a) Fettmitte] aus dem Pflanzenreiche.
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55. Oleum Olivae, 0. Olivarum, Olivenöl.
Das aus dem ölreichen Fruchtfleische der reifen Früchte desOlivenbaumes, Olea Europaea L., einer besonders in den Mittel-liieerländern allgemein eultivirten Oleacee, durch Auspressen gewonnenefette Oel. Die feinsten Sorten des Olivenöls gewinnt man durch kaltesAuspressen der frisch geernteten Oliven; das beste kommt aus derProvence, Provencer Oel, Oleum Olivarum Optimum s. Pro-vinciale, Ol. virgineum (Jungfernöl); das weniger sorgfältig gewonneneProduct ist unter der Bezeichnung Baumöl, Oleum Olivarumcommune, bekannt.
Frisches feines Olivenöl ist hellgelb oder grünlichgelb, ziemlich dickflüssig, vonschwachem eigenartigem Gerüche, von mildem, angenehm-öligem Geschmack; es hat einspeeifisches Gewicht von 0,916—0,918, beginnt schon bei 10" weisse, krystallinischeFlocken abzuscheiden und verdickt sich bei 0° zu einer salbenartigen Masse. In Äether,Schwefelkohlenstoff und Petroleumäther ist es leicht, in Alkohol nur sehr wenig löslich.Geringere Sorten des Oeles haben eine tiefer gelbe bis braun-gelbe oder grünlich-brauneFarbe und einen unangenehmen ranzigen Geruch und Geschmack.
Das Olivenöl, bekanntlich zu den nicht trocknenden Oelen gehörend, besteht über-wiegend (zu 3 /.) aus Triolein; der Rest ist ein Gemenge fester Fette (Tripalmitin undTriarachin); nach Beneke enthält es auch etwas Cholesterin.
Anwendung findet es gleich den anderen ähnlichen Oelen. Intern(Ol. Oliv, optim.) selten, meist nur als Volksmittel als mildes Purgans(kaffee- bis esslöffelweise), bei entzündlichen Zuständen des Digestions-tractus, bei Vergiftungen mit ätzenden und scharfen Substanzen etc.Extern zu allgemeinen und örtlichen Einreibungen, Umschlägen, Ein-piuselungen etc. bei verschiedenen Vffectionen der Haut und des Unter-hautzellgewebes (Entzündungen, Verbrennungen, Excoriationen , beiacuten Exanthemen, colliquativen Schweissen, zur Erweichung vonKrusten etc.), zu Injectionen, Einträufelungen (in die Urethra, in denäusseren Gehörgang), zu Clysmen, zum Oelbad; als Lösungsmittel fürmanche wirksame Stoffe und als Constituens für Linimente, Salben,Cerate, Pflaster. Bestandtheil zahlreicher officineller Präparate (Olea niedi-cata, Linimenta, Unguenta, Emplastra). lieber Lipanin siehe pag. 199.
Die Oel säure, A cid um oleaceum (A. elainicum), von der im Handel einereine und eine rohe (bei der Stearinkerzenfabrication als Nebenproduct sich ergebende)Sorte vorkommt, kann als Constituens und Lösungsmittel für manche extern zu ge-brauchende Mittel (Hydrargyr. oxyd., Morphin etc.) verwendet werden.
Hieher gehören noch folgende, dem Olivenöl sein- häufig substituirte fette Oele :
Das Sesamöl, Oleum Sesami, aus den Samen von Se sainum Indi cum D(.\,emer in Südasien einheimischen, in mehreren Abarten in den meisten wärmeren undheissen Gegenden der Erde eultivirten Bignoniacee.
Das Krdnussöl, Oleum Arachidis, aus den Samen von Arachis hypo-gaea 1... einer wahrscheinlich ursprünglich dem tropischen Amerika angehörenden, jetzt1,1 fast allen wärmeren und heissen Gebieten der Erde als Oel- und Nahrungspflanze imGrossen eultivirten Caesalpinacee.
Das Baumwollsamenöl, Oleum Gossypii, aus den Samen der Baumwoll-pflanzen (Gossypium).
Alle diese Oele, sowie auch das aus den Früchten der bekannten, bei uns häufigeultivirten Sonnenblume. Helianthus annuusL.. aus der Familie der Compositengewonnene Sonnenblumenöl, Oleum Helianthi, gleichen in ihren besten Sortenausserordentlich dem Olivenöl, sind nur schwierig von ihm zu unterscheiden und könnenebenso wie dieses verwendet werden.
Das früher in Deutschland officinelle Oleuni liapae, Riibül, durch Aus-pressen aus den Samen der in fast allen Ländern Europas im Grossen als Oelpflanzeneultivirten Cruciferen: Brassica Napus L. (Raps), Br. Bapa L. (weisse Biibe. Rübsen)n "d Br. eampestris DO. (Kohlsaat, Colza) gewonnen, ist dicklich, nicht trocknend,V|, n bräunlich-gelber Farbe, schwachem eigenthümlichem Geruch, leicht in Aether,
Vogl-Be rnatzik, Arzneimittellehre. 3. Aufl. 13