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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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A. Amylacea, Stärkemittel.

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leicht zerreiblichen Massen oder in stengelartigen Stücken (Stengel-,Strahlenstärke) vor. Es ist hygroskopisch (lufttrocken enthält es 13 bis17%, seltener mehr, in feuchter Luft bis 56% Wasser), unlöslich inkaltem Wasser, in Alkohol, Aether, fetten und flüchtigen Oelen. BeimErwärmen mit Wasser quellen die Körnchen mächtig auf und geben beica. 55—88° eine trübe, dicke, schleimige, klebrige Masse, den soge-nannten Kleister. Anhaltendes Kochen in Wasser oder verdünntenSäuren, sowie verschiedene Fermente verwandeln das Amylum in lös-liche Stärke, Dextrin und schliesslich in Traubenzucker (resp. Maltose).Jod ertheilt den Stärkekörnchen eine violette bis tiefblaue Färbung (in-folge Einlagerung von Jodmolekülen).

In chemischer Beziehung besteht jedes Stärkekorn, neben geringen Mengen (höch-stens '/a% nacn Flücleiger) von Aschenbestandtheilen, aus Wasser und Starkesubstanz,welch letztere nach Naegeli aas zwei isomeren Verbindungen, aus der durch Speichel,verdünnte Säuren, Diastase etc. in Lösung überführbaren Granulöse und aus der durchSpeichel etc. nicht extrahirbaren Stärke-Cellulose, zusammengesetzt ist.

Das innerlich eingeführte Stärkmehl wird nicht als solches un-verändert resorbirt, sondern es wird bekanntlich ganz oder zum Theil(durch den Speichel, Pankreassaft und Darmsaft) in Dextrin und Trauben-zucker umgewandelt und ist demnach sein weiteres Verhalten im Or-ganismus gleich jenem dieser Körper.

Von den verschiedenen Handelssorten der Stärke sind ofticinelldie Weizenstärke, Amylum Tritici (Ph. Austr. und Germ.), dieReisstärke, Amylum Oryzae und das sogenannte WestindischeArrowroot, Amylum Marantae (Ph. Austr.).

a) Amylum Tritici, Weizenstärke. Das aus den Früchtenvon Triticum vulgare L. und anderen Weizenarten gewonneneStärkemehl.

Es kommt in zerreiblichen Stücken oder Stengeln oder auch pulverförmig vor,ist blendend weiss, besteht aus grossen (30—39 Mikromillimeter), einfachen, linsen-förmigen, von der 'Flüche gesehen scheibenrunden und aus ganz kleinen, grösstenteilseinfachen, kugeligen, eirunden oder eiförmigen Körnchen mit relativ nur wenigenMittel- oder Uebergangsformen in der Grösse. Die meisten Grosskörner zeigen wederKern noch Schichtung; nur an einzelnen ist ein deutlicher centraler Kern oder einehäufig sternförmige Kernspalte, sowie concentrische Schichtung wahrnehmbar.

Ganz gleich in Bezug auf Zusammensetzung und Form der Körner verhält siehdie Koggen- und Gerstenstärke, Amylum Seealis und A. Hordei, nur sindim allgemeinen die Grosskörner der Koggenstärke grösser (36—47 Mikromillimeter),jene der Gerstenstärke kleiner (22—28 Mikromillimeter), als die entsprechenden Körnerder 'Weizenstärke.

b) Amylum Oryzae, Reisstärke (Reismehl), Ph. A., fabriksmässighergestellt aus sogenanntem Bruchreis und minderen Reissorten. Eineschöne Stärkesorte, bei uns jetzt allgemein im Handel verbreitet, theilspulverförmig, theils als sogenannte Stengel- und Strahlenstärke.

Die Reisstärke besteht aus fast durchaus scharfkantig polyedrischen, zum grossenTheile ganz regelmässig vielkantigen, in der Fläche meist 5 —ßseitigen, in Gestalt undGrösse ziemlich gleichförmigen kleinen (3—6—9, meist 6 ['■ grossen) Körnern (Bruch-und einfachen Körnern). Häufig kommen darunter zu zwei und mein' in Gruppen zu-sammenhängende Körner vor.

Die Mais stärke, Amylum Maidis, besteht aus scharfkantigen, gerundet-polyedrischen und rundlichen, ungeschichteten Körnern von meist 12—18 MikromillimeterDurchmesser, welche meist eine sternförmige, oft ansehnliche Kernhöhle zeigen. DieseStärkesorte wird gleich der Reisstärke besonders in England fabricirt und ist jetztsehr häufig in unserem Mandel zu finden. Die als „Maizena" verkaufte Stärkesorte istsehr feine Maisstärke, die auch mitunter als Amylum Dauci verkauft wird.

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