeerbaumes, Laurus nobilis L.(Familie der Lauraceae), durch Kochen und Auspressen gewonnen, stellteine salbenartige, etwas körnige Fettmasse dar von schön grünerFarbe, kräftigem Lorbeergeruch und balsamisch-bitterem und fettigemGeschmack. Löst sich vollständig in Aether, theilweise in Alkohol undbesteht aus Laurostearin, neben Triolei'n , ätherischem Oel, Lorbeer-kampfer und Chlorophyll.

Nur extern benützt, vorzüglich als Volksmittel für sieh, zu Ein-reibungen (bei Koliken, Verstauchungen etc.); pharmaceutisch als Be-standteil von Salben (Unguentum aromaticum Ph. A.).

58. Oleum Myristicae expressum, Oleum nucis moschatae expressum-Oleum Nucistae, Muskatnussfett, Muskatbutter, in Ostindien durchAuspressen der sehwach gerösteten Muskatnüsse (siehe Semen Myristicae)zwischen erwärmten Platten bereitet, eine talgartige, gelblich- oderröthlich-braune. von weissen Partien durchsetzte und dadurch mar-