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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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I. Prophylaetica.

und Niedergeschlagenheit, bei meist ungeschmälertem Appetit und ohne weitere auf-fällige Erscheinungen. Schulz nahm sogar bis 10,0 auf einmal ohne irgend welche un-angenehmen Folgen.

Die von Mosler nach Tinctura Eucalypti (bei Hunden) beobachtete Verkleinerungder Milz wurde von Schläger für das Eucalyptol und das Blätterdecoct bestätigt.

Die Elimination des Oeles erfolgt durch Nieren, Haut und Lungen; ein Theilscheint im Organismus ox3'dirt, ein anderer gar nicht resorbirt. sondern mit der Defä-cation herausgeschafft zu werden. Der Harn nimmt wie nach Terpentinöl Veilchengerucl) an.

Therapeutische Anwendung. Eucalyptus Globulus ist zunächst gegenMalaria-Intermittens, dann als Antisepticum und Desinficiens, sowie als Mittel gegeneine ganze Reihe der verschiedensten Erkrankungen, wie catarrhalische Affeetionen desMundes und Eachens, der Respirations- und Urogenitalorgane, Pneumonien, Gastralgien,Neuralgien etc. intern und extern empfohlen worden.

Zur Bekämpfung der Malaria-Intermittens hat der Baum selbst als Propliy-lacticum eine grosse Bedeutung erlangt. Sein Anbau in Malariagegenden wurde vonvielen Seiten auf das Wärmste befürwortet.

Die schon in den Fünfziger-Jahren in Australien gemachte Wahrnehmung desgünstigen Einflusses, den die Eucalyptusbäumo auf die Assanirnng sumpfiger Oertlich-keiten üben und die auch alsbald durch Anbauversuche zunächst in Südfrankreich undAlgerien (1857) praktisch verwerthet wurde, hat seither durch die Ausdehnung derCultur über zahlreiche Malariagegenden in den verschiedensten Erdtheilen und die da-selbst gemachten Erfahrungen weitere Bestätigung erhalten. Es liegen Berichte vor,wonach verschiedene höchst berüchtigte Gegenden, so die römische Campagna, ver-schiedene Oertlichkeiten in Algerien (nach E. Bertherrand 1886 sollen dort mein- als3 .Millionen Bäume bereits vorhanden sein), am Cap etc. seit Ansiedlung der Gummi-bäume' ihre Gefährlichkeit ganz verloren haben oder doch bedeutend gesünder ge-worden sind.

Dieser günstige Einfluss wird auf zwei Momente zurückgeführt: 1. auf die demBaume infolge seines raschen Wachsthums zukommende Eigenschaft, dem Boden ingrosser Menge "Wasser zu entziehen, den Sumpfboden trocken zu legen und so dieMalariaherde zum Verschwinden zu bringen; 2. auf die Verbesserung der Luft, wohlinfolge ihrer Ozonification durch die balsamischen Ausdünstungen des Baumes, welche,da das ätherische Oel in Blättern sowohl wie in der Rinde reichlich vorkommt und dieBehälter desselben (intereellulare Hohlräume) wenigstens zum Theil sich nach aussenöffnen, sozusagen von der ganzen Oberfläche des Baumes stattfinden kann. NachA. PoehVs Versuchen (1877) besitzt das Eucalyptol die Eigenschaft, bei Gegenwart vonWasser und Sonnenlicht Wasserstoffhyperoxyd zu bilden, in erhöhterem Masse als diemeisten Terpene. Namentlich hebt er hervor, dass die Verstaubung einer relativ geringenMenge desselben genügt, um die stattgefundene Ozonification der Luft in dem betreffendenRäume nachzuweisen.

Mosler empfiehlt Eucalyptuscultur auch an Orten mit endemischem Typhus,ferner Zimmerculturen von Eucalyptus zur Zeit herrschender Tj'phusepidemien,Culturen in Krankensälen etc. überhaupt in Gegenden, deren klimatische Verhältnisseden Anbau des Baumes im Freien nicht gestatten. Zu seinem Fortkommen bedarf derBaum klimatischer Verhältnisse, wie sie etwa dem Orangenbaume entsprechen; raschvorübergehende Kälte von 1—2", selbst bis 8° kann er ertragen, nicht aber eine an-dauernd niedere Temperatur. In unserem Klima vermag er daher nicht zu überwintern,seine Cultur ist hier nur in Gewächshäusern oder im Zimmer möglich. Die nördlichstenAnpflanzungen in Europa finden sich bei Pola in Istrien und auf der Besitzung desFürsten Trubetzkoi bei Intra am Lago maggiore.

Die ersten Versuche mit Eucalyptus als Arzneimittel, und zwar zunächst alsAntitypicum, datiren aus dem Jahre 1865; seine Anempfehlung ging hier von Spanienaus und wurde dasselbe dann von zahlreichen Aerzten in verschiedenen Ländern, ammeisten in den Jahren 1869—1873, versucht. Nicht wenige haben über die günstigstenErfolge berichtet (Lorinser, Keller, Struhe, Oefßnger etc.), während andere gar keineoder nur unbedeutende Resultate erzielten.

Oeffinger (1873) hält die sichelförmigen (älteren), sowie die frischen Blätter(beziehungsweise die daraus hergestellten Präparate) für wirksamer als die breiten(jüngeren) und als die getrockneten Blätter (respective deren Präparate); die nega-tiven Resultate führt er auf die Anwendung der letzteren zurück. Benützt wurdeTinctura Eucalypti (mit Aq. Menth, und Syrup. simpl. aa. 30,0; davon 2stündlich1 Kaffeelöffel). 60,0—80,0 der Tinctur waren meist ausreichend und nur seilen120,0 erforderlich. Als Vorzüge werden dem Mittel nachgerühmt ausser der Sicherheit